Von Affen, die Shakespeare schreiben, und der Wiederholung – Zwischen Zufall und Notwendigkeit (Teil3)

William Shakespeare
Hat es Shakespeare nicht gegeben und wurden seine Werke von Affen geschrieben?

Shakespeare ist der Held aller High School People in America, der √§hnlich wie Geothe in Deutschland nur von Abiturienten gelesen wird. Aber woher kommt der Kitsch dieser Epoche? War er nicht immer schon in der Sprache angelegt? K√∂nnten wir nicht rein zuf√§llig Worte aneinander reihen und irgendwann m√ľsste ein gro√üartiges Gedicht bei rauskommen?

Zun√§chst aber schauen wir uns mal den Charakter der Wiederholung und der Auswahl an. Seitdem es einfacher ist, Videos zu machen und Speicher en masse zur Verf√ľgung steht; seitdem wir viel Freizeit haben, gibt es immer mehr Videos von spektakul√§ren Kunstw√ľrfen und Kunstsch√ľssen. Ich selbst bin mir unschl√ľssig, ob ich diese folgenden Leistungen noch als Leistungen bewerten soll oder als notwendige Ereignisse, die sich nach Hunderten von Versuchen eben notwendig einstellen. Aber schaut euch erstmal das Video an, denn spektakul√§r ist es doch:

Die Wiederholung ist das Konzept, was den √úbenden zum Meister macht. Den Meister hingegen f√ľhrt letztlich jeder Versuch zum Erfolg. Doch der Zufall lehrt uns wie der Meister das Unglaubliche, wenn wir ihm nur genug Zeit geben und die besonderen Ereignisse ausw√§hlen k√∂nnen. Es ist wie die Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Affe, der seit unendlich langer Zeit auf einer Schreibmaschine zuf√§llig Buchstaben tippt, die Werke von Shakespeare geschrieben hat.


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Nun die die Wahrscheinlichkeit, dass der Affe Shakespeares Werk abgetippt hat, ist 1. Und er hat es nicht nur einmal geschrieben, sondern unendlich mal als auch unendlich mal mit meinem Namen als Autor als auch auch mit allen m√∂glichen Rechtschreibfehlern, die es gibt. Nebenbei hat er aber auch alle anderen B√ľcher der Weltgeschichte geschrieben als auch die, die noch gar nicht ver√∂ffentlicht sind. Er wird aber auch alles geschrieben haben, was √ľberhaupt m√∂glich ist und das auch unendlich mal. Viel schlimmer an der Tatsache ist aber, dass wenn jemand diesen Schatz finden w√ľrde (den Quell, in dem alle Bestseller der Zukunft verborgen sind), er sich durch die Masse dessen, was einfach Unfug ist, nicht hindurcharbeiten k√∂nnte. Diesen Unfug gibt es n√§mlich auch unendlich oft.

Es kommt also auch f√ľr den Affen auf die F√§higkeit an, auszuw√§hlen. Aus dem Wust der M√∂glichkeiten muss der Bestseller und Shakespeares Werk erst herausgesucht werden. Daher stehen wir auch vor der Unendlichkeit der Zeit und wollen w√§hlen. Weil das Leben selbst nicht unendlich ist, m√ľssen wir sogar versuchen intelligent zu w√§hlen; wir k√∂nnen nicht alle Varianten durchexerzieren. So meinte es auch Heidegger: Wir k√∂nnen das Leben nur vom Ende, vom Tode her verstehen, denn der m√∂gliche Tod bringt den Zeitdruck m√∂glichst bald zu w√§hlen, aber dazu schreibe ich ein andern mal ;) Auch wenn die Ergebnisse des Videos also erzwungener Zufall sind, so sind sie doch beeindruckend gut ausgew√§hlt.

Wen das Thema weiter interessiert, der kann sich in meinen √§lteren Beitr√§gen √ľber das Verh√§ltnis von Notwendigkeit und Zufall belesen:

 – (Teil 1) An der Grenze zwischen Zufall und Notwendigkeit und von der Wirklichkeit des Lebens
(Teil 2) Zwischen Zufall und Notwendigkeit – Das Lebensschicksal von Managern

Viele Gr√ľ√üe Norman. Und weiterempfehlen und Blogabonnieren nicht vergessen ;)

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