Nochmal die Zizek-Peterson-Debatte und der „Kampf der Rhetorik-Giganten“ – Zur Form ohne Inhalt

Auf dem Youtube-Channel „Redefabrik“ wird der „Kampf der Rhetorik-Giganten“ entsprechend aufgeblasen angek√ľndigt. Die hei√üe Luft entl√§sst sich dann in einer bedeutungslosen Schlu√üfolgerung nach der vermeintlich beide Duellanten gewonnen h√§tten. Dabei ist klar, dass Zizek sich nicht auf Petersons Konterlogik einlassen w√ľrde. Er hatte mit seiner oberfl√§chlichen Kommunismuskritik schlichtweg nichts zu tun, sondern konzentrierte sich auf das historisch Dialektische. 50 Jahre philosophischer Exegese lassen sich da nicht schnell bei Seite wischen. Peterson ist klar untergegangen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Grenzen der Wahrheit, Grenzen der Wirtschaftsphilosophie | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Was ist „Game of Thrones“ und was sagt unsere Unterhaltungsindustrie √ľber uns selbst aus?

Im folgenden Video habe ich die Musik von Game of Thrones kurz analysiert. Pers√∂nlich war ich anfangs nicht sehr begeistert von der Musik, aber mittlerweile hat sie sich in meinem Kopf festgesetzt. In dem Video vergleiche ich die Komposition mit Morricones „Spiel mir das Lied vom Tod“, das eine √§hnliche Kompositionsstruktur aufweist, allerdings deutlich mehr Spannung in die Komposition bringt.

Was ist denn Game of Thrones?

Game of Thrones? Das ist das „Mittelalter-Dallas“, in dem verschiedene Herrscher um den eisernen Thron k√§mpfen.¬†In diese Fantasy-Welt wurden Drachen, Untote, Helden, Kr√ľppel, Riesen, Hexen und Magier gestopft und deren Geschichten mit Enthauptungen, Inzest, Intrigen und Vergewaltigungen¬†angerreichert. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Links, Philosophie, Philosophie & Kulturgrenzen | Hinterlasse einen Kommentar

Was k√∂nnen wir √ľber Gott wissen? Letztbegr√ľndungsfragen und Religion

Am Anfang schuffF GOtt Himel vnd Erden Warum ist die Frage nach der Letztbegr√ľndung wichtig? Unsere Gesellschaft r√ľhmt sich oftmals damit, sich auf eine Wissens√∂konomie umzustellen. Dabei nehmen wir an, dass unsere Wissenschaft funktioniert. Warum also die Frage nach einer abermaligen Begr√ľndung dieser Wissenschaft stellen?

Unsere Wissenschaft funktioniert im Gro√üen und Ganzen. Dennoch wissen wir viele Dinge noch nicht. Zum Beispiel wissen wir eigentlich nicht genau, was Wissenschaft ist. Wird dann beispielsweise gefordert, dass wir mehr Geld in die Wissenschaften stecken, damit wir mehr Ergebnisse bekommen, so ist die Frage, wie wir das Geld denn am besten investieren. So einfach ist das n√§mlich leider nicht. Wir geben nicht mehr Geld und die Wissenschaftler „wissenschaften“ mehr und bekommen Ergebnisse. W√ľssten wir genau, wie Wissenschaften funktionieren, so w√ľrden wir Geld investieren und h√§tten ein exaktes Resultat. Oftmals aber ist es unklar, wie man zu erw√ľnschten Zielen kommen kann und ob sie √ľberhaupt erreichbar sind. Meines Erachtens h√§ngt dies damit zusammen, dass die endg√ľltige Form der Wissenschaft noch nicht erreicht ist. Wissenschaft ist eine Vielzahl an unterschiedlichen Methoden, die in vielen Bereichen mit unterschiedlichen Zielen variabel eingesetzt werden. Die Form der Wissenschaft, obwohl es grobe Gemeinsamkeiten gibt, h√§ngt dabei vom konkreten Inhalt ab. Um Wissenschaft richtig zu benutzen oder zumindest nicht falsch einzusetzen, lohnt sich daher die Frage nach der Wissenschaft zu stellen. Es geht darum, prinzipiell die Grenzen ihrer Anwendung zu kennen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Seinsphilosophie | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Warum wir alle an Verschwörungstheorien glauben РWas können wir wissen?

Conspiracy 2

Pizzagate ist die Theorie, dass die „Eliten“ uns bereits √ľber ma√ügebliche Ver√§nderungen informieren, so dass wir weniger schockiert sind, wenn es dann passiert. Se√Īor Supersol2016 [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Das Problem an Verschw√∂rungstheorien ist nicht, dass einige Weltentr√ľckte sich um versponnene Theorien begeistern. Das Problem ist, dass wir fast alle an Verschw√∂rungstheorien glauben. In diesem Artikel m√∂chte ich erkl√§ren, warum dies der Fall ist.

In einem dunklen, dunklen Wald steht ein dunkles, dunkles Haus und in diesem dunklen, dunklen Haus ist eine dunkle, dunkle Treppe und hinter dieser dunklen, dunklen Treppe ist ein dunkles, dunkles Zimmer und in diesem dunklen, dunklen Zimmer sitzt ein alter, wei√üer Mann.¬† Er sitzt neben einer Lampe, deren Schirm mit Menschenhaut √ľberzogen ist und sein Stuhl ist aus Menschenknochen gemacht. Er grinst und zeigt dir seine gelben Z√§hne, w√§hrend er an einem roten Telefon telefoniert. Ein altes Schnurtelefon, denn ein Handy benutzt er nicht, da er sehr wohl √ľber die Strahlung und ihre manipulierende Wirkung Bescheid wei√ü. Sein Ziel: Er will Frauen unterdr√ľcken, das Proletariat klein halten, die Gewerkschaften zerschlagen, er will ausbeuten und den Planeten zerst√∂ren. Er nimmt den Untergang der Zivilisation billigend in Kauf, denn er will nur seinen Managerbonus und dass seine Freunde noch mehr Milliarden an sich rei√üen. Buahahaha. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Grenzen der Philosophie, Grenzen der Politikphilosophie, Grenzen der Wahrheit | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Die Grenzen des Kochens – Sternek√ľche und Philosophie

Ern√§hrungsdruck bestimmt uns seit unserer Kindheit: Mund auf, ad√§quates Nahrungsprodukt infiltriet den Mundraum, Bewertung, schlucken, repeat, ges√§ttigt.¬†Verwerflich ist daran nichts, allerdings w√ľrde eine Ern√§hrungspille f√ľr diese Form des Menschseins gen√ľgen.

Soylent ist ein solches Produkt, wobei die Bewertung des Produkts durch Ern√§hrungswissenschaftler und nicht unsere Geschmacksnerven bestimmt wird.¬†Soylent als Zukunft des Essens¬†sei nach dem Erfinder f√ľr eine wachsende Weltpopulation geschaffen.¬† Alle N√§hrstoffe, die der K√∂rper bed√ľrfe seien in Soylent enthalten und aufbereitet f√ľr effiziente Nahrungsaufnahme.¬† Weiterlesen

Veröffentlicht unter Philosophie des Kochens | Verschlagwortet mit , , | 5 Kommentare

Grenzen der Kunst – Zur Philosophie von Material und Fortschritt

1972, Umberto Mariani, Joseph Beuys, Jean Pierre Van Tieghem, Documenta 5, Kassel
Mariani [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]


Kunst konnte sich in ihrer heutigen Profession nur entwickeln, weil mit der Zeit Materialien g√ľnstiger wurden. Erst die verschiedenen Materialien erm√∂glichten Malern ihr Potenzial auf Leinw√§nden in einfach verf√ľgbaren Farben zu entfalten. H√∂hlenmaler mussten im Gegensatz sich in einer technisch beschr√§nkten Gestaltungsdimension orientieren. Die Frage nach der Beziehung von Material und Kunst ist daher eine Frage ihrer Geschichte und ihrer M√∂glichkeiten. Dabei mussten H√∂hlenmaler bereits Verst√§ndnis f√ľr technische Abfolgen entwickelt haben:

„Meist wird die Hand als Schablone auf die Wand gelegt, und mit der oben beschriebenen Verspr√ľhtechnik wird  Farbe aus  Holzkohle,  R√∂tel  oder  Ocker, mit Wasser anger√ľhrt, auf die Wand gespr√ľht.“ (Wikipedia)

Weiterlesen
Veröffentlicht unter Philosophie & Kulturgrenzen, Philosophie & Kunstgrenzen | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Serienempfehlung: Better Call Saul

Ich habe gerade Better Call Saul beendet der Spin-off (Ableger) der erfolgreichen Dramaserie Breaking Bad. Vom philosophischen Standpunkt her, geht es darum, wie unser Umfeld und unsere Ambitionen uns zum Schlechten bewegen k√∂nnen. In Breaking Bad zum Beispiel kann ein Chemielehrer seine Tumortherapie nicht bezahlen. Das Amerikanisches Krankenkassensystem! Daraufhin beginnt er mit einem Sch√ľler Chrystal Meth zu kochen und es zu verkaufen.

Crystal Meth
Ein Amphetamin mit hohem Abhängigkeitspotential. Bildnachweis: Radspunk [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], from Wikimedia Commons

In kurzer Zeit steigt er zum Drogenbaron „Heisenberg“ auf. Aus einem harmlosen Lehrer, der eigentlich nur seine Tumortherapie bezahlen will, wird so ein skrupelloser Killer.

Das w√§re dann die Serie, wenn Breaking Bad in Canada spielen w√ľrde. Dort wird die Behandlung schlicht von den Kassen √ľbernommen.
Weiterlesen
Veröffentlicht unter Grenzen der Philosophie | Hinterlasse einen Kommentar

Ein Gesichtsverbrechen √ľber das die USA streiten

Seit kurzem hat ein Gesichtsverbrechen die USA ‚ersch√ľttert‘ und zeigt ‚wie gespalten das Land ist.‘ Eigentlich aber zeigt es nicht die Spaltung des Landes, sondern deutet Probleme der sogenannten Schwarmintelligenz an, die leider h√§ufig auch nur ein Herdentrampeln ist. Es geht darum, dass Teenager, einige davon mit Make-America-Great-Again-Basecaps (MAGA), einen Ureinwohner Amerikas bel√§stigt haben sollen.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Grenzen der Politikphilosophie, Philosophie & Kulturgrenzen | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

Von der Globalisierung und dem Verschwinden unserer Kultur – Interview mit Alfred Eisleben

Ich bin wieder zur√ľck in Deutschland. Derzeit f√ľhre ich ein paar Interviews und konzentriere mich aufs Publizieren. So wird ein Artikel von mir zur Sloterdijk-Habermas-Debatte in Philosophy Today erscheinen.

Alfred Eisleben

Hier ist ein Interview-Ausschnitt von Gespr√§chen, die ich derzeit mit dem Philosophen Alfred Eisleben f√ľhre. Es geht um den Zustand unserer Kultur:

Norman Schultz: Glauben Sie, es gibt unsere Zeit noch?

Alfred Eisleben: Ich bin nicht der J√ľngste, aber ich habe manchmal das Gef√ľhl, dass bis in die 90er noch ein distinktives Lebensgef√ľhl vorherrschte. Sicher war dies auch eine mit Plattit√ľden √ľbers√§ttigte Kultur, doch ab ab dem Jahr 2005 setzte eine Art internationale Multiplizit√§t ein: Keine gemeinsame Musik, eine unglaubliche Diversifizierung in unendliche Subkulturen, so dass Subkulturen selbst verschwanden.

Norman Schultz: Das heißt, es gibt unsere Zeit nicht mehr?

Alfred Eisleben: Enzensberger sagte schon, dass die Realit√§t ein P√ľree sei. Wom√∂glich ist es aber so, dass wir unsere Zeit erst mit Abstand erkennen. Wir sind einfach zu nah am Bild, um im Bild zu sein.

Norman Schultz: Aber könnten wir nicht sagen, dass unsere Zeit gerade in der Diversifizierung besteht?

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Grenzen der Philosophie | Hinterlasse einen Kommentar

DoktorUpgrade – Auf der Suche nach neuen Ideen

Vor ungefähr 6 Jahren habe ich meine Doktorarbeit in den Vereinigten Staaten begonnen. Zunächst mit einer Assistentenstelle, später dann mit einer Ergänzungsstelle (adjunct professor). Genug zum Leben.

Mit dem Abschluss meiner Dissertation bin ich froh, dass Pittsburgh mittlerweile als das Zentrum der Philosophie gilt. Ich bin froh, dass ich meine Dissertation zu einigen der zentralen Figuren der heutigen Philosophie- Geschichte schreiben konnte und ich bin dankbar, ich bin wirklich dankbar, dass ich das Leben in Amerika erleben durfte. Ich habe gesehen wie Obama President geworden ist und ich habe auch gesehen, wie Trump ihn abgelöst hat. Das sind gut 10 Jahre Erfahrungen aus erster Hand in einem Land, das so gespalten ist, wie kein Zweites.

Mein Dissertationskommitee. Dean Swindal, Dr. Selcer und Dr. Rockmore. Ich bin sehr froh, dass Dr. Rockmore es von der Beijing university geschaft hat, meine Dissertation zu besuchen.

Und nun? Weiterlesen

Veröffentlicht unter Grenzen der Wahrheit, Philosophie | 1 Kommentar