Blogparade – gegen sexualisierte Gewalt – Bitte weiter Bloggen!

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Die Öffentlichkeit der Verbrechen suchen Foto:JarleR Jarle Refsnes

Fälle wie die des Jürgen Scherr sind dramatisch. Von seinem Großvater seit dem vierten Lebensjahr gefoltert, wird Menschen wie Jürgen Scherr ein geregeltes Leben auf immer versagt. Mehrere Mordversuche, Missbrauch jeglichen Vertrauens, sexualisierte Gewalt von mehreren Tätern an Kindergruppen machen auch nicht Betroffene betroffen. Um so tragischer, dass unsere Gesellschaft kaum diese Vergehen zur Sprache bringt und die Täter nicht zur Verantwortung zieht. Dies ist ein Verbrechen, das die Gesellschaft an sich selbst verübt. Wo werden an journalistischer Stelle diese Geschichten aufgearbeitet? Aber nich nur dass unsere Gesellschaft die Straftaten nicht zur Sprache bringt, auch unsere Justiz bringt die Täter nicht vor Gericht und gesteht den Betroffenen keine “angemessenen” Entschädigungszahlungen zu. Ein zweiter entwürdigender Kampf der Betroffenen mit den Behörden beginnt.

Wegen der massiven Schädigungen in der Kindheit sind die Betroffenen oftmals nicht in der Lage ein geregeltes Leben zu führen. Die Folgen sind Schwerbehinderung, geringe Renten und Altersarmut. Dies ist nicht gerecht.

Aber nicht nur die Schwere der Taten muss im Mittelpunkt stehen, von denen nach Auskunft des Ärzteblattes 1,9 Prozent der Kinder betroffen sind. Auch die dort genannt “minder” schweren Straftaten haben dieselbe psychische Belastung für die Betroffenen. Vor allem die wiederholte sexualisierte Gewalt im kindlichen Umfeld, der Missbrauch des Vertrauens schädigt tief. Daher sind die Zahlen dramatisch. 12,6 Prozent unserer Gesellschaft sind Betroffene und haben mit den schweren Folgeerkrankungen zu kämpfen, wofür unsere Gesellschaft nicht einmal bereit ist, ein vernünftiges therapeutisches Angebot zu schaffen.

Aufgrund der mangelnden Aufarbeitung können Täterzahlen nur grob geschätzt werden. Die geringen Zahlen an Verurteilten zeigen aber, dass unsere Justiz diese Vergehen nicht wirklich interessiert (vgl. http://www.bpb.de/files/O92PEY.pdf). Um so wichtiger ist es daher, dass sich Betroffene zusammenschließen. Sexualisierte Gewalt gegen Kinder ist ein Verbrechen, was nicht einfach nur hier oder dort mal passiert, sondern es durchsetzt unsere Gesellschaft. Daher möchte ich darum bitten in einer Blogparade Vergehen zu dokumentieren, weiter zu reichen, öffentlich bekannt zu machen oder anderweitig auf netzwerkB zu verweisen. Wie ich dies bereits in den Beiträgen zur multiplen Persönlichkeit mit Sophie Stein gemeinsam tat, möchte ich darum bitten, Blogbeiträge zu diesem Thema bis zum 01. September einzureichen und auf www.netzwerkB.org zu verlinken. Ob indirekt oder direkt betroffen, wir teilen dieselbe Gesellschaft, die so nur eine kranke Gesellschaft sein kann.

Das Thema des Blogbeitrags zur sexualisierten Gewalt ist euch weitesgehend frei gestellt, ich möchte allerdings darum bitten, auf die Abstimung zum so genannten Panterpreis der TAZ zu verweisen und dazu aufzurufen für Norbert Denef und das von ihm gegründete netzwerkB zu stimmen. Wie glaubt ihr kann sich die Gesellschaft hier nachhaltig ändern. Wo seht ihr das Problem. Wie könnte Betroffenen geholfen werden? Warum reagiert die Politik nicht? Es ist an keiner Stelle einfacher etwas zu verändern, wenn wir einfach unsere Aufmerksamkeit auf die Täter richten und uns für den Schutz der Betroffenen einsetzen. Daher hoffe ich, auf rege Beteiligung, denn eins ist wichtig: Das Thema darf so lange nicht aus unserem Fokus verschwinden, so lange noch Täterunter uns sind.

unverbindliche Bedingungen der Blogparade:

- Bitte sendet mir euren Beitrag in einem Kommentar

- Verlinkt auf www.netzwerkB.org und auf die Abstimmung zum TAZ-Preis bis zum 01. September

- Bitte fordert andere Blogger auf, sich an dieser Blogparade zu beteiligen und so das Thema als gesellschaftliches Problem, in den Vordergrund zu rücken.

Aber auch wenn ihr keinen Blog habt, solltet ihr für netzwerkB und Norbert Denef stimmen:

Bis zum 3. September 2011 könnt ihr noch wählen.

STIMMEN SIE AB…

In diesem letzten Abschnitt möchte ich nochmal auf die Wichtigkeit dieser Beiträge verweisen. Ich möchte zeigen, dass es sich um ein noch bei weitem unterschätztes gesellschaftliches Problem handelt:

Nach Angaben des statistischen Bundesamt gibt es im Jahr 2010 937 Veruteilte wegen schwerem sexuellem Missbrauch (http://www.bpb.de/files/O92PEY.pdf). Vergleichen wir diese Zahlen im Hinblick auf die erwähnten 1,9 Prozent schweren sexuellem Missbrauch und gehen wir davon aus, dass nicht nur diese spezifische Kohorte (die Jugendlichen bis 14 Jahren) in der Weise betroffen ist, so können wir 2.132.000 Betroffene schwerer sexualisierter Gewalt allein in Deutschland schätzen. Allein diese erste sehr grobe Schätzung zeigt ein schweres Missverhältnis zwischen tatsächlich Betroffenen und Verurteilten. Nun kommt erschwerend hinzu, dass die gerichtliche Abschätzung von schwerer sexualisierter Gewalt keineswegs ebenso schwere Vergehen hinzuzählt wie beispielsweise die sexualisierte Gewalt, die sich über Jahre hinweg zieht, mit angeblich minderschweren Folgen, da physisch nicht ersichtlich. Auch hier besteht ein grobes Missverhältnis. Betroffenenverbände gehen hier von weit über 10 Millionen Betroffenen sexualisierter Gewalt in der gesamten Bundesrepublik aus. Auch das Ärzteblatt listet 12,6 Prozent. Hierbei handelt es nicht um kleinere Vergehen, sondern all zu oft auch um jahrelange sexualisierte Gewalt, die schwere Traumata zur Folge hat. Die Zahlen von Verurteilten stehen auch hier in einem groben Missverhältnis. An der geringen Zahl von nur 4 440 Inhaftierten wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung können wir ablesen, dass unsere Gesellschaft sich in extremer Schieflage befindet. Schätzen wir wiederrum ganz grob, dass für jeden Betroffenen ein Täter in Frage kommt und dass Verurteilte 10 Jahre im Durchschnitt in Haft sind, so haben kommen wir auf eine Tataufdeckung von 0.2 Prozent (Hierbei handelt es sich um einen ersten groben Schätzversuch. Genauere statistische Berechnungen müssten folgen.) Diese Zahlen sollten uns alarmieren, denn es wird offensichtlich, dass unsere Gesellschaft so gut wie nichts gegen sexualisierte Gewalt unternimmt und dies sollten wir ändern. Daher bitte ich nochmals um Beiträge auch von Blogs, die sich bisher nicht mit diesem Thema beschäftigt haben.

Vielen Dank Norman Schultz

Blogbeiträge: Einen ersten Beitrag hat Maja von Pusteblumenbaby verfasst, die nochmals darauf hinweist, dass es wichtig ist, dieses Thema in der Öffentlichkeit zu halten. Vielen Dank

Gabi von Ostseemimi hat auch mitgemacht bei der Blogparade gegen sexualisierte Gewalt: http://ostseemimi.wordpress.com/2011/08/29/mach-mit-bei-der-blogparade/

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