Filmempfehlung „Edge of Tomorrow“

Wir motivieren uns ständig morgen ein besseres Leben zu führen. Im Alltag aber vaporisiert sich das neugegründete Selbstbewusstsein. Die beständige Reinkarnation des Besseren in uns, ist eine Art Unabhängigkeitserklärung an den Körper, aber doch fallen wir zurück hinter die fleischigen Gardinen einer vom Schweinehund dominierten Unterwelt. Tiny Habits so verspricht nun die Verhaltensforschung würde uns darüber hinaus bringen (Hier mein Artikel dazu).

Das Thema aber begegnet uns auch in Tom Cruise neuen Film „Edge of Tomorrow“. Aufgrund von Feigheit wird dort Major William Cage zum Fußsoldaten degradiert. Er wird in eine unausweichliche Schlacht gegen einen übermächtigen, außerirdischen Gegner hineingeschickt. [SPOILER: Dieser übermächtige Gegner kann die Zeit zurücksetzen, und ist dadurch eben im Kampf unbesiegbar]. Doch zunächst unerklärlich erlangt Cage eben diese Kräfte durch ein Siegfriedbad im Alienblut und findet sich nun im selben Tag immer und immer wieder. Doch obwohl er dabei nahezu unbesiegbar wird, seinen Tod kann er nicht verhindern.

Womöglich schafft es Cruise in diesem Film häufiger als Sean Bean zu sterben.

Nun Sean Bean ist ein lebendiger Spoiler, in jedem Film stirbt er seinen Helden.

„Edge of Tomorrow“ jedenfalls ist keineswegs G$dzilla, der nur auf eine ewig gleiche Kriegsrethorik setzt, um die Amerikaner für einen Durchhaltekrieg an der Ostfront zu mobilisieren. In „Edge of Tomorrow“ es um das „täglich sterbende Murmeltier (Quelle). Der Film zeigt eher die Probleme unserer Alltagwelt auf und wie wir danach verlangen einen Übermenschen in uns zu formen.

Wie im Film „Und täglich grüsst das Murmeltier“ handelt dieser Film daher auch vom Menschen, der durch Wiederholung Stärke erlangt. Letztlich führt diese Stärkung auch auf den aristotelischen Pfad der Tugend und macht aus dem Feigling einen Helden.

Ned's Corner in Movie Groundhog day at Woodstock, IL

Wer erkennt diese Szenerie? Und täglich stirbt das Murmeltier: By HrAtsuo (Own work) CC0 via wikimedia

Die Frage jedoch besteht: Kann eine Zeitschleife einen besseren Menschen aus uns machen? Warum arbeiten wir nicht in unserem alltäglichen Leben, das sich ja ständig wiederholt, an unseren Fähigkeiten und Tugenden? Die Filme werfen also die Frage auf, wie wir prinzipiell unser Alltags-ich stärken.

Der Film „Edge of Tomorrow“ ist für mich bisher einer der besten Sci-Fi-Filme des Jahres, humorvoll, spannend, intelligente Story.

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Norman Schultz

Neubrandenburg 2014

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Eine Antwort auf Filmempfehlung „Edge of Tomorrow“

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