Trivia, Donald Trump, Waterboarding, Oscars und mehr: Unphilosophischer Bericht aus Pittsburgh – Meine Woche in 5 Punkten

Ashok und Ben demonstrieren unser neues Hover-Board

1. Trivia-Erfolge

Amerika ist die optimistische Alpha-Kultur, die das Banale zum h√∂chsten Gut erkl√§rt und seri√∂se Fragen wie zum Beispiel Klimawandel Europa √ľberl√§sst. Dem Banalen werden Oscars und Grammies verliehen und auf Superbowlparties feiern die Amies ihre Skand√§lchen mit Beyonce. Ansonsten h√§lt der Amerikaner gerne die die Hand auf der Herz-Brust. Ganz ehrlich, erst letzte Woche habe ich mir ein LaCrosse-Spiel unserer Duquesne Frauen angeschaut. Durchweg blond standen sie am Anfang mit der Hand auf dem Herz und lauschten der Nationalhymne. Das wird hier bei jedem Spiel sogar bei der Jugend zelebriert.

Deswegen gibt es auch Trivias, also Spiele, bei denen man banale Fragen zu einer eigentlich banalen Kultur beantworten muss. Es gibt Trivias nat√ľrlich auch in Deutschland, aber die Amerikaner waren wom√∂glich die ersten, die das Triviale zum Aush√§ngeschild ihrer Kultur umfunktioniert und kommerzialisiert haben (noch vor Herr Tutorial). In Amerika ist Trivia keineswegs trivial, sondern eine ernste Angelegenheit und deswegen haben wir bei unserem letzten gro√üen Erfolg v√∂llig √ľberraschend
ein Hoverboard gewonnen.

Bis zu dem Zeitpunkt als wir die Treppen hinaufstiegen, wussten wir nicht, dass es √ľberhaupt etwas zu gewinnen gab.

Nat√ľrlich haben wir hierf√ľr ein Team einzigartiger Individuen zusammengestellt, so dass wir einen m√∂glichst breiten trivialen Bereich abdeckten. Roly, Experte f√ľr asiatische Kultur, und Go-Spieler, Ellen, Ballett√§nzerin, Cellospielering und Philosophin, Ashok, Statistik in Berkley studiert und Sportenthusiast, Ben, Krebsforscher, Ian, ehemals beim Milit√§r und Globetrotter, meine Wenigkeit und John Harvey.

The smartes man of Pittsburgh

 

John Harvey unser Mann f√ľr ernste Angelegenheiten. Er spricht flie√üen Deutsch, Franz√∂sisch und √ľbersetzt fehlerlos Latein und Griechisch. Er ist beseelt in Mathematik, Geschichte, Chemie, Biologie, Physik und allen anderen Wissenschaften, die interessant sind und ist nat√ľrlich auch Professor f√ľr Philosophie. Als der Moderator verk√ľndete, dass die n√§chste Frage zur Antike w√§re, jubelten wir bereits und ich begann Johns Schultern zu massieren. John parierte die Frage (die ich √ľberhaupt nicht beantworten konnte und deswegen vergessen habe) selbstbewusst mit Attila. John wusste alles √ľber Attila und und zog ein selbstverfasstes Theatherst√ľck aus der Tasche zu ziehen, betitelt mit „Attila, der Hunnenk√∂nig“.

Nicht nur die Hoverboards hovern

 

Doch das ist nicht die ganze Geschichte. Nat√ľrlich waren wir zu sp√§t in der Bar, weil das Trivia in einer anderen Bar gecancelt war und wir verpassten eine ganze Runde (aus 6 Runden a drei Fragen). Wir holten aber Runde um Runda auf. In der finalen Frage konnte ich mit meinem exorbitanten Tom Cruise Wissen gl√§nzen (mein ganzes Leben bel√§chelt daf√ľr, dass ich¬†Tom Cruise Filme als gut einstufte). Wir setzten volle Punkte und zogen mit der letzten Frage an die Spitze und gewannen mit einem Punkt Vorsprung ein Hoverboard im Wert von 300 Dollar, das Ian dann gleich im Anschluss die Treppe hinunter schmiss. Nun fahren wir in meiner WG t√§glich mit dem Hoverboard durch das Haus. Und billig sind die Dinger nicht:


2. Nicht ganz so trivial: Der Wahlkampf wird heiß

Die rhetorische Verrohung feiert die Befreiung von den Fesseln der politischen Korrektheit und sinkt dabei ins banale Stammtischgebrabbel. In den sozialen Medien b√ľndeln die Gerade-so-Alphabetisierten ihre Energien und setzen die klassischen Demokratieorgane unter Druck. Das Internet wird zum globalen Stammtisch und als Alternative zur intellektualisierten L√ľgenpresse gefeiert. Sarah Palin will so zum Beispiel Terroristen mit Waterboarding taufen und erntet daf√ľr den erwarteten Social-Media-Applaus.

Nat√ľrlich ergibt die Aussage keinen Sinn. Werden Menschen etwa durch derart Taufen zu Terroristen? Oder anders herum, haben sie mit Waterboarding die Chance Christ zu sein? Vergibt sie ihnen damit die S√ľnden? √Ąhnliches Entr√ľcktheit gilt dann auch f√ľr Donald Trump, der gerne noch weitere Techniken einf√ľhren m√∂chte und Waterboarding als zu sanft einstuft.

Der Trend geht also dank Social Media dahin, dass sich nicht nur Wissen vermehrt, sondern auch Dummheit potenziert. Wer daher Verschw√∂rungstheorien unterst√ľtzt und sich zuvor nicht mit Wissenschaftstheorie auseinandersetzt, der unterst√ľtzt eben auch die Stammtischparolen.

3. Journaling

Neben diesen Lebensereignissen empfehle ich dringensT mit dem Journaling zu beginnen.  Mein Journal folgt dabei einer bestimmten Routine. Wahrscheinlich interessant anzusehen, ein paar Beispiele.

Hier ist die beste Einleitung, was so ein Journal erreichen kann. Es geht dabei vor allem um den Aufbau. Ein Journal hat den Vorteil, dass es nicht wie ein Planer jeden Tag einzeln gef√ľhrt werden muss.

Das folgende Journal ist absolut √ľberw√§ltigend und sicher nicht notwendig f√ľr den Beginner, aber es zeigt, was damit in der Zukunft m√∂glich ist.

Der Vorteil eines selbstentworfenen Journals ist die Flexibilität und es verfährt kontinuierlich. Lässt man es einen Tag aus, so geht es eben den nächsten Tag weiter. Ebenfalls eine wunderbare Idee ist ein Kinderjournal. Hier das Beispiel eines Vaters, der all die Lebensereignisse seines Sohnes festgehalten hat, erklärt von seinem Sohn. Wirklich emotional, leider alles auf English.

Hier ein etwas weniger elaboriertes Modell, das gute Ideen enth√§lt, die man f√ľr sein eigenes Journal im Hinblick auf die Struktur nutzen kann.

Bei Amazon gibt es ganz gute Produkte. Beim letzten sieht man, dass es nicht so √ľbersichtlich war. Ich glaube, dass es auch an den K√§stchen liegt. Beim Bulletjournal ist liniert ganz sinnvoll und man kann damit auch wunderbar seine Schrift √ľben.

 

4. Oscarparty

N√§chste Woche Sonntag finden die Oscars statt und wir organisieren daf√ľr bereits unsere Oscarparty. Es gibt einen roten Teppich. Und wer die meisten Oscarvorhersagen macht gewinnt unseren kleinen Oscar.

 

Gemein wie ich bin, hoffe ich insgeheim, dass Leonardo DiCaprio nicht den Oscar gewinnt. Aber nehmen wir an, er gewinnt ihn sein ganzes Leben nicht und dann machen sie einen Film √ľber diesen guten Schauspieler, der niemals den Oscar gewann und dann gewinnt ihn der Schauspieler, der ihn in diesem Film spielt. Das w√§re eine Tragik des Lebens und der Stoff aus dem gute Geschichten sind.

Ach und zum Film Deadpool. Der Film passt zu oben erw√§hnten Stammtischparolen, denn er besticht vor allem darauf Witze im Vulg√§r- und F√§kalbereich auszuschlachten und dabei mit diesem Image auch noch zu kokettieren. Im Grunde ist Deadpool ein platter Actionrei√üer zur√ľckgeschrumpft auf Bud Spencer und Terence Hill-Humor. Nicht das Bud Spencer und Terence Hill-Filme schlecht w√§ren, aber sie geh√∂ren eher in den Bereich des wirklich Trivialen.

Krankheit

Letzter Punkt: ich war mal wieder krank, aber mittlerweile verstehe ich mehr worum es geht. Der Grund warum ich krank war, ist nicht notwendig eine Infektion, sondern kann zu gro√üen Teilen durch Stress bedingt. Was mir nun im weiteren aufgefallen ist, dass ich ca. 2 mal im Jahr f√ľr jeweils 3 Tage krank bin. Das ist ein absolut normaler Wert und nicht bedenklich, allerdings merke ich, dass es immer genau der gleiche Ablauf ist. Erst Jucken nachts meine Ohren, der Hals schmerzt etwas, und dann f√§ngt meine Nase unnormal an zu laufen. Einen Tag sp√§ter habe ich leichten Husten. Wenn ich sofort meine Nase mit Schnupfenspray behandle schwillt nichts mehr an und auch das Fieber h√§lt sich in Grenzen. Ich lutsche gute Halsbonbons, was vielleicht meinen Hals etwas desinfiziert und nicht viel zur Ausbreitung der Keime beitr√§gt und ich trinke viel Wasser. Fr√ľher waren diese Infekte viel schlimmer, was auch daran liegen mag, dass ich mittlerweile kalt dusche, jeden Tag mit dem Fahrrad einen Berg erklimme und nebenbei noch laufen gehe. Au√üerdem habe ich mein Fr√ľhst√ľck und Mittag standardisiert, so dass immer Gem√ľse auf dem Essensplan steht. Da der Ablauf meiner Krankheiten jedoch immer derselbe ist, habe ich nun folgende These: Da unser K√∂rper mit vielen Bakterienkulturen besiedelt ist, l√∂sen bestimmte Infektionen ein Ungleichgewicht aus, so dass bestimmte Bakterienkulturen in meinem K√∂rper, oder meinetwegen auch Viren, sich rasant vermehren und vom K√∂rper nicht mehr im Gleichgewicht gehalten werden. Dieses f√ľhrt dann zu der immer gleichen Krankheit. Man k√∂nnte es auch eine Immunschw√§che nennen. Ich will mich also in Zukunft darauf konzentrieren, diese Krankheit zu bek√§mpfen, die ich offenbar chronisch habe, so dass es im Alter nicht schlimmer wird.

Warum erz√§hle ich das? Nun ich glaube in diesem Sinne an Naturheilverfahren, aber nicht an Hom√∂opathie. Hierzu ist wieder eine Meta-Studie erschienen, die feststellt, dass Hom√∂opathie nicht wirkt. Aber die L√ľgenwissenschaft ist ja von der L√ľgenpresse gekauft und Donald Trum wei√ü auch, dass man Kinder nicht impfen sollte.

Das war’s. Wenn ihr mir anderweitig folgen wollt, dann added mich doch bitte bei¬†Facebook¬†oder¬†tretet der¬†Facebookgruppe¬†oder der Googleplus Gruppe oben rechts bei. Ein¬†RSS-Feed¬†ist nat√ľrlich auch vorhanden. Ansonsten k√∂nnt ihr mich gerne anschreiben oder einen konstruktiven (!) Kommentar hinterlassen.

Norman Schultz

Pittsburgh, Februar 2016

 

 

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