Fukushima: UN-Mandat für Katastrophenschutz als Kriegseinsatz zum Bau eines Sarkophags

Der Bau eines Sarkophags steht aus. Ohne Menschenleben zu opfern, lässt sich der Schaden nicht mehr begrenzen. Wer sollte dieses übernehmen? Diese Fragen habe ich schon in meinen letzten Beiträgen dokumentiert. Am Samstag morgen habe ich diese Fragen nach den Liquidatoren bereits gestellt: Wer arbeitet nun im Reaktor, Liquidatoren verzweifelt gesucht. Zudem habe ich gestern dargestellt, dass es nun darauf ankommt, dass Wenige versuchen Viele zu retten: Arbeiter im Atomkraft in Fukushima – Das Leben der Vielen wiegt mehr als das Leben der Wenigen. Hierzu habe ich folgende Umfrage erstellt:


Diese Umfrage wird freundlicherweise von SocSur – Der Umfragen Community ermöglicht.
Nähere Infos und Regeln zur Teilnahme an Umfragen findest du auf deren Seite.

Nun muss meines Erachtens ein weltweiter Hilfseinsatz für den Kampf gegen die Strahlung folgen. Ob die Japaner dieses wollen, ist die Frage. Die stolzen Japaner fürchten womöglich ihr Gesicht zu verlieren, aber dieses wäre dramatisch. Wir brauchen die UN im Katastrophengebiet, um eine Strahlung für ganz Asien begrenzen zu können.

Schauen wir uns die Lage an:
Die 50 verbliebenen Arbeiter kämpfen ihren verlorenen Kampf. So heldenhaft diese Versuche sind, es ist nun notwendig weiträumig zu evakuieren. Der Kampf der Arbeiter ist nur noch Schadensbegrenzung, um die Folgen der Kernschmelze zu minimieren. Machen wir es uns klar: In Japan entsteht gerade langsam und bedächtig ein hochradioaktiv verseuchtes Gebiet. Die Kühlflüssigkeiten die Japan nun aus Nordkorea ordert, erscheinen mir daher dazu da, die bevorstehende Schmelze so zu begrenzen, dass die Folgen geringer sind. Dass die Schmelze verhinderbar ist, glauben wohl nur noch wenige. So haben auch die Amerikaner Löschmittel geschickt, in der Taz findet sich dazu folgendes Zitat: „Diese Löschmittel sind sicher Borsalze, die man nach einer solchen Explosion aus einem Hubschrauber abwerfen könnte, um eine atomare Kettenreaktion zu verhindern.“ (http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/das-ist-nur-noch-sterbehilfe/) Meine Vermutung ist also, dass diese Borsalze einfach nur noch einschränken sollen. Diese können aus Hubschraubern abgekippt werden und das Umfeld für den Bau eines Sarkophages bereiten. Der Bau eines bzw. von 5 Sarkophagen muss damit jetzt beginnen. Diese Einsicht stellt damit eine Herausforderung nicht nur für Japan und auch nicht mehr nur für Asien, sondern für die gesamte Welt.
Die spärlichen Informationen über diese Lage deuten auf Selbiges hin. Krisenmanagement bedeutet, alle Informationen sofort an die Öffentlichkeit zu leiten. Katastrophenmanagement, scheibchenweise zu informieren, um Evakuierungsmaßnahmen vorzubereiten. Erst am Freitag wird wahrscheinlich über das gesamte Ausmaß aufgeklärt werden. Dieses ist in der Katastrophenforschung der Kulminationspunkt. Wir können also annehmen, dass der Krisenstab von der Katastrophe ausgeht. Dies bedeutet eben zwei Dinge: Evakuierung und Bau eines Sarkophags.
Evakuierung:
In Tschernobyl gab es Städte, die zwar 300 km entfernt waren, aber dennoch verstrahlt worden sind. Tokyo ist 250 km von Fukushima entfernt. Nun ist es utopisch 40 Millionen Menschen (immerhin die Hälfte der deutschen Bevölkerung) zu evakuieren. Wo sollten diese untergebracht werden? Aber was soll mit ihnen umgekehrt passieren? 40 Millionen Strahlungskranke sind genauso schwer zu verwinden. Also unter allen erdenklichen Mitteln evakuieren.
Bau eines Sarkophags:
Die Bedienungsmannschaften werden geopfert und es fragt sich, was sie in Fukushima noch erhalten können. Worum geht es ihnen? Im Grunde können sie nur die Auswirkungen der Kernschmelze begrenzen. Ich schätze die Lage so ein, dass einige Reaktoren bereits aufgegeben worden sind und es nun darum geht, die anderen so gut wie möglich zu erhalten. Dieses begrenzt die Strahlung und macht den Bau eines Sarkophages „leichter“. Unter den Arbeitern opfern auch amerikanische U.S. Militärs ihr Leben. Warum? Auch die Amerikaner haben Angst vor einer Wolke, dennoch denke ich auch, dass es sich um eine Form der Solidarität handelt, die über Landesgrenzen und Nationalitäten hinaus geht. Die Menschheit überwindet ihre individuellen und nationalen Grenzen. Dieses bedarf es nun. Es sollten weltweit Freiwillige aufgerufen werden. Auch die Einbeziehung anderer Staaten ist hier sinnvoll. So haben die Russen schon Erfahrung im Umgang mit einer solchen Katastrophe. Das zynische Resultat heißt aber dennoch: Ohne Menschen, die ihr Leben opfern, wird es nicht gehen (vgl. http://diepresse.com/home/panorama/welt/642122/Die-50-Helden-von-Fukushima) http://www.alexeimakartsev.de/blog/index.php ). Ob diese Opfer Freiwillige sind oder das Militär herangezogen wird, ist der Knackpunkt. Was wenn es nicht genug Freiwillige gibt? Nach den Strahlungswerten zu urteilen, müssten die Arbeiter in Fukushima jetzt schon so stark verstrahlt sein, dass statistisch 50% von diesen in den nächsten 30 Tagen sterben werden (http://de.wikipedia.org/wiki/Strahlenkrankheit). Ein Einsatz des Militärs würde demzufolge bedeuten, dass viele sterben werden. Es handelt sich also um einen Kriegseinsatz. (Was bereits anlaufen sollte: Ich gehe nicht davon aus, dass genügend Ausrüstung für Strahlenvorfälle vorhanden ist. Zumindest sollten die Militärs weltweit mit ihrer Ausrüstung spenden.)

Aufgabe der Staatssouveränität für das Katastrophengebiet:
Es muss doch gefragt werden, warum das Militär nicht schon viel früher die Kontrolle über die Reaktoren übernommen hat. Es muss auch gefragt werden, warum es so unmöglich war neue Notstromaggregate in die Region zu bringen. Diese Fragen gelten aber nun für eine Nachkatastrophenzeit. Tatsächlich muss nun das zögerlichen Handeln beendet werden. Die lebensverlängernde Maßnahmen eines im Sterben liegenden Reaktors dienen nur noch der Vorbereitung der Schadensbegrenzung. Japans gemächliche Teezeremonie führt zum Gesichtsverlust, denn sie hätten längst nach weltweiter, internationaler Hilfe anfragen müssen. Allein konsequent wäre es nun, die Staatssouveränität für das Katastrophengebiet aufzugeben und den Katastrophenfall der UN zu übergeben, so dass nun der Bau eines Sarkophages unter internationaler Beteiligung und Aufbietung aller Ressourcen beginnen kann. Das verstrahlte Areal bedarf vieler Arbeitskräfte und natürlich ist es fragwürdig, wer dort hin soll. Es handelt sich jedoch, so wie es Prof. Lengenfels gestern im Heute-Journal feststellte, um einen Militäreinsatz wie im Kriegsfall. Soldaten müssen also zu den verseuchten Gebieten (wenn es keine Freiwilligen gibt) und so gut wie möglich aufräumen, um die Verstrahlung zu begrenzen und eine beständig strahlende Gefahrenzone, die ganz Asien auf Dauer verseuchen könnte, einzudämmen.

Ergänzung: 16.03.11 15:12 Uhr: Mittlerweile hat das Militär das Wasser in den Reaktorschütten wieder ausgesetzt, da die Strahlung zu hoch ist. Somit stellt sich die Frage, was mit der verstrahlten Gegend passiert.

Frage: Könnte nicht aus Angst vor radioaktiven Wolken der Himmel gereinigt werden? Wenn Peking den Himmel während der olympischen Spiele gesäubert hatte, um „sauberes“ Wetter zu bekommen, so müsste dies doch auch in Japan möglich sein. Dieses könnte doch radioaktive Wolken verhindern oder? Ich weiß es nciht, bitte kommentiert, wenn ihr Informationen hierzu oder zum Bau des Sarkophags habt. Danke.
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