Archiv fü Kategorie Grenzen des Körpers

Wie Körper tanzen – Philosophie und Bewegung

4. August 2012


Ben Aaron war gerade dabei, den Sport zu suchen, der unsere Muskeln wie Unkraut sprießen lässt, aber dabei so locker ist, wie auf der Couch Schokolade auszupacken. Tiefsinnend ging er durch die Straßen, dann jedoch sah er einen Mann, der ihm im lockeren Tanzschritt entgegen kam. Aaron tat das, was jeder vernünftige Mensch in dieser Situation tun würde: Er tanzte mit.

Dancing on the beach

William James [Public domain or Public domain

Nach einigen Minuten der ausgelassenen Bewegungen, tanzte der Mann seinen Weg einsam weiter und auch Ben Aaron war wieder allein. In der Folge stellte er das Video von diesem Dancewalker ins Internet. Überall auf der Welt fingen die Menschen plötzlich an zu dance-walken.

Philosophie und der Zerfall zwischen Körperwahrnehmung und Körperbeherrschung

Nichts hat die Philosophie vor größere Probleme gestellt als der Zerfall zwischen Körpererfahrung (Empirie) und Körperüberwindung (rationale Metaphysik). Der Körper ein Vollrausch an Hormonen einerseits, andererseits eine Instanz, die von ganz woanders her mit Askese überwunden und kontrolliert werden will. Der Körper ist einerseits das empirische Faktum, dass sich wie ein Streichholz an der Welt entzündet und dem Gehirn Signale sendet, auf der anderen Seite kann das Gehirn über den Körper hinaus: Es kann die Welt denken (oder haben Sie schonmal die Welt gesehen), es kann ideale Gegenstände wie Quadrate ersinnen oder es kann über die Unendlichkeit nachdenken, die der Körper wohl auch kaum erfahren hat. Die Schnittstelle zwischen Geist und Welt, zwischen Willen und Erfahrung ist der Körper. Dieser Körper will dann einerseits als Körper genossen sein, andererseits als Körper beherrscht werden. Beim Tanzen gibt es daher zweierlei Ausprägungen dieses Körperdenkens.

Der Körper als Instrument des Geistes

Unser Körper ist ein Instrument: Laufen bedeutet beispielsweise irgendwie den fallenden Körper, doch in seinem Fall zu steuern und zu verstehen, ein Schritt folgt nach dem anderen. Im Vergleich von dem gezielten Fall von A nach B ist Tanzen dabei noch eine erweiternde Dimension der Steuerung. Wir könnten es allerdings so verstehen, dass wir versuchen jeder Körperbewegung ein Gewicht und einen Ausdruck nach außen zu geben. Jede Bewegung soll noch mehr an unsere Bewusstheit herangrenzen und keine Bewegung soll mehr dem Nichts entspringen, sondern zumindest durch unsere Planung auf ein Ziel hingesteuert sein. So wie alle Effizienzschulen hat der Tanz dann das Ziel, den Moment im Leben zu steuern. So ist der Tanz der direkte Ausdruck von durchdachtem Körpersein. Lesen Sie den gesamten Eintrag »

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Philosophie der Freiheit: Wie wir in die Welt eingeschlossen sind und zu den Auswegen aus der Taubblindheit durch Sprache

12. Februar 2012
Trapped

Was erfahren Taubblinde? CC_Foto: ElNegroChupy

Wie tief reicht also unsere Behinderung? Wie stark sind wir alle eingeschränkt? Mit dieser philosophischen Frage haben wir uns in den letzten Beträgen beschäftigt:

Ich hatte also eine Philosophie der Behinderung vorgeschlagen, in der wir uns ganz existential unserer eigenen Behinderungen bewusst werden. Es ist daher eine Philosophie, weil die ursprünglichste Erkenntnisgrenze, die eigene Behinderung durch Vorstellung ist. Diese Philosophie will ich allerdings keineswegs negativ verstehe, denn auch die Horizonte der Behinderung, sind die Sehnsüchte der Reisenden, die das Land nach den Grenzen durchkreuzen. Spezifischer müssen wir philosophisch das Verhältnis zur eigenen Grenze andenken und dies ist Philosophie. Aus diesem Grunde sind auch Taubblinde in der Lage Philosophie zu betreiben. Ich sage dies, weil ich als Schüler zu diesem Gedanken nicht fähig war. Dazu allerdings gleich mehr. Lesen Sie den gesamten Eintrag »

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Wie sich in der Behinderung die Seinsphilosophie entfaltet

2. Februar 2012
Discapacidad / Physical Disability

Ich bin dafür den Begriff "Mensch" durch den Begriff "Behinderter" zu ersetzen

Die durchschnittliche Körpernormalität ist eine gesellschaftlich-biologisch etablierte. Allein durch seine Abweichung stellt der Behinderte diese Körpernormalität jedoch philosophisch in Frage. Erst diese Differenz des Behinderten zum Menschen in uns macht uns zum Menschen. So ist letztlich auch der Durchschnittsmensch eine stete Abweichung seines selbst und als Behinderter zu erfassen. Wie ich dieses bereits ausführte sind wir alle behindert, die Frage ist nur in welcher Weise uns dieses bewusst ist und zur Philosophie wird. Daher spreche ich zwar über behinderte Menschen, meine aber die viel ursprünglichere Behinderung Mensch zu sein, die die Philosophie eines Transhumanismus beispielsweise zu überspringen versucht. Lesen Sie den gesamten Eintrag »

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Körperentgrenzen und Philosophie der Technik – Zur Verflechtung von Wirtschaft und Technik

24. Dezember 2011

Das mit Pflöcken nicht eingrenzbare Meer, so sah der Philosoph Aristoteles die Zukunft. Schon die Antike formulierte philosophisch explizite Technikkritik und diese Technikkritik dominiert auch zu großen Teilen eines meiner favourisierten und doch zumeist sehr philosophischen Genres, da es sich mit den Grenzen der Menschheit auseinandersetzt: Das Science-Fiction-Genre.

Die Einleitung von “Deus Ex: Human Revolution” ist meines Erachtens künstlerisch als auch philosophisch gelungen, so kombiniert der Film doch den Mythos des Ikarus und den philosophisch-wissenschaftlichen Forschergeist des 17. Jahrhunderts (ausgedrückt in dem berühmten Bild von RembrandtDie Anatomie des Dr. Tulpe“) mit dem Technikpessimismus der Gegenwart. Die philosophische Selbstüberschätzung einer sich über alle Grenzen hinwegsteigernden Menschheit wird hier Thema.

Rembrandts Anatomie des Dr. Tulp

Die Darstellung einer anatomischen Schauveranstaltung gemalt von Rembrandt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Stellung der Philosophie gegen Prothetisierung und genetisches Entgrenzen der Transhumanisten

24. Dezember 2011

In der Philosophie wird gegen die Phantasien der Prothetisierung und dem Entgrenzen des Körpers natürlich regelmäßig Stellung bezogen:

“Ob wir uns als verantwortliche Autoren einer eigenen Lebensgeschichte betrachten und uns gegenseitig als »ebenbürtige« Personen achten können, hängt in gewisser Weise auch davon ab, wie wir uns anthropologisch als Gattungswesen verstehen. Können wir die genetische Selbsttransformation der Gattung als Weg zur Steigerung der Autonomie des Einzelnen betrachten – oder werden wir auf diesem Wege das normative Selbstverständnis von Personen, die ihr eigenes Leben führen und sich gegenseitig die gleiche Achtung entgegenbringen, unterminieren?“ (Habermas. Die Zukunft der menschlichen Natur 2001:55)

Habermas verweist hiermit auf die Gefahren der Gentechnik, nämlich auf eine Unterminierung unseres Gattungsverständnisses. Im Weiteren versucht er dieses Gattungsverständnis aus der Art, wie wir Freiheit und Autonomie immer schon in der Kommunikationssituation voraussetzen, abzugewinnen. Genetische Manipulation würde dann nach Habermas den Ungeborenen, das Recht auf eine Zufälligkeit der eigenen Lebensbedingungen absprechen.

Das Argument ist meines Erachtens eher schlank, da Habermas in seiner Theorie Letztbegründung ablehnt (dies war das Thema meiner Magisterarbeit). Dass wir durch die Anwendung der genetischen Manipulation die Freiheit der Individuen nehmen, halte ich zudem für weit ausgeholt. Probleme ergeben sich eher, wenn wir überlegen, dass hier womöglich zwei Klassen-Gesellschaften entstehen werden: Menschen, die das Geld haben im genetischen Supermarkt shoppen zu gehen und denen, die dieses Geld nicht besitzen. Wir sehen ja heute schon, wie sich die Reichen immer mehr in die Sphäre der Schönheit verabschieden, während wir “Armen” unserem Altern im Spiegel hilflos zusehen müssen. Schönheit wird zunehmend bezahlbar. Wer würde es von diesen Menschen nicht danken, die Nase gleich vor der Geburt gestaltet haben zu bekommen (ui angesichts dieser neuen Techniken reicht wohl die Deutsche Grammatik nicht mal aus, um adäquat pränatale Eingriffe zu beschreiben). Es ist für mich daher eher ein Gerechigkeitsproblem.

Die Transhumanisten

Die Phantasien aber gehen weiter: In den 60ern als ja die Forschung noch relativ unbedarft operierte, schlugen US-amerikanische Mediziner vor, den Menschen an die Atmosphäre des Weltalls anzupassen. Eine für mich ästhetische Idee im Übrigen, dass Menschen durch die lebensfeindlichen Weiten des Weltalls spazieren. Warum nicht auch organisch technische Raumschiffe? In Wikipedia heißt es hierzu:

“Mit Hilfe von biochemischen, physiologischen und elektronischen Modifikationen sollten Menschen als „selbstregulierende Mensch-Maschinen-Systeme“ im Weltraum überlebensfähig sein.” (http://de.wikipedia.org/wiki/Cyborg#cite_note-4)

Wir gehen also einer immer größeren biologischen Umrüstung des Universums entgegen, insofern wir diesen schon hochgerüsteten Gedanken nochmals extrapolieren. Nicht nur ein Universum, was mit Menschen bevölkert ist, sondern ein Universum, das in Gänze dem menschlichen Leib unter seiner Verfügungsgewalt angeeignet worden ist.

Die Transhumanisten formulieren es hierzu wie folgt:

„Wir können höhere Gipfel erklimmen, wenn wir nur unsere Intelligenz, unsere Entschlossenheit und unseren Optimismus dafür einsetzen, die menschliche Puppe zu durchstoßen. Die Evolution hat trotz unserer Bemühungen unser Verhalten in bestimmte Richtungen geleitet, die in unser Gehirn eingearbeitet sind. Unsere Körper und Gehirne beschränken unsere Kapazitäten.(Max More: Vom biologischen Menschen zum posthumanen Wesen)

Das uns umschließende Gattungswesen “Mensch” mit seiner begrenzten Vernunft, soll nun also wie eine alte Actionfigur aus den 70ern bei Seite gelegt werden, wie eine Hülle abgestreift werden.

Auf zum Übermenschen?

Ich möchte dazu soviel sagen: Angesichts der realen Probleme muss der Zukunftschor noch nicht angestimmt werden. Zunächst stellt sich die Frage, ob eine Gesellschaft Gentechnik überhaupt verantworten kann. Die Extropianer, wie sich die Transhumanisten auch nennen, wollen eine neue Philosophie für das neue Millenium kreieren, fragen aber nicht, ob wir überhaupt schon für ihre Technikphantasien moralisch bereit sind. Es leitet mich folgende Intuition: Wenn die Atombombe 10 Jahre früher erfunden worden wäre und das in Deutschland, dann… Technik ist nicht per se etwas schlechtes, ob wir jedoch das technisch Machbare auch mit den gegenwärtigen Mitteln der Vernunft einholen können, bleibt unbeantwortet. Die Teleologien der post-, trans- oder Was-auch-immer-Humanisten jedenfalls verlieren über ihre Idealvorstellungen hinaus, die Bodenhaftung. Metaphysische Zielsetzungen lassen vergessen, dass das Sein immer noch ungeklärt vor ihren Füßen liegt. Warum sollte ein bevölkertes Universum die viel dringendere Sinnfrage nach dem Sein lösen? Ich gehe zwar nicht soweit wie Habermas und bezeichne Science Fiction als Jugendträume pubertierender Philsophen, denn ich lasse mich gerne von den Fragen des Menschenmöglichen faszinieren, lehne aber eine biologische Steigerungsinterpretation von zum Beispiel Nietzsches Lehre vom Übermenschen ab.

“Ich lehre euch den Übermenschen. Der Mensch ist etwas, das überwunden werden soll. Was habt ihr getan, ihn zu überwinden?” (Friedrich Nietzsche “Also sprach Zarathustra”)

Ob die Überwindung des Menschen hier als eine technische Bestückung des Humanum beziehungsweise eine Humanisierung des Universums gemeint ist oder aber die Überwindung als ein Aufstieg zur Moral interpretiert wird, unterscheidet zwischen naivem Science-Fiction und ernstzunehmender Zukunftsforschung. Naiv an die Wunder der Technik zu glauben jedenfalls, halte ich nicht für den Weg. Dennoch aber zu fragen, ob wir mit der Technik nicht zu einer besseren Gesellschaft im Rahmen des Moralischen kommen können, ist für mich ein wesentliches Element einer jeden Vernunft.

Was kann Technik bewirken?

Wenn wir den Menschen also als eine Puppe betrachten, die durchstoßen werden muss, so müssen wir sehr wohl auch fragen, ob wir uns mit dem Durchstoßen nicht selbst auch verlieren, vielleicht religiös betrachtet, einen letzten Seinsfunken in uns auslöschen und das Feuer der Seele, das sich vielleicht in uns gefangen hat, durch ein barbarisches System ersticken. Die Risiken, und da hat Habermas wohl recht, sind groß.

Die Metapher der zu durchstoßenden Puppe jedoch bringt uns zurück zu der Zukunftsmusik, die alle 80 Jährigen mit schlecht funktionierender, künstlicher Hüfte hoffen lässt: Steve Austin, astronaut, a man barely alive, eine alte Actionfigur aus den 70er Jahren mit künstlichen Beinen. Dennoch 60 Meilen pro Stunde in der Spitze würde Usain Bolt mit 4 Sekunden auf 100 Metern wie eine Schnecke zurücklassen.

schaut euch einfach an, wie Bolt schon vor dem Sieg feiert ;)

Steve Austin ist aber tatsächlich eine Puppe aus der Mottenkiste, eine abgewetzte Spielfigur der 70er. Dennoch kämpft er als ewig Laufender für das Gute, eine Zielbestimmung, die sich aus keiner Technik ableiten lässt, ein Gedanke, der nur aus Freiheit hervorgebracht werden kann. Daher bewundern wir Steve Austin immer noch.

Wie steht es also mit der Prothetisierung der Menschen? Steve Austin, der Mann mit der künstlichen Hüfte und den bionischen Beinen würde zumindest jede Paralympics gewinnen. Und womöglich werden wir Zukunft bei Behindertensportarten bessere Leistungen sehen, als bei Olympia. Dies ist wohl die erste Veränderung, der wir entgegen gehen. Wann werden also die ersten Menschen ihre Beine abnehmen lassen, um bessere Beine zu bekommen?

Egal, denn wer hätte etwas dagegen, wenn es so ästhetisch aussieht wie bei Steve Austin. Also bis zum nächsten mal und unten im Kasten den Blog abonnieren und bitte weiterempfehlen.

Hollywood und ein bisschen Philosophie – “Real Steel” – ein neuer Robotermovie

16. Oktober 2011
My Transformers Sticker 自製變形金剛貼紙

Die kommerziellen Transformersticker sehen beinah wie ein echter Warhol aus (CC_Bild: damonhendrix)

Mein Philosophieprofessor aus Pittsburgh gab mir mal auf einer Institutsparty zu verstehen, dass er keine Filme schaue und der einzige Film, der ihm gefiel “Mamma Mia” war. Dies aber auch nur wegen der schönen Landschaft. Entgegen vieler elitärer Philosophen bin ich allerdings dem Hollywoodkino keineswegs abgeneigt.

Natürlich gibt es immer wieder Aufstöhnen, wenn das Medium Film mal einen hochphilosophischen Stoff eben zum Medium Film heruntertransformiert. Troja mag ein solches Beispiel sein. Aber wie sollte auch ein langwieriger, zäher Krieg, der natürlich besser zu Papier zu bringen als zu visualisieren ist, auch mit Detailtreue filmisch erzählt werden? Der Dramaturgie einer anderen Erzählform, die der Film nun mal darstellt, muss doch entsprochen werden. Dies erreichte Troja meines Erachtens, indem der klassische Stoff nachvollziehbar abgewandelt worden ist, ohne aber den Grundgestus zu beschädigen.

Der Witz ist ja dabei, dass das Gehabe von selbsternannten Philosophen zumeist auf keiner Erfahrung fußt. Viele merkten beispielsweise an, dass der Film “Troja” jawohl etwas sehr frei nach Homers Vorlage wäre, obwohl sie diesen niemals gelesen hatten. Die Kritik ist verfehlt. Gehe ich in einen Film, vergesse ich die Bücher. So sah ich in dem Film “Troja”  auch großartige Momente, die meiner Vorstellung vom griechisch-philosophischen Pathos entsprachen. Der Film ist immer noch einer meiner Favouriten (vielleicht habe ich ihn aber in einem emotionalen Moment auch falsch abgespeichert).

Um es kurz zu machen Hollywoodfilme wirken auf mich oftmals auch als Philosophen inspirierend. Nun bin ich natürlich kein Naivling und wünsche mir vieles in Hollywoodfilmen oftmals anders und ich befürworte keineswegs alle Hollywoodfilme. Ich kann mir auch einige altmodische Streifen mit langsamer Erzähltechnik anschauen, aber Hollywood entspricht zumeist genau meinem Sinn wie sich eine Handlung entwickeln sollte, damit sie mich nicht langweilt. Wie bei anderen Autoren auch, gibt es natürlich in Hollywood viel Ausschuss. Wie es allerdings bei allen großen Genies und Philosophen war, so entschied oftmals nicht der einzelne kreative Moment über den Erfolg, sondern die unablässige Arbeit. Ausschuss gehört notwendig zum Produktionsvolumen der Großen. So gibt es viel Schrott in Hollywood, darunter aber sind die besten Filme überhaupt zu finden.

Was mich philosophisch an Hollywood besonders interessiert, ist der Umgang mit Science-Fiction. Philosophie Roboter und Zukunft faszinieren mich, seitdem ich klein bin. Hier konfrontiert Hollywood oftmals mit moralischen Dilemmata, die wir uns im Alltag noch nicht vorstellen mögen. Eugenik findet ja beispielsweise in kleinen Laboren in Kalifornien statt, haben in ihrem möglichen Ausmaß noch keineswegs das Bewusstsein der Menschheit erreicht. Dies aber schafft Hollywood. Gerade das literarisch belächelte Genre der Science-Fiction nimmt sich dieser philosophischen Stoffe an. Es finden sich technikkritische Machwerke bis hin zu technikoptimistischen Stücken. Einer der platteren Produzenten ist hierfür wohl Michael Bay, der immer wieder mit hirnlosen Actionkrachern aufwartet. Transformers, eine Actionspielfigurenreihe, für die dann eine TV-Serie produziert worden ist, scheint daher für ihn wie gemacht.

Die Philosophie von Transformers

Die Transformers vom Planeten Cybertron sind eine Maschinenrasse, die ihren Krieg auf den Planeten Erde auslagern musste, da ihr Heimatplanet so gut wie zerstört ist. Diese Rasse spaltet sich in zwei Lager, den Autobots, die das Leben an sich schätzen und die freiheitliche Selbstbestimmung verteidigen und den Decepticons, die das Recht des Stärkeren propagieren und das Leben beherrschen wollen. Der Konflikt ist also philosophisch simpel zwischen Gut und Böse bestimmt. Im Hinblick auf die Philosophie gibt es hier sicher bessere Filme. Dennoch ist der übertriebene Pathos mit der Betonung auf die Freiheit kein zu unterschätzendes Erziehungsideal, auch wenn die Lösung der Probleme in der Regel durch Gewalt erreicht wird und sich im simplen Kampf zwischen Gut und Böse erschöpft. Der Kampf für das Gute ist in diesen Heldenepen seit der Neuzeit immer wieder genug Motivation (während es bei den Griechen noch um Dinge wie Ruhm, Ehre oder Eitelkeit und einhergehender Zerrissenheit zwischen den verschiedenen Ansprüchen ging). Vielleicht hat sich auch nach Kants philosophischer Intervention das Gute als Selbstzweck in der Literatur durchgesetzt? Auch die Entdeckung des Guten und Bösen hat wohl eine eigene Kulturgeschichte, die in Transformers einen ihrer Ausläufer ausweist.

Natürlich ist es für die Dramaturgie notwendig, dass gerade das Gute einen aussichtslosen Kampf führt, der eigentlich nicht zu gewinnen scheint. Das Gute allerdings wird ganz philosophisch gegen alle Widerstände verteidigt, da der Selbstzweck nicht den Sieg des Guten voraussetzt, sondern einfach nur die Ablehnung des Bösen bereits als Erfolg begreift.

Ganz aber trifft die Michael-Bay-Philosophie nicht auf den Transformers-”Epos” zu. Gerade in den Marvelcomics ist Optimus Prime, der Anführer der Autobots und der letztverbliebene Prime, von Selbstzweifeln bestimmt; Selbstzweifel, überhaupt einen Kampf mit den Decepticons führen zu müssen. Die Comicreihe bietet also hier die interessanteren philosophischen Abgründe. Optimus Prime hätte mehrfach den Decepticons das Licht auspusten können, aufgrund der Naivität des Guten in ihm tat er es nie. Gnade ist immer ein Grund, warum die Guten am Ende doch in Teufels Küche kommen. Daher war es wohl sehr schockierend, dass Optimus Prime bereits im zweiten Teil der Transformersreihe von Michael Bays Reihe sterben musste. Doch aber nachvollziehbar: Er hätte ja die Philosophie von Gut und Böse mit seinen Selbstzweifeln gefährdet.

Da der Film nun selbst ein Kassenerfolg war, lag es nah, die Fortsetzungen zu drehen. Wir leben schließlich im Zeitalter der Fortsetzung wie es in der Philosophie schon als postmoderner Charakter der ewigen Wiederholung des Gleichen bestimmt worden ist. Deswegen wurde Optimus Prime dann doch nochmal reinkarniert und steht ohne Selbstzweifel im Kampf gegen das Böse, so dass Michael Bay ihn am Ende auch Megatron (den bösen Obermakker) abschlachten lässt.

Philosophie der Rekombination (Der Film “Real Steel”)

Ab und braucht aber auch Hollywood neues Material. Daher optimiert man schnell alte, erfolgreiche Stoffe. So auch bei dem neuen Film mit Hugh Jackman ”Real Steel”. Im Grunde genommen schnell komponiert. Man nehme: Die Oscartragödie um den Unterschichtenaufstiegsboxer Rocky, der den Fallobsttitelkampf gegen Apollo Creed zuerkannt bekommt, damit dieser sich feiern lassen kann.

Hinzu kommt die tragische Geschichte zwischen einem Vater und einem Sohn hinzu, die um ein sportliches Event des Armdrückens herum sich wiederfinden

Nun machen wir aus Rocky einen Underdogroboter im Robotwar im Kampf um den Weltmeisterschaftstitel. Dieser wird ferngesteuert vom erfolglosen, aber ehrlichen Unterschichtenvater, der hierüber seinen Oberschichtensohn von seiner Oberschichtenmutti zurückgewinnen kann und fertig ist der nächste Hollywoodklischeefilm

Gefällt ein solcher Film nun? Ich weiß es nicht. Allerdings finde ich es faszinierend, dass mittlerweile Roboter auch schon dem guten alten Boxhandwerk die Arbeitsplätze wegnehmen. Zumindest aber erreichen diese Roboter, dass Papi und Sohnemann wieder zueinander finden. Hach und kann Klischee denn Sünde sein?

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Grenzen des Sports – Philosophie der Selbststeigerung

26. August 2011

Das waren ungefähr 52 Meter. Tatsächlich werden andere Springer als Weltrekordhalter gelistet, wobei hier anzumerken ist, dass diese sich die Beine brachen. Viele glauben ja, das Problem sei die Wasseroberfläche und der Mensch müsste nur geschmeidig in die Wassermenge eindringen. Tatsächlich aber ist das Problem, dass der Springer das Wasser auch verdrängen muss, das Wasser hat dafür aber eine zu hohe Dichte. Je höher die Geschwindigkeit desto mehr wirkt sich die Wassermasse auf den Körper aus. Die Luft drückt es beispielsweise aus den Lungen, so dass Ohnmacht und Ertrinken auch keine Seltenheit sind. Bei 50 Metern muss der Springer von mehr als 100 km/h auf 0 reduzieren, was bei der Verdrängung des Wassers eine enorme Belastung für den Körper darstellt. Daher halte ich auch nur einen Weltrekord für bemerkenswert, wenn dieser ohne Verletzungen erfolgt wie bei Dana Kunze. Die englische Wikipedia hingegen zitiert den Fall von Harry Froboess, der angeblich aus 110 Metern von einem Zeppelin aus in den Bodensee gesprungen sei und damit immer noch im Guinessbuch der Rekorde gezählt werde:

Friedrich Harald August Froboess (1899 – 1985) born on 10.23.1899 in Dresden, Germany, was a German stunt diver, and high diver. Diving from an early age, his mother taught him to be a “jumping fish” and his father taught him gymnastics. Froboess won many championships. He did stunt doubling for many stars in silent film. In the end he could only compete with himself jumping from higher and higher bridges and towers into water, finally culminating in a jumped 361 feet (110 m) into Lake Constance from the airship Graf Hindenburg on June 22, 1936. This record still stands in the Guinness book of records. http://en.wikipedia.org/wiki/Harry_Froboess

Ich halte diesen Sprung für sehr unwahrscheinlich, allerdings lehrt die Seite wiki-how wie Stürze aus Höhen von 25 bis 75 Metern zu überleben seien. Bei der Anleitung irritiert mich Punkt 5, der vor allem empfiehlt “Relax!” Interessant ist auch, dass es eher wahrscheinlich ist, einen Sturz auf Land als auf Wasser aus unwahrscheinlichen Höhen zu überleben. Von den vielen Überlebenden solcher Stürze ist übrigens auch bekannt, dass die Mehrzahl der Selbstmörder es sich während des Sturzes nochmal anders überlegt.

Crater Lake

Sprünge aus hoher Höhe überleben? Foto: Andy Spearing

Lese ich diese Empfehlungen so kann ich mir wieder vorstellen, dass Frohbös tatsächlich diesen Sprung durchgeführt und überlebt hat. Dennoch sind die Grenzen des menschlichen Körpers weitesgehend ausgereizt, was sich auch darin zeigt, dass der Rekord im High Diving seit nunmehr 20 Jahren Bestand hat. Für die Philosophie des Sport kann die Augmentation des Höher, Schneller, Weiter daher nicht gelten, es sei denn Doping und bioprothetische Aufstockung gehört zur Philosophie eines Spitzensportlers. Unvorstellbar, dass sich Gesunde darauf einlassen. Wohl allein die Paralympics werden hier auftrumpfen. Es fragt sich nur, warum sich “Behinderte” in Zukunft die doch begrenzten Werkzeuge des Menschen bereitstellen lassen werden. Wie es auch schon Affen mit drei Armen gibt, werden hier wohl noch einige Überraschungen ins Haus stehen. Dem begrenzen Gedanken, dass nur Arme und Beine ersetzt werden, hatte ich ja schon in meinem letzten Artikel zur Philosophie der Prothetisierung eine denkbare Philosophie des Entgrenzens zur Seite gestellt, auch wenn dies durchaus kritisch geschah.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und nach wie vor würde ich mich freuen, wenn ihr den Artikel weiter gefällt, so er denn gefallen hat.

Norman Schultz

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Philosophie der biologisch-technischen Entgrenzung – weitere Gedanken zur Prothetisierung und Augmentation

26. August 2011

Das Video erhebt schlussendlich die Erfahrung zur neuen Realität. Das ist natürlich philosophisch betrachtet Unfug, da Erfahrungen gepaart mit dem Denken bereits Realität bilden und es ohne überhaupt keine Erkenntnis geben würde. Die Idee allerdings, dass Erfahrungen verkauft werden, erweist sich als interessant, inwiefern diese Erfahrungsverkäufe sich aber von simplen Drogendeals unterscheiden sollten, eröffnet der Film nicht. Ohnehin besteht die menschliche Lebensqualität nicht unbedingt darin, auf einer Vergangenheit als Traumkissen zu ruhen, sondern besteht in der menschlichen Freiheit, sich für verschiedene Zukunften entscheiden zu können. Drogen geben diese Möglichkeit nicht.

Entgrenzen der menschlichen Ausstattung (Prothetisierung)

Allerdings ist es auch schwierig über die Zukunft nachzudenken. Das Internet ist so zum Beispiel in den stolzesten Zukunftsvisionen der 50er nicht in Ansätzen aufgetaucht. Es lassen sich viele Dinge andenken, ob wir aber die Zukunft, welche der Philosoph Aristoteles als das grenzenlose Meer, das von keinen Pflöcken begrenzbar sei, ertasten, ist eine Frage, die nur in der Zeit ihre Antwort finden kann. Dennoch können wir mutmaßen, dass die Entgrenzen ganz andere Level erreichen werden. Bedenken wir die Entgrenzungen der plastischen Chirurgie und der verlorenen Furcht vor dem Skalpell, dann erscheint es schnell plausibel, dass sich die Fragen nach der menschlichen Konstitution verändern werden. So gibt es mittlerweile einen Menschen, der sich freiwillig die Hand hat abnehmen lassen hat, um eine bionische Hand zu erhalten.

Die Szenarien der 90er verwiesen ja noch auf einen Kampf zwischen Maschinen und Menschen. Die Gegenüberstellung zwischen einer entgrenzten Entwicklung der Maschinen und deren künstlicher Intelligenz kulminiert im damaligen Zukunftsdenken schließlich in einer letzten Schlacht. Die Dystopie erzählt von dem Drama, dass der Mensch aus seinem Lebensprinzip heraus, aus seiner einzigen Freiheit, eine Gewalt entwirft, die ihm sonst immer nur als Natur gegenüberstand. Die Unberechenbarkeit besteht in den nur kalkulierenden und rechnenden Maschinen, die der Mensch selbst entwickelte. Während in früheren Generationen noch die Natur der unbekannte Dämon war, so sind es in den 90ern die Maschinen, die einfach nur den Menschen vernichten wollen.

Aber warum will die Maschine vernichten? Warum die Biologie aus der Materie verdrängen? Nur um dann bis in alle Ewigkeit mit sich selbst Schach zu spielen? Ist die Frage nach der Zukunft nicht viel eher die Frage nach bereits erwähnter technisch-biologischer Verschmelzung?  So verfasste Susan Blackmore, bekannte Memforscherin, doch Folgendes:

“Überall um uns herum vermehren sich Techno- Meme und bereiten sich darauf vor, die Kontrolle zu übernehmen. Sie selbst wissen es nicht, denn sie sind einfach egoistische Replikatoren, und sie tun, was alle egoistischen Replikatoren tun: Sie lassen sich kopieren, wo immer und wann immer es geht, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen.”

Ahnungslose Blogger automatisieren bereits ihre Blogs, um das Web mit Informationen zu überschwemmen. Selbst dieser Blog wurde bereits auf English publiziert, ohne meine Erlaubnis. Es wird Content von Roboterarmeen produziert, von Programmen, die vernetzen und sinnlos vor sich hinbloggen. Nicht ohne Grund müsst ihr bereits überall diese Sicherheitsabfragen eingeben. Dennoch wird es kein Kampf zwischen Mensch und Maschine werden, denn die letzte Sinndimension hält noch der Mensch als Schöpfer aus Freiheit. In Ahnlehnung an Dawkins‘ Theorie von den Memen (das sind kulturelle Minimalinformationen, die allein durch Anwesenheit überleben – Beethovens erste Motivgruppe der fünften Synfonie zählt beispielsweise dazu) entwickelt Blackmore den Gedanken der Teme.

Blackmore sieht bereits das Zusammenspiel von Temen, Memen und Genen voraus. Daher ist es wahrscheinlicher, dass Menschen sich zu einer Symbiose mit Maschinen erweitern und die biologischen Grenzen zu geteiltem Wissen im Netz erweitern. Die Entgrenzung erfolgt daher in beide Richtung: sowohl in die technische als auch in die biologische Richtung. Die Freiheit des Menschen gewinnt mit der zunehmenden Kontrolle der Kausalität zunehmend mehr Spielräume im Universums bleibt aber auf das Universum zurückverwiesen. Das Universum gewinnt sich zunehmend am Menschen.

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Die Zukunft der Menschen? (Foto: steevithak)

Wie muss die Entgrenzung aber gedacht werden? Ist es eine bloße Replikation von Körperorganen, die den Organen selbst nachgeahmt werden oder steuern wir auf eine Welt der Individualkörper zu? Es ist gut denkbar, dass die angestammte Menschästhetik nicht alle Individuen als notwendig schön erachten, so beobachten wir ja auch vollständige Körpertätowierungen, die der Unfreiheit der menschlichen Haut ein ästhetisch künstliches Pendant entgegen setzen. Kugeln, die sich Menschen unter die Haut transplantieren und körperfeindliche Selbstverstümmlungsrituale offenbaren Wünsche, sich von fleischigen Manteln in Entgrenzung zu entledigen. Und hatte nicht auch schon Hugo Ball seine öffentliche Selbstverstümmlung als Entgrenzung des menschlichen Geistes gefeiert? Seine Philosophie lautete “Mit dem Herz auf der Stirn und der Tinte unter Haut”. Entgrenzen wir also schließlich mit der modernen Bionik die Sinne?

In einem Forum zur Frage was Blindheit sei, erklärte ein Blinder, was für ihn Sehen bedeute. Hinter seiner Blindheit dürften wir so keine schwarze Leere vermuten. Er erklärt, dass wir versuchen sollten, durch unseren Hinterkopf zu sehen. Was sehen wir also dabei? Dies wäre die Erfahrung eines Blinden. Und so müssen wir überlegen, dass unsere sinnliche Erfahrung entgrenzbar ist. Stellt euch vor, ihr habt nochmal ein drittes Auge und dann noch eine Auge und insgesamt einen Zirkel an Augen um euren Kopf herum. In der Folge Augen, die das Internet als Gegenwartsbewusstsein seiner selbst besitzt – überall. Nehmen wir an, eure gesamte Sinnlichkeit würde sich bewusst auf EINE räumliche Welt beziehen und diese Welt hätte keine Grenzen. Diese spezifische Welt wäre keine genuin menschliche mehr, aber vielleicht dem Wesen des menschlichen Geistes, der menschlichen Philosophie gemäß? Die Welt würde Wille werden. Ohne philosophisch-ethische Bedenken sind diese Gedanken nicht durchführbar (Dies war das Thema meiner Magisterarbeit). Sollen wir uns letztlich entgrenzen? Ist es vielleicht schließlich nur Lebensglück, das uns bestimmen sollte? Sollten wir in einer Philosophie der Enthaltsamkeit uns wieder um Lagerfeuer versammeln und in Höhlen wohnen? Ich glaube kaum und schließe daher mit Schopenhauer:

„Ein glückliches Leben ist unmöglich: das Höchste, was der Mensch erlangen kann, ist ein heroischer Lebenslauf.“ (Artur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung)

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Vielen Dank

Norman Schultz

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Grenzen des Körpers – Philosophie der Prothetisierung

22. August 2011


Es heißt, wenn die Frau aus den 70ern Steve Austin laufen sah, brauchte sie sofort eine Zigarette. Heute ist der 6 Millionen Mann als eine Ikone des Laufens in Zeitlupe bekannt. Steve Austin läuft an den Grenzen der menschlichen Leistungsfähigkeit. Wenn wir früher auf dem Schulhof miteinander rangelten, dann machten wir immer die obligatorisch futuristischen Geräusche, die stets den Gebrauch seiner bionischen Körperteile begleiteten: »TCHtchtchtch TCHtchtchtch«. Allein diese Studien zum Gebrauch von Bionik haben sich in unser kollektives Gedächtnis gebrannt. Aber noch mal zur Erinnerung: Wer war Steve Austin überhaupt?

Steve Austin, astronaut, a man barely alive. Gentleman! We can REBUILT him. We have the technology. We have the capabality to make the worlds FIRST Bionic man, Steve Austin will BE that man, better then he was before … BETTER! STRONGER! FASTER!

Nach einem lebensbedrohlichen Absturz hat Steve Austin schwere Verletzungen erlitten, doch anstatt ihm ein eingegrenztes Leben zuzumuten, entscheidet sich das amerikanische Militär, Steve Austin zu einem Cyborg erster Güte umzurüsten. Die Beine, der rechte Arm und sein Auge werden durch bionische Körperteile ersetzt und machen ihn zu einer unbesiegbaren Waffe, die nun als 6 Millionen Dollar Mann durch die 70er Jahre läuft.

Günstig, Günstig – Die 6 Millionen Dollar Familie (Bionik mit Rabatt)

„Moment mal!“ schießt es einem dabei durch den Kopf. „6 Millionen Dollar?“ Selbst wenn wir einen Inflationsrechner bemühen, dann würde Steve Austin heute 24 Millionen Dollar kosten, kaum vorstellbar bei den Preisen für künstliche Hüften schon. Doch tatsächlich, es geht noch billiger:

Eine ganze Familie also mit bionischer Ausstattung und das zum Schnäppchenpreis von 6 Millionen Dollar. Da fragt man sich doch, von welchem Trödelmarkt diese Teile zusammengekauft wurden. Hier das ganze noch mal wegen der guten Musik auf English:

Eines ist jedenfalls klar, die amerikanische Krankenversicherung ist dafür nicht aufgekommen. Zu dem Preis muss der „geniale Wissenschaftler“ wirklich genial gewesen sein. Er generierte mit den Mitteln und Möglichkeiten eine unschlagbare Elitekampftruppe. Nicht auszudenken, was er mit den 300 Milliarden Etat für die Verteidigung der USA anstellen würde.

Prothetisierung des Menschen (die Grenze der Körperphilosophien)

I am a cyborg

Gut, was soll das Ganze jetzt? An der Sache ist nun interessant, wie unbedarft wir eigentlich mit der Prothetisierung des Menschen umgehen. Im Grunde genommen fragt sich doch, inwiefern der Mensch eigentlich noch Mensch ist, wenn sein gesamter Körper einem Austausch von technischen Apparaturen zum Opfer gefallen ist oder überhaupt was von der äußeren Natur verändert werden kann, ohne die innnere Natur zu gefährden.

Soviel zur Klärung: Im Fall von Steve Austin und den Bionic Six haben wir es noch mit Cyborgs zu tun, die je nach dieser Definition übrigens 10% der heutigen amerikanischen Bevölkerung ausmachen (Siehe Hayles, K.: The Life Cycle of Cyborgs: Writing the Posthuman. In: Chris Hables Gray (Hrsg.): The Cyborg Handbook. New York/London 1995: 321–335). Wirklich schockierend ist das nicht. Demgegenüber aber waren die Bösen dieser Serien dann immer durch Androiden verkörpert, also reinen Robotern, die jedoch meist kaum mehr von Menschen zu unterscheiden waren. Der Terminator von James Cameron etwa symbolisierte die “Schreckensphantasie” einer gewissenlosen, gnadenlosen Kampfmaschine ohne moralischen Sinn, aber doch in Menschengestalt. Der philosophisch-moralische Gedanke, der sich hier verbirgt, ist der: So lange noch ein Mensch, die Apparaturen unter Kontrolle hat, die Technik nicht ihr Eigenleben entwickelt, kann die Welt funktionieren. Die simple Unterscheidung lautet: Gut ist der Mensch, die Technik aber Böse. So war auch der schockierenste Moment der 70er folgende 6-Millionen-Dollar-Mann-Episode:

Neben der grandiosen Musik von damals schauen wir uns den lächerlichen Kampf mit den weit ausholenden Schlägen der 70er an. Dennoch die Szene zählte damals zu den „high shocking moments“ wie aus einigen Kommentaren hervorgeht. Zum Beispiel:
“The episode where Steve knocks off the robot’s face was a very disturbing scene back in 1974 and scared me to death.”, “I literally panicked when I saw the faceless robot.” oder “I was just a tot when this aired but I remember having all sorts of faceless people in my dreams after watching that.”

Die gesichtslose Technik als Bedrohung

Die aufkommende Panik legt eine tiefe Verknüpfung zu unserem Gattungsverständnis nahe. Gesichtslose Roboter, die uns bis in die Träume hinein verfolgen, können doch nur Böses wollen, das heißt nicht nur uns, sondern uns als Menschen überhaupt vernichten. Gesichtslose Roboter sind nämlich bedrohlich, weil sie keine Menschen mehr sind. Sie haben nicht mal mehr Gesichter als Identifikationsflächen.

Welche unterschwelligen Minderwertigkeitsgefühle werden wohl transportiert, wenn wir einer größeren Macht hilflos unterlegen wären? So zehrt zum Beispiel Steven Spielgbergs Film “War of the Worlds” gerade doch davon, dass die Menschen mit all ihrer Technologie hilflos gegenüber einer anonymen (gesichtslosen), außerirdischen Macht stehen. Die Menschen werden ohne überhaupt zu erfahren warum, einfach nur vernichtet.

Die Philosophie der bedrohlichen Übertreibung aus der Zukunft

Die Serie “6 Million Dollar Man” versuchte diesen Status des spektakulär, befremdlich Futuristischen aufrecht zu erhalten und brachte immer abstrusere Geschichten hervor. Im Folgenden kann ich daher auch nicht den wohl abgedrehtesten Plot der Filmgeschichte vorenthalten:

Steve Austin verteidigt sich gegen Verdächtigungen. Außerirdische, die seit 250 Jahren hier seien, hätten sein Gedächtnis gelöscht und würden mit einem Augenblinzeln durch die Zeit reisen, nebenbei haben sie Big Foot entführt. Sie wollen Big Foot benutzen, um ein energetisches Schutzschild zu bauen. Darüberhinaus verabreichten sie Steve eine Wunderdroge (Neotraxin), was alle Krankheiten heilen kann. Zudem haben sie den Boran 3 gestohlen, der soweit ich mich erinnere, ein gefährlicher Super-Panzer war. Ach, ich will diesen super-abstrusen Brei nicht erklären. Seht selbst! Nur so viel voraus in der Grundschule ergab das alles Sinn:

Die Serie war im Übrigen viel erfolgreicher als Raumschiff Enterprise, die bereits nach 3 Jahren wegen mangelnder Quoten abgesetzt worden war. Die Absurdität hatte damals Konjunktur (was ich für heute auch nicht unbedingt leugnen will). Was mit den Science-Fiction-Serien aufkam, war die Idee, dass wenn wir aufgrund unserer Natur bestimmte Grenzen nicht überkommen können, dann doch wohl durch eine technische Ausstattung, die wir uns direkt implantieren. Die Philosophie der Prothetisierung war geboren. Damals machte ja noch die erste Herztransplantation Furore, die den Chirurgen in Amerika selbst zum Superstar werden ließ. Auch die künstliche Befruchtung gehörte neuerdings zum technisch Machbaren und daher zum medizinischen Inventar. Dementsprechend weit und ohne viel Beachtung von philosophisch-ethischen Aspekten gingen daher die Autoren auch mit einem meiner Lieblingscharakter vor: Dem Coolsten Typen überhaupt Goose von den GALAXY RANGERS:

Galaxy Rangers English

Galaxy Rangers Deutsch

Dass Shane Gooseman als genetische produzierte Lebensform aus dem Erbmaterial von Menschen gewonnen worden war, hatte damals kein Aufsehen erregt. Und es war eine Kindersendung. Goose entstammte einem genetischen Experiment der Regierung. Dabei konnte er sich vor einer Vergasung, die die Mutation bei den “Testobjekten” beschleunigen sollte, in Sicherheit bringen. Die anderen Testobjekte waren danach stärker, was ihre Fähigkeiten anbelangte, aber auch aggressiver und damit für das Militär nutzlos. Goose kam frei unter der Auflage, einer Spezialeinheit, den Galaxy Rangers, zu helfen, die neuen Grenzen der Galaxis zu verteidigen und die anderen Versuchsobjekte in die Gefangenschaft zu übergeben (die im Übrigen aus Einfrosten bestand). Goose, als genetisch überlegen, konnte nun seine äußere Gestalt kontrollieren und sich an die unterschiedlichsten lebensfeindlichen Milieus anpassen. Er konnte vor allem eine schier unbesiegbare Gestalt annehmen.

Philosophisch-Ethische Bedenken?

Wenn wir früher auf dem Schulhof wählten, wer wir denn von den Galaxy Rangers sein wollten, so wählten wir stets Goose, ohne überhaupt ethische Bedenken zu haben. Genetische Veränderung? Pah! Na klar, wollten wir diese haben. Warum nicht von seinen Eltern besser ausgestattet werden und schneller, höher, weiter kommen als alle anderen? Stattdessen haben wir einiges an Erbkrankheiten, krumme Nasen und Beine erhalten.

In meinem anderen Beitrag zur Die Stellung der Philosophie gegen Prothetisierung und genetisches Entgrenzen beleuchte ich die ethische Dimension dieser Fragestellung. Vor allem das Argument von Jürgen Habermas gegen genetische Modifikation und pränatale Selektion spielt dort eine Rolle.

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Philosophie und der Hunger – Ist Welthunger ein überschätztes Problem? (Teil 2)

20. März 2011

Umverteilung und kommunistische Revolution als Lösung?
Nach Wikipedia leben die meisten Hungernden in Asien und der Pazifikregion (524 Millionen), danach kommt Afrika südlich der Sahara mit 206 Millionen Hungernden. Lateinamerika hat noch 52 Millionen und der nahe Osten 38 Millionen. Die meisten Hungernden leben demnach in den Entwicklungsländern (820 Millionen). In den Schwellenländern seien es hingegen nur 25 Millionen, wobei es in den Industrieländern noch 9 Millionen Hungernde gibt.

Weltkarte des Hungers Quelle:wikimedia

Ich hatte bereits angedeutet, dass diese Zahlen zunächst nur geringfügig Aufschluss über das tatsächliche Problem des Hungers geben, denn da es “nur” 8,8 Millionen Hungertote gibt, so fragt sich doch, was uns diese Zahlen sagen sollen. 8,8 Millionen Hungertote im Jahr bedeutet nämlich “nur” 0,34% der Weltbevölkerung. Natürlich sind die absoluten Zahlen der tatsächlich Leidenden nicht zu vernachlässigen und es muss gelten, jeden vermeidbaren Tod eines Menschen zu verhindern, aber stellt es sich womöglich heraus, dass der Hungertod ein Randphänomen unserer Gesellschaft geworden ist und nicht mehr zu den Vorboten der Apokalypse gezählt werden muss? Wenn wir strukturell über 0,34% der Bevölkerung nachdenken, so dürfte sich bei der tatsächlichen Großräumigkeit der Welt dieses Problem schwerlich durch Spenden beheben lassen, denn die Frage ist: Wohin mit dem Geld? Umgekehrt wird eine Umverteilung der weltweiten Reichtümer von Superreichen vielleicht mehr Gerechtigkeit ermöglichen, wohl kaum aber ausreichen, um die Welt mit umfassendem Wohlstand zu versorgen. (Ich werde bei Gelegenheit konkrete Berechnungen dazu vorstellen. Mit relativ groben Schätzungen gehe ich davon aus, dass wir mit einer weltweiten Revolution und der Entmachtung der Reichen ungefähr 1000 Euro für jeden Erdenbürger im Jahr mehr zu Verfügung hätten, müsste dieses aber nochmal konkret überprüfen. Vielmehr springt zumindest nicht für den Einzelnen heraus. Es gibt leider sehr wenig Reichtumsforschung. Der kommunistische Gedanke aber, dass eine Umverteilung Wohlstand für alle bedeuten würde, ist meines Erachtens falsch. Wir würden stattdessen mehr Leistungsgerechtigkeit vielleicht herstellen können, ob dieses aber ungerechte Revolutionen mit Gewalt rechtfertigt, die mit viel Blutvergießen geführt werden müssten oder ob überhaupt der Aufwand einer Revolution mit den Resultaten aufgerechnet werden kann, habe ich in meine Überlegungen noch garnicht berücksichtigt. Es ist zumindest problematisch, Revolutionen zu fordern, auch wenn sie eine gerechtere Gesellschaft, als wir sie jetzt haben, erzeugen würden, denn Revolutionen sind teurer und der Ertrag ist gering.)

Planwirtschaftliche Vorhaben
Zunächst hört sich die Hungerdebatte sehr alarmierend an, doch wenn dann einer das Problem angehen will, so ist sogleich unklar, wo es angegangen werden soll. Es geht nämlich nicht um Nahrungslieferungen in Krisengebiete (die finden statt). Bei dem Problem des Welthungers geht es viel eher um die Frage eines Wirtschaftsprogramms für die ganze Welt und ob dieses überhaupt planwirtschaftlich gelöst werden kann. Die größte Hungerskatastrophe der Welt fand in China im Jahre 1959-61 statt. Da man dachte, dass eine zentrale Planungsstelle die vielen kleinen Ortschaften regulieren könnte und so große unnatürliche Umsiedlungsprojekte in Gang brachte, starben in der Folge ca 15 bis 45 Millionen Menschen (http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Sprung_nach_vorn).
“Der große Sprung nach vorn” entpuppte sich als einer der grausamsten Flops zentraler Planwirtschaft. Größere Hungerskatastrophen hatte die Welt zuvor noch nicht gesehen.

Die Parteien hatten durchaus positives im Sinn, doch auch der Glaube an die Kontrollierbarkeit der Staaten entspringt derselben Quelle wie der Glaube an die Kontrollierbarkeit der Natur.

Hier zeigt sich gerade der Vorteil einer freien Marktwirtschaft, dass der Einzelne nah dran ist und Risiken viel besser kalkulieren kann, weil er sie auch immer für sich selbst mitkalkuliert. 7 Milliarden Menschen können nun mal besser rechnen als eine zentrale Planungsstelle. Dass auf der anderen Seite eine vollkommen freie Marktwirtschaft dieses Prinzip wieder mit der Bildung von Großkonzernen und niemals rechtfertigbaren Gehältern ad absurdum führt, muss natürlich kritisiert werden. Die Zeschlagung von Kartellen ist hier überaus notwendig. Die Tatsache aber, dass eine vollkomen freie Marktwirtschaft nicht funktioniert, ist noch kein Grund auf die unsichtbare Hand der Selbstorganisation im unteren Bereich zu verzichten. Selbst Kuba geht nun diesen Weg der unteren Selbstorganisation. Damit aber müssen wir womöglich einsehen, dass die Hungerproblematik ebenso ein diffizielles, strukturelles Problem darstellt, das sich nicht durch Plakataktionen lösen lässt. Das Problem des Hungers ist meines Erachtens nur die Konsequenz der größten volkswirtschaftlichen Frage: Wie bauen wir eine gerechte und funktionierende Welt? Diese Frage lässt sich nicht allein mit dem Glauben an Umverteilung beantworten, sondern bedarf auch einer noch besseren funktionierenden Wirtschaft weltweit. Denn eines wird von den Linken oftmals vergessen: Die Wirtschaftlichkeit dient dem Menschen, indem Lebensbedingungen verbessert werden. Es muss nur verhindert werden, dass Einzelne Ungerechtigkeiten innerhalb dieses Systems ausnutzen. Aber gut auch diese Vorschläge sind grob und nur schemenhafte Skizzen, mir kommt es allerdings auch einfach nur darauf an Hunger nicht als das Ziel dunkler Männer im Hintergrund auszudeuten, sondern als ein Problem, das nur durch bessere Wirtschaftlichkeit beseitigt werden kann.

Bürgerkriege als Ursachen mangelnder Wirtschaftlichkeit in Afrika
Schnell werden für den Welthunger europäische Agrarsubventionen und Rohstoffspekulanten als Ursachen herangezogen. Diese vielleicht konkreten Ursachen erklären vielleicht, warum die Existenzbedingungen von Bauern in den Regionen bedroht sind, nicht aber, warum es zu Hunger als strukturellem Problem kommt, denn genug Nahrung gibt es auf der Welt. Wenn Essen günstiger produziert werden kann, dann ist es auch sinnvoll dieses zu tun, da so generell auch mehr Essen für alle Bevölkerungsschichten bereitgestellt werden kann. Die Wirtschaftskraft wird gestärkt, da mehr Arbeitskapazitäten für andere Arbeiten zur Verfügung stehen. Die Frage ist nur: Was machen die Afrikaner mit den komparativen Vorteilen? Sie investieren es in unnötige Kriege. Statt Investionen in Bildung zu tätigen, zerstören Bürgerkriege die Möglichkeit, die Gesellschaft fundamental vom bloßen Agrarproduzenten zu lösen. Und erst diese Abhängigkeit vom Agrarmarkt bedingt die unsicheren existentiellen Umstände. Hilfslieferungen von Nahrungsmitteln bringen da nicht weiter und auch nicht die Reduzierung von Agrarsubventionen (obwohl das natürlich gerecht wäre). Die Abhängigkeit bliebe dieselbe.

Es stellt sich bei der Hungerbekämpfung tatsächlich die Frage, wie sich die von Hunger bedrohten Gesellschaften strukturell verändern sollten. In der Moderne zeigt sich, dass gerade Länder, in denen es viele Rohstoffe gibt, Opfer von Bürgerkriegen werden. Die Frage der Verteilung der Rohstoffe überfordert zumeist die Regierungen und löst verschiedenste Konflikte zwischen den Staaten aus, die um große Rohstoffreserven konkurrieren. Die vielen verschiedenen Ethnien in den afrikanischen Staaten, die vielen Bevölkerungsschichten verursachen Bürgerkriege. Es könnte also sein, dass das Welthungerproblem in Afrika weniger mit einer postkolonialistischen Politik der Industriestaaten zu tun hat, als vielleicht vielmehr mit der Organisationskraft dieser Länder nach innen. Eine einheitliche Stimme Afrikas würde einiges nützen, dies setzt aber voraus, dass die vielen Länder lernen, Differenzen zu überwinden und sich als ein Kontinent zu begreifen. Gerade in den letzten Jahren zeigt sich ein Erstarken der wirtschaflichen Kraft in Afrika aufgrund genau dieser spärlichen Anfänge der Geschlossenheit. Wirtschaftlicher Aufschwung ist wie es Roslin gezeigt hat das beste Mittel gegen Armut, wie dieses allerdings durchzusetzen ist, lässt sich bei Millionen von Akteuren schwer berechnen und vorhersagen. Hier sollte niemand seinen eigenen Sachverstand überschätzen, denn die Interaktionen von Millionen von Menschen vorherzusagen, ist für den normalen Verstand ein Ding der Unmöglichkeit. Es ist aber genauso abstrus zu behaupten, dass einzelne Männer in Europa oder Amerika die Kleinhaltung dieser Staaten durchsetzen könnten. Natürlich gibt es Menschen, die ihre Interessen vertreten, ein einheitliches Afrika könnte aber weder von Amerikanern, von Russen, Europäern oder Chinesen unterdrückt werden.


Diese Umfrage wird freundlicherweise von SocSur – Der Umfragen Community ermöglicht.
Nähere Infos und Regeln zur Teilnahme an Umfragen findest du auf deren Seite.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Ich werde das Hungerproblem noch unter dem Aspekt des Hungerkünstlers behandeln. Zunächst aber war es mir wichtig, diesen Beitrag als Frage nach der Grenze der eigenen Existenz zu stellen und die Bedeutung des Hungers in einer modernen Gesellschaft zu hinterfragen. Dabei hat sich gezeigt, das Welthunger zunächst ein überschätztes Problem ist und zum Anderen ein Problem, das langfristiger Lösungsstrategien bedarf. Zumindest können wir meines Erachtens nicht behaupten, dass Probleme wie derzeit in Japan als akute Probleme medial ungerechtfertigt Aufmerksamkeit verlangen und Hunger aufgrund von Desinteresse unter den Tisch fallen. Ich freue mich über andere Meinungen, also kommentiert :)

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