Philosophie und Taubblindheit – Von der sinnlichen Hautwand in die Freiheit der Sprache
2. März 2012Philosophie schöpft ihre Begründung und Berechtigung aus Behinderung. In dem Unwissen unserer doch merkwürdigen Eingegrenztheit in unseren Körper jedoch versuchen wir zumeist, uns mit Wissen, Macht, Liebe oder weiß Gott etwas zu entgrenzen. Wir sehen die Behinderung nicht, die wir selbst sind. Die Auseinandersetzung mit den Grenzen ist allerdings unerlässlich für ein umfassendes, philosophisches Verständnis und so bleibt die Geiselnahme durch den Körper ein reduzierendes, wenngleich auch befreiendes Moment unseres Lebens, denn aus diesem Konflikt zwischen Determination durch die Welt und der Freiheit alle Kausalketten zu unterbrechen entspringt die Philosophie. Einerseits begrenzt der Körper und ist wie eine Wanne voll von Hormonen, taucht uns in Depressionen, Glückstaumel, Liebe und Hass; andererseits befreien wir uns in der tiefen philosophischen Reflexion von dem fleischigen Stück Determination, das wir sind.
Im Hinblick auf die Entgrenzung von unserem Körper verbleibt aber die Einsicht: Wir sind alle Krüppel. In diesem Sinne haben wir alle sehr ähnliche Horizonte, um uns der Philosophie zu nähern.
Und dennoch das Interesse für die Sache der Befreiung in der Philosophie unterscheidet uns. Der eine will Liebe, der andere Macht und nur die wenigen wollen Freiheit im Sinne einer Philosophie. Lesen Sie den gesamten Eintrag »










