Die verlorene Wahrheit – Von der Wertlosigkeit der Philosophie

Nicholas Rescher 2

Rescher, eine lebende Enzyclopädie, picture By Rescherpa (Own work) CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons


Ich hatte heute eine Unterhaltung mit Nicholas Rescher. Der Mann hat seine hundert B√ľcher und Tausende von Artikeln ver√∂ffentlicht. Hat zu dem ein Arsenal an Ehrendoktorw√ľrden (9). W√§re ich er, w√ľrde ich darauf bestehen, dass jeder, der mit mir spricht, diese Dr.Titel nennt und falls nicht, w√ľrde ich so tun, als h√∂rte ich ihn nicht.

Wie dem auch sei. Die Epistemologie, Reschers Hauptbet√§titigungsfeld, die Lehre vom Wissen, ist derweil ein wenig in Verruf gerraten und viele behaupten wir br√§uchten diese nicht mehr. Rescher ist nun einer der wenigen, die glauben, dass wir noch die Ausarbeitung einer Epistemologie bewirken m√ľssten und stellt hierzu die These auf, dass es noch koher√§nter Systeme bedarf.

Ich habe ihn ausgiebig zu einer Epistemologie und ihrer sozialen Relevanz befragt. Ich zweifle zum Beispiel stark daran, dass uns eine bessere Theorie von Dreiecken eine bessere Politik beschert. Ich glaube im Gegensatz, dass das Gute jeder Theorie vorausgesetzt sein muss.

Reschers Buch zur Epistemologie ist eine Zusammenfassung aller epistemologischen Probleme unter der Idee dass wir keine repr√§sentationalistischen Wahrheitstheorien bed√ľrfen, sondern Koher√§nzsysteme. Nat√ľrlich schreibt der Mann im analytischen Feld (was auch seine erste Frage war, ob ich denn auch analytisch geschult sei). Dennoch ist Rescher im kontinentalen Bereich unglaublich belesen und auf den Hinweis, dass er sich ja auf Leibniz beziehe, antwortete er nur, dass dieser immer noch sein gro√üer Held w√§re. Das Buch zur Epistemologie ist Beitrag zur Philosophie und Lehrbuch zugleich:

Was sonst?

Ich habe soviel an Cybermonday nach Thanks Giving gekauft. Nach 6 Jahren kann ich sagen, dass Thanks Giving der wichtigste, amerikanische Feiertag ist, weil hier alle Familien zusammen kommen. Weihnachten wir nicht von allen gefeiert und selbst Christen fliegen eher an Thanks Givin als an Weihnachten nach Hause. Ich habe endlich einen neuen PC, so dass ich meine Fotographie endlich wieder schneller bearbeiten kann. Ich habe mich f√ľr ein Mittelklassemodell entschieden und fahre damit wirklich, wirklich gut. Ich denke nach langen Recherchen, dass das wirklich das beste Preisleistungsverh√§ltnis ist:

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Ich suche √ľbrigens auch fake Converse-Schuhe. Ich will hier nicht 50 Dollar f√ľr die ausgeben.


Zur gegenwärtigen Bedeutung der Philosophie 

Im folgenden Artikel geht es eben darum, dass die Philosophie ihre epistemologische Zentralfunktion verloren hat.

Kernthese des verlinkten Artikels:

Philosophie wurde gereinigt und zu einer Wissenschaft unter vielen. Damit ist die Philosophie keine Tugend mehr und der Philosoph ein Durchschnittsdetlef, der sich wie ein fauler Beamter in Archiven ein Biotop aus abzuarbeitenden B√ľchern errichtet hat und in der Zwischenzeit auf einen Monitor starrt.

Bewertung:

Simple Darstellung historischer Zusammenhänge innerhalb der Philosophie. Der Artikel hat beinahe Precht-Niveau. Die historische Transformation der Tugendphilosophie in das Archivars- und Verwaltungsleben ist leider nur allgemein dargestellt. Der Artikel verpasst es, einen reflektierten Standpunkt zu erreichen, das heißt auf die eigenen Voraussetzungen der eigenen historischen Position einzugehen oder interessante Beobachtungen einzustreuen.

Zusammenfassung:

Philosophie wurde insitutionalisiert¬†und damit „gereinigt“. Der Artikel verortet die Abspaltung der Philosophie um 1870. Die Naturwissenschaften ¬†ebenso wie die Sozialwissenschaften werden zu eigenst√§ndigen Wissenschaften entwickelt, die sich nicht mehr vor der Philosophie verantworten m√ľssen. Unter dem Druck der Abspaltung muss sich die Philosophie als eigene Wissenschaft rechtfertigen (dies wird als Demarkation bezeichnet). Unter der Neuausrichtung bleiben verschiedene Bet√§tigungsfelder:

  1. Synthese verschiedener Erkenntnisse aus Regionaldisziplinen
  2. Entwicklung des formalen Grundvokabulars (Logik)
  3. √úbersetzung von Erkenntnissen f√ľr die Gesellschaft
  4. Disziplinspezialisten
  5. Kombination aller

Nach dem Artikel hätte Philosophie niemals gereinigt werden sollen, denn mit dem Fokus auf Wissensproduktion wurde die Philosophie ebenfalls von der Tugend abgegespalten.

„The individual scientist is no different from the average Joe; he or she has, as Shapin has written, ‚Äúno special authority to pronounce on what ought to be done.‚ÄĚ For many, science became a paycheck, and the scientist became a ‚Äúde-moralized‚ÄĚ tool enlisted in the service of power, bureaucracy and commerce.

Philosophie ist zu einem Gehaltsscheck geworden, einem Beruf unter vielen. In diesem Sinne ketten sich Philosophen an ihre Computer und produzieren angeblich wissenschaftliche Artikel, die von ihren peers bewertet werden.

„Today, a hyperactive productivist churn of scholarship keeps philosophers chained to their computers.“

Ich stimme damit √ľberein, dass die Philosophie unn√∂tig, verwissenschaftlicht worden ist, denke aber dass die Reduktion auf den Wahrheitsgehalt problematisch ist. Ich glaube ich habe zuviel Rorty gelesen und kann nur mit einem Zitat von Tom Rockmore zur Relevanz der Theorie enden. F√ľr ihn sind Platon, Kant und Husserl Verteidiger, dass wir nur praktisch handeln k√∂nnen, wenn wir eine gesicherte Wissenschaft haben, w√§hrend Aristoteles, Hegel und Marx der Praxis den Vorrang geben:

‚ÄúOn the one hand, there are those, such as Plato, Kant, Husserl and even Whitehead [‚Ķ] on the other hand there are those, such as Aristotle, Hegel, and Marx, who are concerned to limit, or even to reject, some claims for the relevance of reason.‚ÄĚ (Rockmore, Tom Habermas on Historical Materialism¬†1989:173)

Sonnenuntergang Winter

Mein Philosophie-Projekt neight sich dem Ende entgegen, sohwohl Dr.-Arbeit als auch die Beschäftigung mit Epistemologie.

 

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Kinoreflexionen: Suicide Squad, Jason Bourne und Bicycle Thieves

Jason Bourne – CIA-M√ľll, st√§ndiger Alzheimer-Patient, Elitem√∂rder mit moralischen Anfl√ľgen kehrt ein korruptes System gegen sich selbst. Jason Bourne in der Wiederholungsschleife, ein 2 st√ľndiger Crash-Kurs in amerikanischer Au√üenpolitik. Jason Bourne eine Verschw√∂rungsphantasie auf Leinwand, ein bewegliches Stillleben. Ein durchtrainierter, potentieller Edward Snowden mit Bud-Spencer-Faust-Niveau.

Drei Bourne-Filme machten insgesamt 1 Milliarde Dollar.

Als Zwischenspiel ein Bourne-Spektakel ohne Jason Bourne. Die Hollywood-Reste-Verwertung kapitalisiert: 125 Millionen Kosten, Einspielergebnis: $276,144,750 (8 November 2012).

Investoren, die sich schnell ihr Geld vermehren wollen, gibt es genug. Als Otto-normal-Investierer, keine Chance! Der neue Born bei 138 Millionen Kosten, Einspielergebnis: $194,078,274 (7 August 2016).

Der Plot gibt nichts Neues her: Bourne, der sich nach eigener¬†Aussage an alles bereits erinnerte, findet nun in einer Ged√§chtnisrumpelkammer heraus, dass sein Vater, der mysteri√∂s, mysteri√∂s in einem Autounfall ums Leben kam, in die √ľblichen CIA-Umtriebe verstrickt war. Was folgt sind ein paar gebrochene Kiefer, gesplitterte Arme, Platzwunden, Tote, geschrottete Autos und demolierte Hausfasaden. Folgende Fragen stellen sich dabei:

  • Nachdem Bourne nun schon so viele¬†alte¬†CIA-Verschw√∂rer get√∂tet hat, wieviele Strippenzieher und Puppenspeiler bleiben da noch √ľbrig um eine Fortsetzung zu¬†inszenieren?
  • Kann der CIA wirklichauf¬†alle¬†Kameras der Welt zugreifen und spontan¬†in jede Wohnung hineinspionieren? Hacker haben unwahrscheinliche F√§higkeiten, die alle Szenen wie Pokemon-Jagd aussehen lassen. Verschwommene Gesichter werden dabei schnell mal mit einem „Enhance“ kenntlich gemacht. Die sollten mal Photoshop entwickeln, k√∂nnten wahrscheinlich mehr verdienen als mit so plumpen Bourne-Filmen
  • Warum hat der Kameramann von Bourne-Filmen¬†Parkinson?
  • Protestgruppen in Griechenland protestieren wild durch die Stra√üen ohne¬†konkret f√ľr etwas zu sein. Keine Schilder, keine Symbole. Passt schlie√ülich nicht¬†in dieVermarktungsstrategie
  • Bourne hat bereits viele¬†Sch√ľsse in den Prequels weggesteckt. Neuerdings kann¬†er auch¬†Sch√ľsse in seinen Bauch verdauen.
  • Wieviele Erinnerungsbruchst√ľcke sind noch in Bournes Gehirn vergraben? Spontan erinnert er sich daran, dass das Auto seines Vaters explodiert ist? Der Plot f√ľr die Fortsetzung ist damit gekl√§rt, denn wir wissen noch nichts √ľber seine Mutter

Bicycle Thieves: Meine Meme Meme dazu hier.

Credentials:

Plot: Verzweiflung in Rom nach dem zweiten Weltkrieg. Man bekommt Arbeit, aber braucht ein Fahrrad. Seine Gattin verkauft das letzte Gut. Den nächsten Tag wird sein Fahrrad während der Arbeit gestohlen. Mit seinem Sohn macht er sich auf die Suche nach dem Fahrrad. Seine Verzweiflung wirkt sich zunehmend mehr auf seine Werte und die Beziehung zu seinem Kind aus.

Fazit: Es ist schwer einzusehen, warum dieser Film einer der besten Filme aller Zeiten sein soll. Das Erz√§hltempo des Films ist sehr tr√§ge.Gem√§√ü des Neo-Realismus verwendete der Regisseur nur Laienschauspieler und verzichtete Rom gro√ü in Szene zu setzen. Was den Film aber dar√ľber hinaus einzigartig macht, ist einerseits der Einblick in das Nachkriegsrom und andererseits die intime Vater-Sohn-Beziehung. Der Vater, der letztlich zum Fahrraddieb wird, kann doch noch auf die Unterst√ľtzung seines vielleicht 5 j√§hrigen Kindes hoffen und das obwohl er seinen Sohn mehr und mehr vernachl√§ssigt hat. W√§hrend Antonio zun√§chst als umsichtig und f√ľrsorglich f√ľr seine Familie dargestellt wird, wirkt sich seine Verzweiflung auf seine Empathie aus. In einer der Szenen fliehen Antonio und sein Sohn vor dem Regen, w√§hrend sein Sohn ausrutscht und auf den Boden f√§llt. Antonio bemerkt dieses nicht mehr, weil er zu sehr von den existentiellen Problemen, einen Lebensunterhalt zu verdienen, abgelenkt ist. Sein Sohn aber rettet ihn schlie√ülich vor der Strafverfolgung. In der letzten Szene gehen beide in den Abend und der Sohn ergreift die Hand seines Vaters.

Suicide Squad – Gewalt im MTv-Format, √§sthetisch-erotisch inszeniert, ¬†√ľberladen mit Macker-Spr√ľchen, f√ľr die sich arm-ritzende Emos und die zuhausgebliebenen Gamer warm halten. Wer wegen Chemtrails nicht mehr auf die Stra√üe geht, bekommt hier seine gr√ľndliche Portion Verschw√∂rungspudding f√ľrs Puddinggehirn serviert. Die Idee ist nicht schlecht: Superschurken m√ľssen Welt retten. Aber ethische Kompromisse muss man als Zuschauer nicht eingehen, weil alle Schurken nur eine harte Schale, aber doch ein Emo-Herz zu verschenken haben. Das Gute gewinnt und der Dumme ist der B√∂se.

„Sympathy for the Devil“, „Bohemian Rhapsody“ als Wohlf√ľhlmucke f√ľr den Punk-Metaller = Vekraufsstrategie der Studios.

6 ¬†tiefgr√ľndig-abgr√ľndige Superschurken, zu viel Material f√ľr Charaktereinf√ľhrungen. Fast wirkt die Mehrzahl unserer Superschurkenhelden wie aufgelesene Streuner von der Stra√üe. Daher: Viele Charaktere habe ich vergessen und einige machen absolut keinen Sinn: Boomerang? Der Mann wirf Boomerangs und soll unsere letzte Waffe gegen Superman-B√∂sewichte sein? Da h√§tte ich auch noch gut in die Truppe gepasst.

Will Smith als ProfiKiller darf wieder seine Rolle als Mr. Nice Guy √ľbernehmen. Wirklich √ľbel kann man ihm ja auch seine schlechten Filme nicht nehmen. Nicht einmal f√ľr seine nepotistische Kinopromotion seines untalentierten Wunderknabensohnemanns, der bei Gefahr die Augenbrauen hoch und bei Traurigkeit tief stellen kann. Aber egal, Will Smith ist obercool, so wie der Film, alles obercool, alles Pallettie daher auch gutes Einspielergebnis bisher:¬†$161,087,183 (USA) (9 August¬†2016), bei einem Kostenpunkt von¬†$175,000,000 (estimated), nicht schlecht Herr Specht.

Am Wichtigsten? Hinter schwedischen Gardinen verknallt sich Harley Quinn in einen alzu starren Joker (wahrscheinlich wegen der Gebissprothese mit breitem Grinsen aber geschm√§lerter Ausdruckskraft (Leto- leider kein Oscar diesmal)). Die Squad-Mitglieder tragen wie Harley Quinn auff√§llig bunte Kost√ľme und lieb√§ugeln mit plumpen Accessoires. Baseballschl√§ger und Holzhammer, Boomerang und Einhorn, das alles, um eine Zombie-Armee niederzukn√ľppeln, die sonst allen Special-Forces standh√§lt. Sorry aber das macht absolut keinen Sinn: Warum kann eine aufgegeilte Clownsgehilfin ohne Superkr√§fte eine Zombie-Armee kurz und klein schlagen, w√§hrend die amerikanische Armee wie Ameisen zertreten wird?

Egal, denn je weiter wir uns in der Story verlieren, desto sinnloser und l√ľckenhafter wird der Film. Selbst beim Cutting wurde man faul. Der finalen Szene fehlt deutlich die Rhythmik. Gerade nach dem Endkampf fragt man sich, wieso Superhelden eigentlich so viel Zeit haben, sich zu unterhalten, w√§hrend der st√§rkste Gegener aller Zeiten wie ein Sparringspartner um sie herumt√§nzelt? Die schreiben da glatt ihre Memoiren nieder. Auch die B√∂sewichtin f√§llt am Ende aus der Rolle, indem sie einem Mitglied des Squads vorwirft, keine Eier zu haben. Hallo, die Dame kommt aus dem Urwald hat sich aber unseren Unterschichtenslang schon angew√∂hnt? Die Idee von Suicide Squad wurde also grundlegend versaut.


Andere Filme, die es noch gilt zu √ľberstehen:

Batman and Friends – Neuester Trend: Buddyhelden auf der Leinwand zu versammeln und mit Spr√ľchen fehlenden Plot kitten.

Zudem ganzen Bandenkram kommt dann noch eine andere Buddy-Kom√∂die hinzu. Leider nicht mehr mit der Musik von Bernstein. Daf√ľr wurden die Charaktere als sozialer Sprengstoff erweitert. Das Remake von „The magnificent Seven“ (das Remake von Kurosawas „Seven Samurai“, wahrscheinlich schauen wir die alle in Folge) bald in ihren Kinos:

Soviel dazu… Ich fotografiere so vor mich her.

Outdoor Meditation Techniques

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Norman Schultz, Pittsburgh, August

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„Star Trek – Beyond“ und seine existentiale Parallele zu Melvilles „Moby Dick“ – Berichte aus Pittsburgh

Wieder habe ich eine längere Zeit nichts von mir blicken lassen. Hier sind die Punkte um die es mir heute geht:

  • Ver√∂ffentlichung meines Artikels zur Freiheit und Kausalit√§t im Journal Philosophy Pathways
  • Fotografieprojekt in Pittsburgh mit Lauren und Christian
  • Star Trek -Beyond und seine Paralelle zu Melvilles Moby Dick
  • Weitere Filmempfehlungen und unser Halket-House Kinoprojekt

 

1. Online Journal Philosophy Pathways

Dank an Matthew Sims f√ľr seine Arbeit an dem Online-Journal Philosophy Pathways. Darin ist ein Artikel von mir zu dem Problem von Freiheit und Kausalit√§t ver√∂ffentlicht. Ich freue mich vor allem √ľber das qualitative Lektorat, wobei er viele interessante Fragen aufgeworfen hat, die mich in meinem Dissertationsprojekt weitervoranbringen. Der Artikel stellt einen Auszug aus meiner Dissertationsarbeit dar und hei√üt:

Freedom in Hegel ‚Äď Why the Concept of Self-Consciousness is a Precondition for a Theory of Causality ‚Äď

Ich argumentiere, dass sowohl unser Kausalit√§ts- als auch unser Freiheitsbegriff Abstraktionen von einem grundlegenderen Problem der Wirklichkeit („actuality“) menschlicher Existenz sind. Wir sind weder kausal-determinierte Maschinen, noch handlungsfreie, transzendental-g√∂ttliche Seelen, sondern unsere Existenz ist das Problem zwischen diesen beiden Abstraktionen die Wirklichkeit zu bilden. Wir leben den Konflikt zwischen Kausalit√§t und Freiheit als reales Dilemma. Danke an Matt.

2. Fotografie

Ich war mit Lauren (22 und Designstudenten in Pittsburgh) und Christian (24, Schauspiel- und Designstudent aus Los Angelos) in Pittsburgh unterwegs. Hier ein paar Resultate unserer Fototour:

Pittsburgh Skaters from LA

Wie man sieht habe ich mich perspektivisch weiterentwickelt. Zudem unterbelichte ich Fotos nun, um später verschiedene Effekte zu erreichen. Ich habe noch ein paar Schwierigkeiten mit chromatischen Farbverschiebungen, die dabei auftauchen und weiß nicht, wie ich das am effizientesten löse.

3. Star Trek – Beyond und das existentielle Dilemma des Forschers – Eine Parallele zu Moby Dick

Ich habe es nun mal endlich wieder ins Kino geschafft. Hier mein Review zum neuen Star Trek-Beyond¬†und ein partieller Vergleich mit dem Roman Moby Dick.¬† Star Trek einst intellektueller Gipfel meiner Kinderzimmerzeit. Damals, ich schob eine Videokassette in den Rekorder, schon schlug Logikk√ľhlschrank Spock vor, die Enterprise um die Sonne zu steuern. Mit Transzendentalschwung des Sterns landete Star Trek im San Fransisco unserer Zeit (naja gut der 80er). Aus unserem Blick auf die Zukunft heraus unsere Gegenwart betrachten, das hat mein Kindergehirn irgendwie umgehauen und wochenlang fasziniert. In einem anderen Kino-Schinken fragte Captain Kirk noch nach Gottes Personalausweis:

 

  • Kirk: Wozu braucht Gott ein Raumschiff?
  • McCoy: Jim, was tust du denn?
  • Kirk: Ich stell‘ ihm ’ne Frage.
  • ¬†Gott: Du zweifelst an mir?
  • Kirk: Ich will einen Beweis!
  • McCoy: Jim, was soll das? Willst du seinen Personalausweis sehen?

 

So eine Audienz mit Gott, das hat mich zugegeben schon in den Sessel gedr√ľckt:

Die Frage nach der Sch√∂pfung als Grenze unserer Forschung, die Sch√∂pfung von Planeten und der Zorn Khans als die Rache eines diesseitigen Gottes bildete das philosophische R√ľckgrat der Serie:

Dann aber die Borg mit ihrer anonymen Assimilierungskultur, meine favourisierten B√∂sewichte und so auch Star Trek – Der erste Kontakt. Piccard mit den Borg verschmolzen, musste nicht nur mit ihnen k√§mpfen, sondern auch in eine kriegerische Vergangenheit der Erde zur√ľckreisen, um den ersten Kontakt zu den Vulkaniern herzustellen. Dabei ging es um das Verh√§ltnis von Frieden, Freiheit und Kausalit√§t.

Star Trek hat mich schon fr√ľh zum Philosophen erzogen. Dennoch Star¬†Trek alterte und die philosophischen Dialoge konnten mit dem Haudrauf-Kino, den aufgeblasenen Actionschlachten und den jugendlichen Anabolikaboliden nicht mehr mithalten. Aus diesem Grund musste JJ Abrahms das ganze Epos um ein paar Explosionen erneuern und alle Charaktere von Grund auf neu heranz√ľchten. Der Wiederstart der Serie lie√ü daher eine alternative Zeit entstehen, die immer noch in unserer Welt mit genau den gleichen Charakteren spielt, nur dass es ein Paralleluniversam ist. Und wir haben Gl√ľck, denn in diesem Universum kracht und knallt es mehr, daf√ľr aber gibt es weniger philosophische Dialoge. Doch schon in der zweiten Fortsetzung stellt „Star Trek“ sich selbst die Sinnfrage, weil es nicht immer nur knallen und krachen kann:

„Das mit den beiden epischen Abrams-Filmen gestartete „Star Trek“-Projekt der Kino-Neuzeit geht jetzt, da die neuen Darsteller und ihre Rollen etabliert sind, etwas weniger hochglanzpoliert in Serie, in die M√ľhen der Ebene des kontinuierlichen Kassemachens. .“¬†http://www.spiegel.de/kultur/kino/star-trek-beyond-die-teuerste-tv-episode-aller-zeiten-a-1103750.html

Die endlose Reise zu anderen, zerm√ľrbenden Alltags-Abenteuern zerren an Captain Kirks (Chris Pines) Identit√§t. Ist ein Mann wie er nicht f√ľr die heroischen Abenteuer im Weltall gemacht? Ist Star Trek nicht eine nie endende Weltraumschlacht, ein Krieg des Forschens und Forschen des Krieges?

Genau hier habe ich f√ľr einen Moment geglaubt, der neue Star Trek w√ľrde tats√§chlich etwas riskieren, seinen explosiven √úberschwang zur√ľcknehmen. Aber der erste Trailer zeigt dann doch eher, worum es in Star Trek nun geht:

Genau Explosionen sind wichtig, um die Handlung voranzutreiben.¬†Star Trek-Beyond¬†verf√§llt ins episodische Wiederholen. Der Kniff f√ľr Episoden ist doch h√§ufig, dass ein sinnloses Artefakt die Hauptmotivation der Handlung ausmacht. Das l√§uft dann ungef√§hr so ab:

  • Der Gute findet ein Artefakt
  • B√∂ser will Artefakt, um Welt zu zerst√∂ren
  • Der Gute findet das nicht gut
  • Beide k√§mpfen, Statisten sterben, Guter ist heroisch, alle sterben fast
  • Guter l√§sst mit gutmenschlicher √úberheblichkeit den B√∂sen nicht sterben
  • Guter gewinnt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ja und leider ist dies auch die Handlung des neuen Star Trek, nur dass einem halt alles CGI-technisch um die Ohren fliegt. Aber nochmal zur√ľck zur philosophischen Eigenheit des Anfangs. Kirk ist selbst verwundert √ľber die Banalit√§t eines Artefakts, das er einer minderen Kultur als Friedensangebot mitbringt. Alles geht schief, weil die primitiven Au√üerirdischen einfach nicht vern√ľnftigen Diskurs halten wollen (das ist wohl eine Analogie zum gegenw√§rtigen Zustand der Politik) und so muss er aus der minderen Gefahr herausgebeamt werden. Nach dieser episodischen und wenig bombastischen Einleitung setzt er zu dem vorher erw√§hnten, verzweifelten Monolog √ľber die Sinnlosigkeit seiner Aufkl√§rungsmission an und sehnt sich nach Abenteuern. Was macht das Ganze so gut? Nun, in diesen anf√§nglichen Selbstzweifeln, der Zerworfenheit zwischen Abenteuer und Sinnlosigkeit erinnert der Film zun√§chst an Melvilles Meisterwerk „Moby Dick“.

Dort will sich Ismael von seiner Depression l√∂sen. Er ist ein durchschnittlicher Mann, der dem Pathos von Erfolg auch in seiner Generation nicht gerecht werden kann. Ismael will sich stattdessen dem Meer anvertrauen, das Abenteuer finden. Er vernimmt den Ruf des Meeres in sich und versteht seine Existenz vor jenem √ľbermenschlichen Horizont als g√∂ttlicher Held. Der Sklave der Erde meint, er k√∂nnte Herrscher der Meere sein. „Moby Dick“ bleibt damit der ironische Erfolg √ľber die Abenteuerromane seiner Zeit, weil er urkomisch (was die meisten nicht bemerken) √ľber jene erfolglose Sucht nach Gr√∂√üe erz√§hlt. Es passt ebenso zu unserer Zeit, in der jede Biografie als die gr√∂√üte ihrer Zeit angepriesen werden muss, wobei unser einer hinter der aufger√ľsteten Mediensph√§re in individueller Isolation wenig Gl√ľck findet. Was aber ist dieses „tiefe Denken“ Ismaels? Melville gibt Antwort. Ich meine, tut er das?

„Die Wahrheit, dass alles tiefe, ernsthafte Denken nur das unerschrockene Streben der Menschenseele ist, sich die hohe Freiheit ihrer Meere zu bewahren; dieweil die wildesten Winde zwischen Himmel und Erde sich verschworen haben, uns an der elenden Knechtschaft der K√ľste scheitern zu lassen. http://www.jagenholz.de.rs/literatur/moby-dick, Zitat von Melville, S. 192

Die Komik des Romans wird dabei von vielen nicht erkannt. Dieses Zitat ist eben pathetisch inszeniert und demonstriert unsere hoffnungslose Eitelkeit. Ismael ist erb√§rmlich von der Sucht nach Gr√∂√üe getrieben, kann aber zugleich mit keiner Unbequemlichkeit der Natur umgehen. Ein paar Beispiele: Ismael ist arm. Bevor er also auf einem Walf√§nger anheuern kann, braucht er eine billige Bleibe f√ľr die Nacht. Schon als er jedoch die erste Spilunke betritt, wird sein Pathos durch das Geb√∂lke einer wilden Horde ersch√ľttert. Weinerlich wie er ist, kann er Vulgarit√§t des Banalen nicht ertragen und entschlie√üt sich, eine andere Unterkunft zu finden. Verzweifelt und nach erb√§rmlicher Reflexion kehrt er in die Spilunke zur√ľck, weil er das uns√§gliche Wetter nicht ertragen kann. Nun aber muss er erfahren, dass er sich das Bett mit dem Harpunier teilen muss. Auch das wirft einiges an innerer Verzweiflung hervor. Ismael legt sich nach inneren Widerst√§nden ins Bett und wartet auf den Harpunier. Als dieser erscheint, traut er sich nicht etwas zu sagen und bleibt im Dunkeln liegen. Dieser vollk√∂rpert√§towierte Wilde, versteht offensichtlich nichts von Abenteuern und Zivilisation. Ismael aber sagt nichts. Als der Wilde sich schlie√ülich √ľber seinen Bettkumpanen ebenso erschreckt, kann Ismael gl√ľcklich sein, dass er nicht get√∂tet wird. Am n√§chsten Morgen erwacht Ismael dann, umarmt vom Harpunier, und kann sich allerdings nicht aus seiner Umarmung befreien, geschweige denn den Versuch unternehmen. Er traut sich nicht etwas zu sagen. Stattdessen folgen wir einem weiteren, inneren Monolog, der sich mit der Vulgarit√§t des Wilden auseinandersetzt. Ismael h√§tte ¬†eben einfach ein hygienisches und heldenhaftes Abenteuer verdient. Sp√§ter im Buch als Ismael sp√§ter seinen Blick √ľber die Reiling wandern l√§sst, um einem der Captain zu berichten, kann er nur feststellen:

‚Äěgrenzenlos, aber √ľber alle Ma√üen eint√∂nig und absto√üend; nicht die kleinste Abwechslung ‚Äď nichts als Wasser‚Äú. http://www.jagenholz.de.rs/literatur/moby-dick

Die Schifffahrt ist ein endlosen Unterfangen, ein Solaris(Stanislaw Lem) ohne Sinn, ein Krieg gegen sich selbst und so ist auch Captain Ahab zu verstehen:

‚ÄěMan glaubt, ich sei von Sinnen; ich aber bin besessen, bin die au√üer sich geratene Besessenheit selber! Jene Raserei, die nur abflaut, um sich selbst zu begreifen.‚Äúhttp://www.jagenholz.de.rs/literatur/moby-dick

Ahab sucht den Feind im Meer. Die Sucht, einen wei√üen Wal zu erlegen, ist der Sinnlosigkeit seiner menschlichen Existenz einverleibt. Es ist die Sucht nach Krieg, der absolut √ľbersteigerte Kampf nach Bedeutung und der Krieg mit sich selbst. Letztlich wird er genau an diesem Krieg scheitern.

Thich Nath Hanh: Um den Krieg zu beenden, m√ľssen wir erst den Krieg in uns selbst beenden.

Buddhisten sind Gro√ümeister der Empathie. Die Action wird hier durch echtes Gef√ľhl ersetzt. Lesen sch√§rft diesen Sinn als auch Lesen, das Eintauchen in fiktionale Charaktere, am besten unsere Intelligenz f√∂rdert (ein Artikel dazu von mir hier auf Bewusstes-Lernen).

Star Trek und der Sinn

Auch die Crew-Mitglieder der Enterprise sind dieser Sinnlosigkeit ausgeliefert und da ist es nur gut, das der Superschurke Krall (Idris Elba) die vereinsamten Existential-Helden vom Selbstmord bewahrt und sie wieder in altbew√§hrter Manier den Frieden durch m√§chtiges Geballer herstellen d√ľrfen. Genau hier verliert der Film seine Qualit√§t und auch die Logik kommt zeitweise abhanden. Meines Erachtens braucht ein Superschurke keine zurechtgezimmerten Intention, denn die machen in dem Film ohnehin nur eingeschr√§nkt Sinn. Terror folgt keiner Logik. W√§re es deshalb nicht geschickter und anspruchsvoller, das B√∂se in den Friedensstifter-Wahn der F√∂rderation zu verpacken? Einzig das Faz-Feuilleton erkennt:

„was amerikanische Kriegswissenschaftler neuerdings ‚Äěfourth generation warfare‚Äú nennen, womit das momentan weltersch√ľtternde Durcheinander von gar nicht mehr erkl√§rten Kriegen, tief ins Hinterland verlegten Schlachtfeldern und nur noch fakultativer Uniformierung der Kombattanten gemeint ist.“¬†http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/video-filmkritiken/kritik-zu-justin-lins-kinofilm-star-trek-beyond-14347985.html

F√ľr Krall ist das Bestehen der F√∂rderatio ein aggressiver Akt und dies ist das „Dilemma des Interventionshumanismus“ (http://www.nzz.ch/feuilleton/kino/star-trek-beyond-die-zukunft-jetzt-ld.106519). Die Sucht nach Abenteuer und Expansion mit den Menschenrechten im R√ľcken r√ľckt den anderen in den Rahmen des unmenschlichen Feindes, der keinerlei Anspruch als Chaos hat. Worum also geht es in Star Trek? Nun die Frage kann der Film nicht beantworten, aber hier findet sich eine Antwort:

„Das Spannende ist nun, dass der Feind hier ein diffuser, nicht zu greifender Komplex ist, ganz wie das wabernde Chaos aus Terror, Populismus und Irrsinn, in dem wir heute leben. Etwas, was kaum aufzuhalten ist und einen mit schleichender Ohnmacht erf√ľllt.“¬†http://www.nzz.ch/feuilleton/kino/star-trek-beyond-die-zukunft-jetzt-ld.106519

Ich teile diese Auffassung nicht ganz, denn daf√ľr bleibt der Superschurke Krall einfach zu blass, unbestimmt und platt. Er wird auf kriegerische Intentionen heruntergebrochen, versucht sich zu erkl√§ren, aber wirklich nimmt man ihm seinen ganzen Kult nicht ab. Zumal sich einige Fragen zu seiner Biographie stellen, die einfach keinen Sinn ergeben, aber ich will hier keine Spoiler aufbringen. Star Trek zeigt sich damit als ein Kassenmagnet, der seine Investoren gl√ľcklich macht. Das Startsignal f√ľr den vierten Teil ist mit dem kommerziellen Erfolg bereits gefallen. Nun gibt es viele Projekte im Sommer: Ich habe mich entschieden in Pittsburgh nun eine Filmnacht in meinem Haus zu veranstalten. Am Donnerstag werden wir den Klassiker „The Bycicle Thieves“ schauen. Au√üerdem kommt einiges an Filmen diesen Sommer. Als n√§chstes steht Jason Bourne auf dem Programm, den wir heute Abend im Kino sehen werden. Mit 120 Millionen Dollar Budget fragt, wohl √§hnlich aufgeblasen wie Star Trek. In Zukunft muss ich wohl noch die Balance zwischen Action-Kino und Anspruch finden, aber was erwartet man von Hollywood. Es bringt Geld und das ist Rechtfertigung genug f√ľr die Studios.

Wenn ihr mir anderweitig folgen wollt, dann added mich doch bitte bei¬†Facebook¬†oder¬†tretet der¬†Facebookgruppe¬†oder der Googleplus Gruppe oben rechts bei. Ein¬†RSS-Feed¬†ist nat√ľrlich auch vorhanden. Ansonsten k√∂nnt ihr mich gerne anschreiben oder einen konstruktiven (!) Kommentar hinterlassen.

Norman Schultz, Pittsburgh, August

 

Cognize Yourself

 

 

 

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Von meiner Philosophie zur Kunst – Hiken mit Emily und Mireille und der Songwriter Bob Bennett.

Zusammen mit dem Songwriter Bob Bennett (rechts)

Zum Stand der Dinge: Es ist viel passiert, vierter Juli, Leute wurden dabei in Downtown erschossen, dann die Proteste der Schwarzen wegen der weiteren Polizeigewalt gegen sie. Was soll ich dazu sagen? Nun, es sind zunächst Dinge, die banal erscheinen. Ich habe einerseits Bob Bennett, einen Songwriter, getroffen und andererseits war ich mit Mireille und Emily hiken, wobei ich mir hier etwas mit meiner Fotografie auseinandersetze und meiner oberflächlichen Art Dinge als schön zu sehen.

Bob Bennett entstammt einem Amerika, das uns in Deutschland selten begegnet. W√§hrend in Deutschland der Schlager und die Countrymusik eher in die Nebengleise der Unter-Unterhaltung verschoben werden und dementsprechend unmotiviert auf Konsumentenw√ľnsche zugeschneidert werden, hat sich die Amerikanische Liedermacherszene seit Jahrzehnten als authentisch gehalten. Die Liedermacher gehen eben auf Tour, durch kleine Clubs und Kirchen. Sie erz√§hlen dort von ihrem Leben, versuchen ber√ľhrende und originelle Geschichten zu finden. Sie machen Kontakt mit den Menschen. Der Folksong hat dabei eine erz√§hlerische Dimension, die das Lebensgef√ľhl einer anderen Region durch Amerika √ľbermittelt. Die Songs verbinden ein r√§umlich zerkl√ľftetes Amerika, das sich in Melodien und Songs wiederfindet. Es war sch√∂n Bob Bennett bei der Familie von George Mazariegos zu treffen.

Irgendwie bin ich gl√ľcklich, so viele Leute hier zu treffen, die so Gro√ües erreichen. George transplantiert kleinen Kindern und Babys Lebern und Nieren, wobei ich es wirklich faszinierend fand, dass er dies bei solche kleinen „organischen Entit√§ten“ durchf√ľhren kann.

 

 

 

 

Ich möchte gerne die folgenden Songs von Bob Bennett teilen und hoffe, dass ihr Zeit findet, sie zu hören. Die Art und Weise, wie er mit wenigen Worten so erlebbare Geschichten schreibt, ist beeindruckend.

Im ersten Song geht es um die Freundschaft zweier Kinder, die mit ihrer Fantasie ihrer Kindheit begegnen. Der zweite Teil des Songs beschreibt dann den √ľberraschend banalen Tod seines Freundes im mittleren Alter. Ich will nicht zu viel vorwegnehmen, aber die Lyrics lassen sich hier finden:¬†https://www.musixmatch.com/de/songtext/Bob-Bennett/The-Kings-of-Summer-Street

Ich wei√ü nicht warum, aber das Lied „The View from Here“ erinnert mich an die Einsamkeit des Reiselebens. Manchmal liege ich in Betten, die gerade frisch bezogen in einem doch sehr kargen Zimmer stehen. In Amerika h√∂rt man dann nachts die Grillen enorm laut Zirpen und die Z√ľge dr√∂hnen in der Ferne. Bob schafft es in diesem Lied, den kleinen Dingen im Leben eine Bedeutung zu geben und das ohne viele Worte oder eben so plakativ wie ich zu sein:¬†¬†http://lyrics.christiansunite.com/lyrics_1621_1.shtml

Bobs erfolgreichster Song ist „The heart of the matter„, was soviel hei√üt wie das Wesen der Dinge. Es ist nicht mein Favourit, aber zeigt eine sehr rhythmische Seite von ihm.

2. Ich empfinde in Bennetts Musik eine erz√§hlerische Komponente, die mir Dinge √ľber das Leben sagt, ohne sie sogleich konkret zu erfassen. Es ist ein Gef√ľhl, das nicht oberfl√§chlich Klischees bedient, sondern eine fragende Haltung zur√ľckl√§sst. Ist das nun Kunst? Meiner Auffassung ergibt sich Kunst aus einem bestimmten, gelebten Leben und kann nicht √ľber die technische Finessen erworben werden. Mit der steigenden „Denkkraft“ von Computern, die H√∂chstleistungen (wie zum Beispiel im Go) erreicht, werden wir uns auf eine pers√∂nliche Komponente, das hei√üt auf das Zwischenmenschliche besinnen m√ľssen. Wir werden in Zukunft einfach keine Genies mehr oder brilliant sein. In diesem Sinne ger√§t Ethik zu dem uns auszeichnenden Charakteristikum. Da ich mich nun dem Fotografieren widme, ist diese Frage der Kunst f√ľr mich relevant.

Hier sind daher ein paar Bilder, die ich mit Mireille und Emily während einer Wanderung aufgenommen habe.
And in the Midst of Everything there is a river
Das Problem ist, dass meine Fototechniken genau darauf basiert, bestimmte Harmonien herauszuheben. Ich isoliere und versuche Momente zu entdecken, die einem allgemeinen Klischee von „Sch√∂n“ entsprechen und genau in diesem Sinne bin ich kein K√ľnstler. Jeder, der sich hier auf die Technik fixiert, hat die eigentliche Aufgabe seiner Kunstnicht verstanden. Nun ist dieses √Ąsthetische eben deswegen mein Hobby. ‚Hobby‘ ist ein wirklich unsch√∂nes Wort und bezeichnet eine Nebens√§chlichkeit. Was kann nun wirkliche Kunst?

Sie kann verbinden, Menschen zu ihren Emotionen herausfordern und die Empathie in ihnen aufzeigen, wie es in einem Artikel auf Quarz angemerkt wird. Kunst muss nicht schön sein, sondern sie zeigt an und bringt uns zu neuen Einsichten in unsere Persönlichkeit.

Bennett ist¬†deswegen¬†ein K√ľnstler, weil er mich empathisch macht, weil er mit dem √Ąsthetischen etwas in mir ber√ľhrt. Das Sch√∂ne kann etwas in uns aufbrechen und unsere Herzen wieder erleichtern, uns f√ľr das, was nicht sch√∂n ist, vorbereiten, uns Momente des Schmerzes abnehmen. Vielleicht ist darin eine letzte Funktion des √Ąsthetischen zu finden: es kann uns zur√ľck zur Empathie f√ľhren. So legen es auch¬†neuere Forschungen dar: Empathie ist eine Wahl. Das Problem ist auch, dass wir oftmals dem einzelnen Schicksal Mitgef√ľhl entgegen bringen k√∂nnen, w√§hrend sich bei dem statistischen Umstand kaum Wimpernzucken einstellt. Kunst kann das √§ndern und unsere Empathie durch das √Ąsthetische schulen. In Amerika sagt man: One death is a tragedy. One million deaths are a statistic.“ Kunst aber geht √ľber die Statistik hinaus. Vielleicht hilft uns das auch irgendwann den Rassismus in Amerika zu verstehen?

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Norman Schultz, Pittsburgh Ende Juni

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Meine Studentenevaluationen, obwohl ich ja eigentlich nicht so viel davon halte. (Journaling und das richtige Schreibwerkzeug)

Heute geht es um 3 Punkte. Zun√§chst war ich mit Hwan und ihrem 5 monatigem Sohn bei der Siegesparade der Pittsburgh Penguins, die tats√§chlich die amerikanisch-kanadische Eishockeymeisterschaft gewonnen haben. Dazu gibt es ein paar Bilder in der Galerie unten. Dann stelle ich in Zukunft meine Studenten-Evaluationen online und versuche daraus Schlussfolgerungen zu ziehen. Am Ende schreibe ich noch dar√ľber, welche Stifte ich f√ľr mein Journal benutze.

1. Das erste Bild in der Galerie zeigt Crosby, einen der weltbesten Hockeyspieler und wie er den Stanley Cup hochhält. Wenn ihr die Galerie durchklickt, findet ihr noch die Bilder von Hwan und ihrem Sohn, mit denen ich zusammen auf der Parade war.

Pittsburgh City of Champions

 

2. Wie angek√ľndigt, habe mich dazu entschieden meine Bewertungen von meinen Studenten zu ver√∂ffentlichen. Nat√ľrlich sind die auf Englisch. Im Gro√üen und Ganzen bin ich mit der Bewertung ganz zufrieden. Die sehr guten Werte kommen dadurch zu Stande, dass ich diesmal niemanden hatte, der mir etwas reinw√ľrgen wollte. Die Fragen kann man im folgenden nach Dom√§nen durchschauen.

Questions by Domain

I.Instructional Design

Question Instructor Average Department Average (UCOR) School Average (AR) University
Mean Median Mean Median Mean Median Mean Median
3. The assignments were helpful in acquiring a better understanding of course objectives. 4.43 5.00 4.05 4.00 4.17 4.00 4.17 4.00
7. The instructor made it clear how student learning would be assessed. 4.33 4.00 4.15 4.00 4.25 5.00 4.25 5.00
11. The instructor provided constructive feedback on course assignments and exams. 4.52 5.00 4.13 4.00 4.24 5.00 4.16 4.00
Overall 4.43 4.11 4.22 4.19
Instructional Design ist eigentlich mein schwächster Punkt, da ich den Studenten möglichst großen Spielraum lassen möchte. Ich denke auch nicht, dass das Feedback derart wichtig ist, wobei das motivierende Moment meiner Kommentare wichtiger ist. Im Folgenden sind die Tabellen zu finden, wobei 5 höchster und 0 niedrigster Wert ist.

II. Instructional Delivery

Question Instructor Average Department Average (UCOR) School Average (AR) University
Mean Median Mean Median Mean Median Mean Median
2. The instructor was enthusiastic about teaching. 4.71 5.00 4.43 5.00 4.52 5.00 4.47 5.00
9. The instructor helped me to understand the relevance of this course. 4.62 5.00 3.97 4.00 4.17 4.50 4.26 5.00
13. The instructor used a variety of instructional strategies. 4.33 5.00 3.94 4.00 4.03 4.00 4.06 4.00
14. The instructor was well prepared for the course. 4.81 5.00 4.39 5.00 4.43 5.00 4.41 5.00
16. The instructor’s explanations were clear. 4.29 5.00 4.00 4.00 4.15 4.00 4.14 4.00
19. The objectives of the course were well explained. 4.62 5.00 4.12 4.00 4.24 5.00 4.25 5.00
Overall 4.56 4.14 4.26 4.27

Mein bester Wert ist paradoxer Weise die Vorbereitung, wobei ich hier zugeben muss, dass ich mich fast √ľberhaupt nicht mehr auf meine Klassen vorbereite, sondern versuche alles zu improvisieren und nach den Studenten und ihren Bed√ľrfnissen zu organisieren. Einen Stundenplan schreibe ich 5 Minuten vor der Klasse und dann beginne ich zumeist mit einem Quiz, w√§hrenddessen ich mir den Rest der Stunde √ľberlege. Das klingt sehr faul, allerdings investiere ich viel Zeit, mich mit Studenten individuell zu treffen und mit konkreter Essaybewertung (meine Kurse finden in der Regel 3x die Woche statt).

III. Attitudes Towards Student Learning

Question Instructor Average Department Average (UCOR) School Average (AR) University
Mean Median Mean Median Mean Median Mean Median
1. The instructor helped me to understand the material in this course. 4.52 5.00 4.10 4.00 4.23 5.00 4.22 4.00
4. The instructor treated students with respect. 4.67 5.00 4.42 5.00 4.51 5.00 4.46 5.00
6. The instructor created a learning environment in which students felt comfortable asking questions. 4.48 5.00 4.22 5.00 4.36 5.00 4.34 5.00
8. The instructor returned graded materials within an appropriate time frame. 4.62 5.00 4.09 4.00 4.25 5.00 4.27 5.00
15. The instructor stimulated my thinking. 4.76 5.00 4.13 4.00 4.25 5.00 4.24 5.00
18. The instructor was concerned with whether or not the students learned the material. 4.57 5.00 4.17 4.00 4.30 5.00 4.30 5.00
Overall 4.60 4.19 4.32 4.31

Leider erreiche ich keinen h√∂heren Wert bei der Frage nach Respekt, wobei ich in der Regel einer der wenigen bin, die nicht √ľber ihre Studenten l√§stern. Ich bin allerdings immer froh dar√ľber, dass ich das Denken anderer stimulieren kann. In der Regel ist dies mein h√∂chster Wert.

IV. Faculty Availability

Question Instructor Average Department Average (UCOR) School Average (AR) University
Mean Median Mean Median Mean Median Mean Median
5. The instructor encouraged students to seek help if needed. 4.62 5.00 4.30 5.00 4.39 5.00 4.37 5.00
10. Assistance from the instructor was readily available if I sought help. 4.62 5.00 4.24 4.00 4.34 5.00 4.32 5.00
12. The instructor responded to my communications in a timely manner. 4.57 5.00 4.20 4.00 4.31 5.00 4.29 5.00
17. Communication with the instructor was helpful. 4.52 5.00 4.11 4.00 4.25 5.00 4.22 5.00
Overall 4.58 4.21 4.32 4.30

Eigentlich erhoffe ich mir bei der Zug√§nglichkeit f√ľr Studenten bessere Werte, aber ich bin immer noch bei weitem besser als der Universit√§tsdurchschnitt.

Ich komme also auf einen Durchschnittswert von 4.56 und das bei sehr hohen Durchschnittswerten f√ľr die Professoren an Duquesne √ľberhaupt. F√ľr eine Low-Level-Undergraduate-Class ist das ein enorm guter Wert, da dort die Bewertungen bei bis an die 30 Studenten immer eher negativ ausfallen. Es gibt dar√ľber hinaus noch qualitative Bewertungen, die ich in der Zukunft auch sammeln m√∂chte. Hierbei selektiere ich vor allem die positiven Einsch√§tzungen, da ich nach meiner Theorie vor allem von positivem Feedback lerne und dementsprechend auch bewerte. Die negativen Bewertungen fasse ich nach den positiven zusammen. Diese fallen allerdings in der Regel wesentlich k√ľrzer aus: Die ersten Bewertungen beziehen sich auf die Einbindung der Studenten, die mir wohl gelungen ist:

  • He was very interested in our classroom and learning. I have never had a teacher that has been so interested in the students overall learning. Amazing experience
  • He didn’t just stand and lecture the students the whole time. He included the students and made sure everyone understood the material
  • ¬†The teacher had a lot of office hours which helped add to the understanding of the courses outside of the classroom. He was also very personable.
  • engaging the student with critical thinking. the quizzes done in groups was helpful because a lot of the time some students completely didn’t understand the reading even though they did it so it helped to have insight from other students to help clarify things. using the board to write key points was helpful. discussing the interpretation of the texts instead of just reading them in front of class. overall generally an effective teaching strategy.
  • Professor Schultz conducted group quizzes in the class that I found to be extremely helpful. It helped me understand the content more by hearing what my peers thought and their understandings of the reading. Professor Schultz also conducted debates that were interesting and helped with the understanding of the material. In addition to this, I always felt that Professor Schultz was readily available if I needed help.

Mein Unterricht ist tatsächlich sehr stark auf Interaktion und Studentenbetätigung ausgelegt, was bei 30 Studenten schwierig ist. Beim nächsten Punkt geht es um die Materialien, die ich benutze und wie es mir gelingt, die Studenten zu erreichen.

  • I believe that the notes on the board with diagrams are very helpful. I also believe that the debates were also helpful in stimulating thoughts about the concepts we were discussing. Professor Schultz’s enthusiasm and personal thoughts and stories made the class easy to engage in.
  • He frequently uses diagrams and webs to connect his notes together. He does not place a strong emphasis on grades and would rather have the students learn the content.
  • I always felt like I knew what was expected of me, he made it clear how he wanted responses written. I could tell overall he is passionate about what he is teaching and that helped to pass on some of that passion to the students. He also made us aware that we could go to him at any point for help/questions which was necessary for this class and I appreciated that.
  • His powerpoints and notes

Meine PowerPointPresentationen werden immer weiter verbessert, enthalten jedoch eine Menge Bildmaterial, so dass ich sie nicht im Internet zur Verf√ľgung stellen kann. Ich muss weiterhin an diesen Folien arbeiten, da viele Studenten sie benutzen, um damit zu lernen. Eigentlich mag ich den Einsatz von PowerPoint nicht. Der Vorteil meines Unterrichts ist im Gegensatz meine Diagramm-Methode, die ich tats√§chlich nach dem Buch der Michelmanns in Kombination mit Birkenbiehl noch zu Schulzeiten ausgearbeitet habe. Sp√§ter dann habe ich mich ja mit den Michelmanns getroffen und dabei dann festgestellt, dass meine Methode stark ihrer Methode √§hnelt.. Die Methode ist eine Veranschaulichung von abstrakten Konzepten in Diagrammen. Die Methode erlaubt eine bildliche Verkn√ľpfung durch Netzwerke, wobei die Bilder fast unbegrenzt erg√§nzt werden k√∂nnen. Ich kann damit ganze Vorlesungen auf eine Seite bringen. Bei den Studenten hat es den Vorteil, dass ich flexibel ihre Kommentare und Diskursbeitr√§ge in mein Tafelbild einbinden kann, ohne damit die Kernbotschaft aus den Augen zu verlieren. Dadurch entsteht jedes mal ein sehr individuelles Tafelbild. Im n√§chsten Punkt geht es darum, wie ich auf die Studenten im Hinblick auf Philosophie Einfluss genommen habe.

  • Norman Schultz was very effective at teaching. Even though this class was an elective and thus, given the title as a BASIC philosophical class, he went beyond the basics and really stimulated my thinking. He stressed the importance of why we need philosophy in life and why it is significant for everyone to study to it. This illustrated the relevance of this course to the real world. Before assigning papers, he went over in detail how to structure an argument, how arguments will be assessed, and how we can achieve success on papers. He looked at students based on their intelligence and not as a letter grade. He valued student’s thoughts and arguments and encourage shy students to participate in the class. Overall, Normal Schultz is a great educator for this course and I highly recommend any student to take one of his courses.
  • The lectures we had everyday were interesting therefore effective. I also liked having the quizzes because it shows how much we learned from the reading and we can always use it to refer back to help us with the midterm, papers, and final. I went into this class with a closed mind on philosophy, but now I am leaving this class with a whole new perspective. I truly enjoyed this class and having you as my teacher. I would recommend you to future students. Your office hours were very helpful too.

Ich bin sehr froh, dass viele Studenten es so wahrnehmen, dass mein Kurs ihre Sicht auf die Dinge ver√§ndert. Mittlerweile werde ich sehr h√§ufig weiterempfohlen und habe bei Undergraduates einen sehr guten Ruf. Ich hoffe, dass auch bei meiner n√§chsten Universit√§t so ausbauen zu k√∂nnen. Negative Kommentare gibt es nat√ľrlich auch. Zumeist beziehen diese sich auf den Schwierigkeitsgrad meiner Klassen. Ich muss dazu sagen, dass ich fast allen Studenten ein A gebe und damit viel Druck von Anfang an raus nehme. Wer deswegen glaubt, dass meine Studenten nichts lernen w√ľrden, versteht wenig von Bildung. Im Vergleich zu den Professoren, bei denen ich hier in Amerika als Assistent gearbeitet habe, ist mein Unterricht erstens komplexer und zweites bekomme ich bessere Essays. Die Qualit√§t der Essays hat sich √ľbrigens nachweislich erh√∂ht, je weniger Wert ich auf Noten gelegt habe. Wenn ein Student eine schlechte Arbeit abliefert, hat er solange Zeit zu korrigieren, bis die Arbeit ein A- ist, damit lernt er schlie√ülich auch, was Qualit√§t ist. Dennoch bedeutet das nicht, dass mein Unterricht einfach ist:

  • He is very complex, he should be teaching philosophy majors and minors because he has such a great passion. He is not for ucor classes because some of us don’t wanna go that deep.

Ich werde den Unterricht nicht vereinfachen, denn ich denke, dass das Level notwendig ist und w√ľrde gerne das Level noch weiter erh√∂hen.

3. Journaling und die richtige Schrift entwickeln

Es ist ja nun so, dass der Trend der Journals den markt erobert. ¬†Journaling ist dabei tats√§chlich ein sehr wichtiger Teil meiner t√§glichen Arbeit, worin ich wesentliche Fortschritte nach eigenen, selbstorganisierten Regeln festhalten kann. Das Journaling bereitet sich ja gerade den Weg, weil der Computer doch eher ein Prokrastinationswerkzeug ist. So wird das Journal zu einer meditativen Erfahrung, wenig Ablenkung und viel Zeit, um sich auf Schrift und sich selbst zu konzentrieren. Journals gibt es dabei in H√ľlle und F√ľlle, wobei ich diese nie so wirklich in Schreibwarenl√§den fand. Bei Amazon gibt es daf√ľr eine ganze Palette und sie eignen sich auch immer gut als Geschenk.

Das Schreiben mit der Hand gibt mir dabei auch Ruhe. Mit einem ordentlichen F√ľllfederhalter oder eben mit einer Feder kann mein sein Schriftbild entwickeln. Ich habe dies die letzten Monate gemacht und viele schauen mir √ľber die Schulter und bewundern meine Schrift, aber dazu wann anders mehr.¬†Zwar haben die Gelschreiber den Markt erobert aber f√ľr das richtige Journal empfehle ich dann doch einen F√ľllfederhalter oder eben eine Feder mit der St√§rke 1.5 von Lamy. Eine Feder hat den Vorteil, dass das Schriftbild sich verfeinern l√§sst und man sich mehr Zeit nimmt.

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Norman Schultz, Pittsburgh Ende Juni

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Meine letzten Monate in Deutschland, Pittsburgh und die Eishockeymeisterschaft und Einfachheit im Verhältnis zum Terrorismus

Pittsburgh at the Convention Center during the 5th Play-Off-Game

Pittsburgh und die Penguins - Pittsburgh will die Eis-Hockey-Meisterschaft gewinnen

1. Was geschah in den letzten Monaten?

 

  • Pittsburgh versucht sich gerade in diesem Moment daran, die Eishockey-Meisterschaft mit den Penguins zu gewinnen.
  • Wir haben den dritten Platz in der Trivia-Stadt-Meisterschaft (100 Dollar) belegt: Ellen (Frankreich, Philosophin), Roly (Gro√übritanien, Philosoph), Ashok (Indien-Amerika, Statistiker), Ben (Cancer-Research, Amerikaner), John Harvey (Philosophie-Professor, Amerikaner).
  • ¬†Habe bei der Pittsburgh Piano-Group Rachmaninoffs Cis Moll- Prelude vorgetragen
  • Wurde zum Hot Professor gerated, dazu gleich mehr
  • Dr. Swindal hat meine Stunde abgenommen, meinte dass ich ein nat√ľrliches Unterrichtstalent h√§tte
  • Habe sehr gute Ratings f√ľr meinen Unterricht bekommen
  • Mitgliedschaft bei den Moral Conversations
  • Philosophie Trivia f√ľr die Philosophie-Party vorbereitet
  • Im Mai war ich in Deutschland zum Hegel-Kongress und habe gute Kommentare f√ľr meinen Vortrag bekommen (dazu wann anders mehr)
  • Semester Abschlussparty organisiert und dazu ein Philosophie-Trivia veranstaltet (dazu auch wann anders mehr)

          Ich war mit Emily und Mireille im Frick Park hiken. Hier sind die Bilder.

Tree-Roots-Movement

ansonsten bereite ich das Fantasy-Impromptu von Chopin vor. Ansonsten? Ich m√∂chte √ľber Einfachheit sprechen, die ja ein Kriterium der Wissensvermittlung ist. Wobei die Einfachheit meiner Kurse stets angezweifelt wird, auch wenn ich auch andererseits sehr gute Evaluationen bekomme:

„Schultz is super laid back and comes off as a very boring man, but don’t be fooled, Normy is the boy. He is super easy and does not really care about the grades. He really cares that you will learn. As I was writing this he came in with a mini pizza, looked at one of the students and just went „Haha it’s a pizza“. You’ll like him.“ „Love him! He started the class and said he was a very boring person, but he’s actually hilarious!“

Immerhin erf√ľlle ich das studentische Hotness-Kriterium. Wie unterrichte ich? Ich fange das Semester tats√§chlich mit der bedeutungsschwangeren Frage an, warum wir eigentlich hier sind, was die Studenten regelm√§√üig am√ľsiert. Danach f√ľhre ich dann aus, dass ich eigentlich zu den langweiligsten Personen der Welt geh√∂re und ich mit meiner Doktorarbeit an der Lizenz zum Langweilen arbeite. Wenn ich sie aber zu sehr langweile, so f√ľhre ich zumeist aus, k√∂nne ich ihnen auch wirklich coole Bilder von Schachfiguren zeigen. Nun ja, aber warum sage ich das alles? Ich will bei meinen Studenten Akzeptanz schaffen, dass, obwohl ich ein wirklicher Easy-Grader bin, ich keine R√ľcksicht nehme auf konzeptionelle Schwierigkeiten. Der interessante Stoff ist nicht einfach und gerade hier lernen wir. Meine Kurse sind schwierig und schwer verst√§ndlich, vor allem, wenn man sich nicht hineindenken will. Dass meine Kurse schwierig sind, bedeutet jedoch im Gegensatz nicht, dass ich viele, schlechte Noten verteile. In der Regel bekommen meine Studenten alle ein A, wobei ich mein Grading im Laufe der Jahre im mehr in diese Richtung verschoben habe, die Resultate im gleichen Sinne, aber auch immer besser geworden sind.

 

2. Der Glaube an einfache Erkl√§rungsmodelle macht anf√§llig f√ľr Extremismus

In dem Buch Engineers of Jihad¬†wird die These untersucht, ob ein vereinfachendes Denken zu Terrorismus f√ľhre.

‚ÄěEngineers of Jihad‚Äú. The Curious Connection between Violent Extremism and Education, Princeton University Press 2016).

Р45% Ingenieure bei allen Terrorangriffen. 1% Ingenieure an Gesamtbevölkerung.

„Vergleiche zwischen gewaltbereiten und friedlichen Islamisten sowie zwischen religi√∂sen und laizistischen Widerstandsgruppen in Entwicklungsl√§ndern f√ľhren auf denselben Umstand: √úberproportional ist die Beteiligung der Ingenieure an gewaltbereiten Gruppen und am religi√∂sen Extremismus.“ (Quelle: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/viele-terroristen-sind-scheinbar-ingenieure-14148612-p3.html)

Erklärungshypothese:

Neigung zu simplen L√∂sungen. Ingenieure haben ein mechanisches Weltbild, das den Glauben an simple Erkl√§rungen beg√ľnstigt. Hieraus folgt eine „gr√∂√üere Irritierbarkeit durch […] abweichendes Verhalten, Normverst√∂√üe [und] Regellosigkeit“ (Quelle, siehe oben) Angenommen die Hypothese ist richtig, so sollte dies auch eine l√§ngere Betrachtung der Verschw√∂rungsnaivit√§t nach sich ziehen. Verschw√∂rungstheorien, so raffiniert sie manchmal erscheinen, verfahren zumeist nach einem simplen Erkl√§rungsmuster, wonach einzelne Akteure das Weltgeschehen direkt beeinflussen. Soziologisch wird diese These stark bezweifelt und gilt in vielen Bereichen als unwissenschaftlich, denn soziale Komplexe funktionieren nicht kausal, sondern durch eine Vielzahl an schwer identifizierbaren Wechselwirkungen, so dass sie in der Soziologie zumeist nur durch schwache Korrelationen identifiziert werden k√∂nnen. Im Gegensatz dazu halte ich folgende These f√ľr angemessen: Realit√§t¬†ist ein Komplexist, den es nicht zu durchschauen gilt, sondern mit dem wir umgehen m√ľssen.

Beispiele f√ľr Einfahcheitsglauben
a) ‚Professor Whitcomb‘ und der Bibelglaube:
  • Leiter des UPMC im Bereich Bauchspeicheldr√ľsenkrebs und Diagnostik von Leber und Nieren-Krankheiten
  • Weltweit geachteter Experte
  • Im Gegensatz starker ¬†Bibelglaube, um die Entstehung der Welt ersch√∂pfend zu erkl√§ren
  • Whitcombs¬†Vater ver√∂ffentlichte eine sehr dichte „ingenieurstheoretische“ Abhandlung (vorgelegt in den 60ern) zur Kritik der Evolutionshypothese
  • Bei Bibelkundlern gilt diese seit den 80er Jahren als Standard (siehe auch:https://en.wikipedia.org/wiki/John_C._Whitcomb)
  • Jene Wissensanh√§ufung l√§sst sich f√ľr Laien aufgrund der ingenieurstheoretischen Komplexit√§t schwer widerlegen, entspricht aber dennoch einem simplizistischen Weltbild
Aus dem Gespräch mit Dr. Whitcomb habe ich auch erfahren, dass er angeblich Steve Jobs sehr leicht hätte retten können.
b) Steve Jobs
  • verl√§sst sich bei der Bek√§mpfung seines Krebses auf M√∂hrensafttherapie
  • Nach Dr.Whitcomb k√∂nnen jene Krebsvarianten wie Steve Jobs sie hatte in 95% der F√§lle erfolgreich therapiert werden
  • Selbst nachdem Jobs eine neue Niere bekommen habe, h√§tte er seinen Krebs nicht mit der √ľblichen Chemotherapie bek√§mpfen wollen
  • Krebs ist ein komplexes Gebilde und das Wort ‚Krebs‘ ist der Sammelbegriff f√ľr viele, verschiedene Zellwucherungen, die unterschiedliche Ursachen haben
  • Eine eindeutige Vitamin- oder Fruchtsafttherapie entspricht daher einem simplizistischen Weltbild
Auch diese Vitamintheorien folgen hier einem ingenieurstheoretischen Erklärungsmodell.
c) Klimawandelskeptiker
  • Vertreter k√∂nnen hohe Universit√§tsabschl√ľsse haben und ihre Argumente sind f√ľr Laien schwer zu verstehen noch zu durchschauen
  • Im Gegensatz aber haben selbst Klimaforscher kein abschlie√üendes Wissen und keinen eindeutigen Beleg (Siehe meine Artikel zum Klimawandel hierzu)
  • Im Gegenteil: Wissen um den Klimawandel speist sich aus dem Diskurs speist und nicht die Argumente, sondern die Resultate des Diskurses belegen Klimawandel
  • Diskursresultate sind keine verstehbaren und perfekt rekonstruierbaren Theorien, sondern entstehen in einem Diskurszusammenhang, der auf freier Wissenschaft basieren muss
Klimawandelskeptiker reduzieren einen komplexen Diskurs auf wenige, f√ľr sie klare Argumente.
Der Glaube an einfache Regeln¬†ist Grundlage f√ľr terroristische Ansichten.
Das ganze begegnet einem √ľbrigens auch im Alltag. Nachts war ich mit dem Fahrrad in Pittsburgh unterwegs:
Passant: „Why don’t you ride on the street, you fuckin‘ asshole?“
Ich: „I am sorry.“
Passant: „I said, why don’t you ride on the street, you fucking asshole?“
Ich bleibe stehen und rufe: „Because the cardrivers shout at me: Get of the fuckin‘ street you fuckin‘, you dumb shit.“
Er ruft zur√ľck „Huh, what’s wrong with you get off the fucking sidewalk, you fuckin‘ asshole!“
Ich rufe zur√ľck „You asked me for a reason. Do you have Tourette-syndrom?“
„You fucking asshole.“
Ich fahre weiter. Episodische Erkenntnis ich wei√ü. Dennoch glaubt er, dass jemand der auf der Stra√üe f√§hrt, einfach die Stra√üenverkehrsordnung bricht und deswegen ein Arschloch sein muss. Simple Erkl√§rung: Wer Gesetze in dieser Art und Weise bricht ist unw√ľrdig und kann verbal attackiert werden.
Nun, ich behaupte, dass vorherige Beispiele alle miteinander zusammenh√§ngen. Sie sind alle Konsequenzen von einem nur analytischen Denken, wobei hier die Gr√ľnde f√ľr bestimmte Erscheinungen mechanistisch reduziert werden. Dar√ľber hinaus behaupte ich, dass alle, die sich eingehend mit Verschw√∂rungstheorien besch√§ftigen, zum Erfolg von Dummheit beitragen.
Hiermit meine ich im Übrigen nicht die kritische Auseinandersetzung mit tatsächlichen Vorfällen, wie diese Sendung verwechselt:

Problem an der Sendung ist, dass sie versucht Verschwörungstheorien zu immunisieren. Die Sendung behauptet, dass die Kritik an Verschwörungstheorien dem Establishment dient. Die Verschwörungstheoretiker stilisieren sich mit solcherlei Aussagen als Außenseiter, die sich gegen das Establishment abarbeiten. Den Erfolg dieser Immunisierungsstrategie sehen wir nun bei der AfD oder auch bei Donald Trump. Bei der AfD glaubt man mit Verschwörungstheorien die Wahrheit zu vertreten, die zum Beispiel ein SPD oder CDU-Wähler stillschweigend ignoriert.
Abschließende Thesen daher:
  • Alle, die sich mit Verschw√∂rungstheorien besch√§ftigen und diese weiterspinnen, beteiligen sich an einer simplizierenden Verbl√∂dung der Gesellschaft, die schlie√ülich auch zu dem Weltbild der AfD f√ľhrt. Die AfD folgt genau der Vorstellung, dass komplexe Sachverhalte mit simplen Verschw√∂rungstheorien erkl√§rt werden k√∂nnen oder dass es f√ľr komplexe soziale Missst√§nde einfache L√∂sungen geben w√ľrde.
  • Generell gilt daher: Beteilige dich nicht an Verbl√∂dung, aber bleibe kritisch. Beteilige dich nicht an Verschw√∂rungstheorien, sondern nutze deine Energien eher um positive Sachverhalte zu schaffen wie zum Beispiel Tich Na Than sagt: Wir m√ľssen den Krieg erst in uns selbst beenden.
So viel dazu, ich mache mich dann mal auf den Weg nach Downtown um die Feier √ľber den Sieg zu sehen :)

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Norman Schultz

Pittsburgh, Mitte Junie 2016

 

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Playstation4 und meine Dissertation, M√§nnerstarren und Mindawareness: M√§rzbruchst√ľcke

Unser Trivia-Erfolg, wir haben eine Playstation 4 gewonnen

Dissertationen verschlingen Zeit und verdauen langsam wie Schlangen. Irgendwo sind Gro√üprojekte auch immer best√§ndiger Planungsschmerz. Dennoch die gro√üe Linie ist schon an den Horizont geschrieben. Ich hoffe ich habe meine Dissertation nicht nur getr√§umt, aber mein Computer beherbergt 300 Seiten, was mich zu n√§chtlichen Panikattacken f√ľhrt, ob noch alles da ist. Und wie lebt der Philosoph aus Amerika sein Leben? Nun wir haben bei Trivia eine Playstation 4 gewonnen.

 

1. Sich den kulturellen Gebräuchen weiter anpassen und bei American Trivias gewinnen

„March Madness“ bedeutet: die besten College-Basketballmannschaften im Land gegeneinander. K.O.-Modus. √úberall versammeln sich die Amerikaner vor ihren Abspielger√§ten. Die NBA ist jetzt auch in unserem Haus, allerdings in anderer Weise, denn die Playstation 4 bestimmt jetzt unser Freizeitverhalten (zuvor gewannen wir ja ein Hoverboard). Wir haben uns f√ľr die Konsole nun auch auch NBA 2014 gekauft (f√ľr 4 Dollar) und viele, die unser Haus betreten, glauben, dass wir tats√§chlich Basketball im Fernsehen schauen. An den Nahaufnahmen ist zwar noch zu arbeiten, aber das Spiel sieht dann t√§uschend realistisch aus.

Mit all den Kommentaren und mit Ashok’s Basketball-Kenntnissen poliere ich nun mein nutzloses Wissen auch in diesem Bereich auf. Eigentlich wollte ich mir ja das Leben f√ľr die Zeit nach der Dissertation aufsparen.

http://pin.it/XmFZ9u3

2. Ansonsten lese ich √ľber Deutschland

Reporterpreis in 5 Kategorien f√ľr die Die Zeit – „Die Schlachtordnung“ von Anne Kunze im Bereich „investigativ“.

Kunze zeichnet darin Gastarbeiterschicksale, die wie Geisterarmeen innerhalb des Marktgetriebes  der Fleischproduktions-industrie zerrieben werden:

„ein Prinzip: immer billiger […] eine Himmelsrichtung: Osten.“

Polen sei schon ausgesch√∂pft, die Arbeiter „zerschlissen“. Erst die Polen, dann die Ungarn, dann die Rum√§nen. „Jetzt die Bulgaren.“ hei√üt es in ihrem Artikel.

„Mittlerweile suchen Anwerber in der Ukraine nach S√∂ldnern.“

In den Schlachtbetrieben bilden sich soziale Hierarchie nach Herkunft. Oben die Polen und Ungarn, unten die Sinti und Roma:

„Die anderen Arbeiter sagen √ľber sie, sie lie√üen alles mit sich machen, k√∂nnten nicht lesen, nicht schreiben, schufteten f√ľr drei Euro in der Stunde.“

Aufs nackte Dasein reduziert leben einige als Waldmenschen und f√ľllen Wasser aus H√§hnen ab. Nehmen es mit in den Wald. Warum wehrt sich niemand? Bei Aufruhr werde die gesamte Stammbelegschaft ausgetauscht. Es gibt genug BilligArbeiter.

„ein gestandener Fleischermeister, weint w√§hrend des Gespr√§chs, als er sich an die Dem√ľtigungen erinnert.“

Zudem: Jeder im Umkreis dieser Betriebe soll an der Geisterarmee verdienen. So bieten Hausfrauen verschiedene „Dienstleistungen“ an: Begleitung zum Arzt (50 Euro), Kindergeldantr√§ge ausf√ľllen= 150 Euro. Auch Raumausstatter verdienen:

„Helmut Ebbrecht vermietet in Quakenbr√ľck Wohnungen in zwei ehemaligen Kasernen, die seit 1933 nicht saniert wurden. 350 Euro im Monat nimmt er pro Wohnung. Weil die Fenster nicht dicht sind, stellen die Bewohner Heizk√∂rper auf und haben Stromrechnungen von bis zu 140 Euro. Es stinkt. An den W√§nden stockt der Schimmel. „Die Leute m√ľssten halt l√ľften“, sagt Ebbrecht, „aber die haben nat√ľrlich andere Sauberkeitsstandards als wir.“

Die Behandlung der Arbeiter im Betrieb ist unter der Menschenw√ľrde:

„Ein Mann, dem schon der Finger abfault, den der Vorarbeiter aber nicht zum Arzt l√§sst ‚Äď weil der Kranke keine Krankenversicherung hat.“

Fleischermeister Sch√ľrmann beweist dabei die fehlende Empathie, die ihm sonst auch bei Tieren fehlt:

„Als ich meine Fleischerlehre gemacht habe, habe ich mir auch eine Matratze auf den Boden gelegt.“

Er f√ľgt hinzu, dass er Christ sei, wenn auch nicht gl√§ubig. Der Mindestlohn wird in den Betrieben leicht umgangen: Arbeiter zahlen f√ľr Kleidung, Arbeitsger√§t und Reinigung. Dazu kommen allerdings dubiose Kosten f√ľr Miete und Transport.

Der¬†Artikel¬†ist wirklich lesenswert, weil er √ľber unm√∂gliche Zust√§nde in Deutschland informiert:
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3. Ich helfe moralische Konversationen zu organisieren, Stichwort: Man-gaze РDas Männergestarre

Ich mitorganisiere hier eine Reihe, die hei√üt „Moral Conversations“. Praktisch: die betreffende Minderheit versammelt sich und entfaltet einen Powerdiskurs auf Grundlage ihrer Ressentiments gegen√ľber der Mehrheit. Ja, das klingt sehr negativ, aber ich bin teilweise schockiert, wie dort mit den vermeintlichen Mehrheiten umgegangen wird.

Eine Studentin berichtete von einem Werbespot, in dem 5 M√§nner sich um 2 Bikinifrauen in einem Pool versammelten hatten. Sie betonte dann, dass die M√§nner nicht einfach nur geschaut h√§tten, sondern sie sagte mit abf√§lligem Ton „they had this man-gaze“. Nun habe ich schon vorm Spiegel ge√ľbt und ich frage mich, ob dieser Man-Gaze ontologisch in mir verwurzelt ist. Ich frage mich zudem, ob es auch einen Christ-Gaze oder Muslim-Gaze gibt. Bei diesen Vergleichen wird klar, dass es M√§nnern auch missf√§llt, wenn ihr Dasein ontologisch auf eine brutal biologische Daseinsweise reduziert wird. Warum ist der K√∂rper von M√§nnern immer b√∂se und bedeutet Gewalt? Bei Foucault ist dann dieser Gegendiskurs nichts anderes als ein Erwachen der Macht unter neuen Umst√§nden. Kritik muss wohl auch schonend vorgetragen werden, insofern sie ein Diskurs werden soll, der nicht ein neues Machtzentrum installiert. Ansonsten finde ich solche Diskurse doch sinnvoll, warum ich sie auch helfe, zu organisieren. Dennoch Frauen akkumulieren Macht in den neuen, gesellschaftlich bestimmenden Diskursen.

4. Mindawareness-Fare

Auf einer Veranstaltung hier traf ich einen Anh√§nger, der sich als Anh√§nger von Techno Khan ausgab. Ich habe dabei an eine Kombination von Techno und …

…gedacht.

Nun ja, sein richtiger Name ist Tich Na Hanh. Er ist Vietnames und wurde 1964 von Martin Luther Kind f√ľr den Friedensnobelpreis nominiert. Sein engagierter Buddhismus zielt allerdings nicht darauf in erster Linie die Welt zu ver√§ndern. Sondern uns zu ver√§ndern. Als er zu einer Grenze in einem Kriegsgebiet reiste und nicht durchgelassen wurde, setzte er sich in der N√§he auf den Boden und trank Tee. Als ihn seine Anh√§nger fragten, was er damit nun tue, antwortete er, dass er den Krieg beende. „Wie das?“ fragten seine Anh√§nger erneut und er antwortete: „Ich beende den Krieg in mir selbst.“

Eine Klimawende bedeutet zunächst eine moralische Wende in uns. Eine andere Welt, muss zuerst eine Wende in uns bedeuten. Spiritualität ist in diesem Sinne der Weg, weil sie keine Gegenkraft oder Gegenmacht installiert, sondern mit der Masse des Guten, die Welt zum Maß nehmen bringt.

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Das war‚Äôs. Im Mai bin ich in Deutschland auf dem Hegelkongress, falls mich irgendwer gerne sehen m√∂chte, dann schreibt mir bitte auf Facebook. Vielleicht passt es ja. Wenn ihr mir anderweitig folgen wollt, dann added mich doch bitte bei¬†Facebook¬†oder¬†tretet der¬†Facebookgruppe¬†oder der Googleplus Gruppe oben rechts bei. Ein¬†RSS-Feed¬†ist nat√ľrlich auch vorhanden. Ansonsten k√∂nnt ihr mich gerne anschreiben oder einen konstruktiven (!) Kommentar hinterlassen.

Norman Schultz

Pittsburgh, Ende März 2016

 

 

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Blognotizen: Mensch gegen Maschine – Go und Deeplearning und ein paar andere Notizen

1. Notiz: Mensch gegen Maschine

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Alpha-Go schlug im Januar den europ√§ischen Meister. Ein √úberraschung. Vor einem Jahr w√§re dies noch undenkbar gewesen. Nun wenige Monate sp√§ter spielt AlphaGo gegen einen der st√§rksten, menschlichen Gegner. Lee Sedol besitzt den neunten Dan auf dem professionellen Level. Es gibt nur wenige, die das Spiel so sehr beherrschen wie er. Sedol k√ľndigte im Vorfeld bereits an, dass er das Match klar f√ľr sich entscheiden w√ľrde und AlphaGo selbst um einen Punkt k√§mpfen m√ľsste. Die Kommentaren, Michael Redmond, selbst 9-dan Professional und Chris Garlock,¬†waren √§hnlich √ľberzeugt von der St√§rke Sedols. Gestern die √úberraschung: W√§hrend AlphaGo nur noch 5 Minuten auf der Uhr hat, positioniert Sedol, selbst die schwarzen Steine f√ľhrend, einen wei√üen Stein merkw√ľrdig auf dem Brett. Garlock und Redmond, noch in die Analyse vertieft, bemerken es nicht, doch Sedol hatte mit diesem Zug ¬†aufgegeben. Nach einiger Verwirrung stellt Redmond verbl√ľfft fest, Sedol h√§tte wohl resigniert, w√§hrend Garlock antwortet, dass Sedol noch zu z√§hlen scheine. Redmond bekr√§ftig jedoch: Sedol hat aufgegeben. Mit einem Schlag war es Gewissheit und Redmond musste eingestehen: AlphaGo hat gewonnen, gefolgt von der Feststellung, dass nun wohl viele Siege folgen w√ľrden.

Heute, am zweiten Tag gestaltet sich das Spiel wesentlich langsamer und Sedol begegnet AlphaGo mit Respekt. Eine vorsichtige Spielweise, ein konservatives Spiel des Menschen. Der √ľberraschende Punkt ist, dass AlphaGo √§hnlich intuitiv spielt wie ein Mensch, nur besser. Dadurch, dass AlphaGo Deeplearning anwendet, ist es ein anderer Ansatz, der einen Durchbruch in der A.I.-Forschung darstellt. Ich habe mich dazu heute mit Michelle unterhalten, die hier bei Google arbeitet und selbst an der CMU (einer der gro√üen Kaderschmieden f√ľr Computer-Scientists) studiert hat. Deeplearning w√ľrde nach ihr auf viele andere Prozesse noch nicht √ľbertragbar sein. Vor allem bei Open-World-Problems w√ľrden sie bei Google tendentiel auf Deep-Learning-Ans√§tze verzichten oder zumindest sie nur zu sehr kleinen Teilen anwenden. Dennoch ist dies ein weiterer Durchbruch in der Entwicklung der A.I. So stellte Redmond heute in seiner Analyse fest, dass er den Stil von AlphaGo m√∂ge und davon wom√∂glich noch viel lernen k√∂nne. F√ľr jeden der dem Go-Spiel n√§her kommen m√∂chte, dem sei diese japanische Anime-Serie „Hikaru No Go“ zu empfehlen. Nat√ľrlich etwas √ľbertrieben (da wird man ja panisch), geht es darum, den besten Go-Move aller Zeiten zu finden.

Erg√§nzung: Nachdem zweiten Verlust erscheint es so als w√ľrde es ein kompletter Durchmarsch f√ľr das Go-Programm werden. Hinzu kommt, dass das Program eher sicher spielt und nicht auf viele Punkte setzt, so dass der Abstand zwischen Go und dem Profi unklar ist, aber wahrscheinlich wird es niemals mehr knapp zwischen Mensch und Go-Maschine werden.

2. Notiz zur Ernährung

Im Moment esse ich Sardinen. Aus nachhaltigem Fischfang in kaltgepressten Oliven√∂l. Eine gute Zwischenmahlzeit ohne viel Zeit f√ľr die Zubereitung zu verlieren. Ich kombiniere es mit meinen vorbereiteten, veganen Gem√ľselasagnen und ich w√ľnschte diese Variante w√ľrde es als gut gew√ľrzten Tofu geben, denn es spart mir viel Vorbereitungszeit.

3. Meine Fotografie

Ich habe mich mit Marwa (Tunesien) und Alexa (China) in Pittsburgh Downtown getroffen:

Pittsburgh

 

Ich komme nun besser mit der Feststelllinse klar und kann genauere Fotos machen. Vor allem bei meinen Sch√§rfeeinstellungen mache ich nicht mehr so viele Fehler wie fr√ľher. Meine Kamera ist dabei eher „old-fashioned“:

4. Philosophische Notizen

Im Moment bearbeite ich Hegel f√ľr meine Dissertation und bin im Mai beim internationalen Hegelkongress in Deutschland. Mich interessiert dabei vor allem der Zusammenhang zwischen ewigen logischen Gesetzen und ihrer zeitlichen Feststellung, das hei√üt der Idee, dass Logik etwas Ewiges, vom Menschen Unabh√§ngiges sei.

Ich verfolge jedoch weniger die konservative Interpretation, und glaube dass Logik zwar universal verstanden werden muss, die Kategorien dieser Logik aber durch Bewegung charakterisiert sind und deswegen nicht genau als unzeitlich festgestellt werden können.

Hegel betont hierzu in der Philosophie der Natur, dass die Logik einen diamantenen Kern darstellen könnte. Wobei meine These darauf zielt, dass dieser Diamant, die höchste Kompression von Gedanken sei, die wir bisher erreicht haben, aber deswegen nicht als unzerstörbar gelte. Denken und seine Kategorien sind die Höhepunkte unserer Zeit, wichtiger aber als ihr totes Skelett ist die Frage, ob sie sich in der Zeit realisieren lassen und wie sie sich realisieren.

Hierzu ist auch Hegels Geschichtsauffassung interessant, die ich der Einfachheit halber mit ein paar Notizen von Sparknotes darstelle:

http://www.sparknotes.com/philosophy/hegelphilhist/summary.html

Hegel unterscheidet in seinen Geschichtsvorlesungen 3 Arten von Geschichte:

1. die urspr√ľngliche Geschichte, geschrieben w√§hrend ihrer Zeit

2. Reflektierte Geschichte: Nachdem die Geschichte bereits vergangen ist

3. Philosophische Geschichte, wobei a priori Gedanken genutzt werden, um Geschichte als rationalen Prozess zu verstehen

Wir wollen Geschichte nicht als zuf√§llige Abfolge von Ereignissen verstehen, sondern sie nach einem inneren Plan charakterisieren. Wenn wir diese Art der Geschichtskonstruktion nicht verstehen, dann sind wir einer ungenauen Geschichtsschreibung hilflos ausgeliefert. Ich behaupte, dass unphilosophische Geschichtsschreibung auch zu Chemtrail-Theorien, Anti-Impf-Kampagnen, Auslandsverschw√∂rungen und Antiamerikanismus f√ľhrt. Letztlich ist es auch diese unreflektierte Geschichtsphilosophie, wonach die verl√§sslicheren Medien als L√ľgenpresse geschm√§ht werden und was letztlich den Erfolg von Programmen wie der AfD ebnet. Ich behaupte, dass jeder, der Pseudotheorien vertritt, auch f√ľr die politischen Konsequenzen verantwortlich ist. Aber das sind zun√§chst nur Thesen √ľber die ich in der Zukunft nachdenken m√∂chte. F√ľr die philosophische Geschichtsschreibung m√ľssen wir √ľber den inneren Geist der Geschichte nachdenken. Dieser Geist ist Vernunft:

  • Vernunft ist unendlich frei, da sie sich selbst gen√ľgt
  • Vernunft ist in und f√ľr sich selbst (bitte nicht fragen, was das bedeutet :), nichts ist au√üerhalb des Prozesses
  • Vernunft ist demnach die Substanz der Weltgeschichte. „since world history is caused and guided by a rational process“ (http://www.sparknotes.com/philosophy/hegelphilhist/summary.html), denn andernfalls k√∂nnten wir es nicht verstehen

Was ist Freiheit f√ľr Hegel? Geist ist Freiheit realisiert in der menschlichen Geschichte. Menschen sind das Mittel in dem sich der Geist √ľber ihre K√∂pfe hinweg realisiert. Auf der anderen Seite sind Menschen aber auch Subjekte und nur dadurch dass der Geist seiner selbst im Menschen bewusst wird, realisiert sich Geschichte (see http://www.sparknotes.com/philosophy/hegelphilhist/summary.html).

Wie kommen also dieses Subjektive, das Partikul√§re des Individuums und das Objektive der Universalien zusammen? F√ľr Hegel erscheint dieses Dritte im Staat, der Gesamtheit aller Individuen und der Regierung (see http://www.sparknotes.com/philosophy/hegelphilhist/summary.html). [Ein Staat ist daher f√ľr Hegel immer gut, oder im platonischen Sinne zumindest besser als der v√∂llige Zerfall. Die Umw√§lzung durch Revolutionen wird dabei auch immer als Gefahr interpretiert, dass alles riskiert werden w√ľrde]. Im Staat realisiert sich etwas, das allen Indivduen doch gemeinsam sein sollte und zugleich universal verschieden. Etwas, dass die meisten nicht verstehen, denn der Staat repr√§sentiert die Menschen nur, aber dr√ľckt nicht direkt ihren Willen aus (auch ein l√§ngeres Thema). Er ist eine Synthese von partikularen und universalen Interessen.

Nat√ľrlich bleibt der Staat niemals in seiner optimalen Form. Geist muss √ľber die Modi der Zerst√∂rung in immer st√§rkeren Formen zur√ľckkehren. Alle Selbstnegationen bringen Geist zu einer kompletten Realisierung im Selbstbewusstsein als rationale Freiheit und dies ist Vernunft.

Soviel Unklarheit mit Hegel f√ľr heute. Es ist aber ersichtlich, dass sich meine Forschung zunehmend von epistemologischen Problemen in den ethisch-politischen Bereich verschiebt.

 

5. Motivation zum Trainieren und Weitergehen:

Da das alles schwer genug war: Ich lese gerade ein Buch zum Flow und Steph Curry, der letztes Jahr mit Golden State die NBA gewann, scheint zu wissen wie das geht. Seine Vorspielroutine hier:

 

Zum Flow-Buch bald mehr

 

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Norman Schultz

Pittsburgh, März 2016

 

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Trivia, Donald Trump, Waterboarding, Oscars und mehr: Unphilosophischer Bericht aus Pittsburgh – Meine Woche in 5 Punkten

Ashok und Ben demonstrieren unser neues Hover-Board

1. Trivia-Erfolge

Amerika ist die optimistische Alpha-Kultur, die das Banale zum h√∂chsten Gut erkl√§rt und seri√∂se Fragen wie zum Beispiel Klimawandel Europa √ľberl√§sst. Dem Banalen werden Oscars und Grammies verliehen und auf Superbowlparties feiern die Amies ihre Skand√§lchen mit Beyonce. Ansonsten h√§lt der Amerikaner gerne die die Hand auf der Herz-Brust. Ganz ehrlich, erst letzte Woche habe ich mir ein LaCrosse-Spiel unserer Duquesne Frauen angeschaut. Durchweg blond standen sie am Anfang mit der Hand auf dem Herz und lauschten der Nationalhymne. Das wird hier bei jedem Spiel sogar bei der Jugend zelebriert.

Deswegen gibt es auch Trivias, also Spiele, bei denen man banale Fragen zu einer eigentlich banalen Kultur beantworten muss. Es gibt Trivias nat√ľrlich auch in Deutschland, aber die Amerikaner waren wom√∂glich die ersten, die das Triviale zum Aush√§ngeschild ihrer Kultur umfunktioniert und kommerzialisiert haben (noch vor Herr Tutorial). In Amerika ist Trivia keineswegs trivial, sondern eine ernste Angelegenheit und deswegen haben wir bei unserem letzten gro√üen Erfolg v√∂llig √ľberraschend
ein Hoverboard gewonnen.

Bis zu dem Zeitpunkt als wir die Treppen hinaufstiegen, wussten wir nicht, dass es √ľberhaupt etwas zu gewinnen gab.

Nat√ľrlich haben wir hierf√ľr ein Team einzigartiger Individuen zusammengestellt, so dass wir einen m√∂glichst breiten trivialen Bereich abdeckten. Roly, Experte f√ľr asiatische Kultur, und Go-Spieler, Ellen, Ballett√§nzerin, Cellospielering und Philosophin, Ashok, Statistik in Berkley studiert und Sportenthusiast, Ben, Krebsforscher, Ian, ehemals beim Milit√§r und Globetrotter, meine Wenigkeit und John Harvey.

The smartes man of Pittsburgh

 

John Harvey unser Mann f√ľr ernste Angelegenheiten. Er spricht flie√üen Deutsch, Franz√∂sisch und √ľbersetzt fehlerlos Latein und Griechisch. Er ist beseelt in Mathematik, Geschichte, Chemie, Biologie, Physik und allen anderen Wissenschaften, die interessant sind und ist nat√ľrlich auch Professor f√ľr Philosophie. Als der Moderator verk√ľndete, dass die n√§chste Frage zur Antike w√§re, jubelten wir bereits und ich begann Johns Schultern zu massieren. John parierte die Frage (die ich √ľberhaupt nicht beantworten konnte und deswegen vergessen habe) selbstbewusst mit Attila. John wusste alles √ľber Attila und und zog ein selbstverfasstes Theatherst√ľck aus der Tasche zu ziehen, betitelt mit „Attila, der Hunnenk√∂nig“.

Nicht nur die Hoverboards hovern

 

Doch das ist nicht die ganze Geschichte. Nat√ľrlich waren wir zu sp√§t in der Bar, weil das Trivia in einer anderen Bar gecancelt war und wir verpassten eine ganze Runde (aus 6 Runden a drei Fragen). Wir holten aber Runde um Runda auf. In der finalen Frage konnte ich mit meinem exorbitanten Tom Cruise Wissen gl√§nzen (mein ganzes Leben bel√§chelt daf√ľr, dass ich¬†Tom Cruise Filme als gut einstufte). Wir setzten volle Punkte und zogen mit der letzten Frage an die Spitze und gewannen mit einem Punkt Vorsprung ein Hoverboard im Wert von 300 Dollar, das Ian dann gleich im Anschluss die Treppe hinunter schmiss. Nun fahren wir in meiner WG t√§glich mit dem Hoverboard durch das Haus. Und billig sind die Dinger nicht:


2. Nicht ganz so trivial: Der Wahlkampf wird heiß

Die rhetorische Verrohung feiert die Befreiung von den Fesseln der politischen Korrektheit und sinkt dabei ins banale Stammtischgebrabbel. In den sozialen Medien b√ľndeln die Gerade-so-Alphabetisierten ihre Energien und setzen die klassischen Demokratieorgane unter Druck. Das Internet wird zum globalen Stammtisch und als Alternative zur intellektualisierten L√ľgenpresse gefeiert. Sarah Palin will so zum Beispiel Terroristen mit Waterboarding taufen und erntet daf√ľr den erwarteten Social-Media-Applaus.

Nat√ľrlich ergibt die Aussage keinen Sinn. Werden Menschen etwa durch derart Taufen zu Terroristen? Oder anders herum, haben sie mit Waterboarding die Chance Christ zu sein? Vergibt sie ihnen damit die S√ľnden? √Ąhnliches Entr√ľcktheit gilt dann auch f√ľr Donald Trump, der gerne noch weitere Techniken einf√ľhren m√∂chte und Waterboarding als zu sanft einstuft.

Der Trend geht also dank Social Media dahin, dass sich nicht nur Wissen vermehrt, sondern auch Dummheit potenziert. Wer daher Verschw√∂rungstheorien unterst√ľtzt und sich zuvor nicht mit Wissenschaftstheorie auseinandersetzt, der unterst√ľtzt eben auch die Stammtischparolen.

3. Journaling

Neben diesen Lebensereignissen empfehle ich dringensT mit dem Journaling zu beginnen.  Mein Journal folgt dabei einer bestimmten Routine. Wahrscheinlich interessant anzusehen, ein paar Beispiele.

Hier ist die beste Einleitung, was so ein Journal erreichen kann. Es geht dabei vor allem um den Aufbau. Ein Journal hat den Vorteil, dass es nicht wie ein Planer jeden Tag einzeln gef√ľhrt werden muss.

Das folgende Journal ist absolut √ľberw√§ltigend und sicher nicht notwendig f√ľr den Beginner, aber es zeigt, was damit in der Zukunft m√∂glich ist.

Der Vorteil eines selbstentworfenen Journals ist die Flexibilität und es verfährt kontinuierlich. Lässt man es einen Tag aus, so geht es eben den nächsten Tag weiter. Ebenfalls eine wunderbare Idee ist ein Kinderjournal. Hier das Beispiel eines Vaters, der all die Lebensereignisse seines Sohnes festgehalten hat, erklärt von seinem Sohn. Wirklich emotional, leider alles auf English.

Hier ein etwas weniger elaboriertes Modell, das gute Ideen enth√§lt, die man f√ľr sein eigenes Journal im Hinblick auf die Struktur nutzen kann.

Bei Amazon gibt es ganz gute Produkte. Beim letzten sieht man, dass es nicht so √ľbersichtlich war. Ich glaube, dass es auch an den K√§stchen liegt. Beim Bulletjournal ist liniert ganz sinnvoll und man kann damit auch wunderbar seine Schrift √ľben.

 

4. Oscarparty

N√§chste Woche Sonntag finden die Oscars statt und wir organisieren daf√ľr bereits unsere Oscarparty. Es gibt einen roten Teppich. Und wer die meisten Oscarvorhersagen macht gewinnt unseren kleinen Oscar.

 

Gemein wie ich bin, hoffe ich insgeheim, dass Leonardo DiCaprio nicht den Oscar gewinnt. Aber nehmen wir an, er gewinnt ihn sein ganzes Leben nicht und dann machen sie einen Film √ľber diesen guten Schauspieler, der niemals den Oscar gewann und dann gewinnt ihn der Schauspieler, der ihn in diesem Film spielt. Das w√§re eine Tragik des Lebens und der Stoff aus dem gute Geschichten sind.

Ach und zum Film Deadpool. Der Film passt zu oben erw√§hnten Stammtischparolen, denn er besticht vor allem darauf Witze im Vulg√§r- und F√§kalbereich auszuschlachten und dabei mit diesem Image auch noch zu kokettieren. Im Grunde ist Deadpool ein platter Actionrei√üer zur√ľckgeschrumpft auf Bud Spencer und Terence Hill-Humor. Nicht das Bud Spencer und Terence Hill-Filme schlecht w√§ren, aber sie geh√∂ren eher in den Bereich des wirklich Trivialen.

Krankheit

Letzter Punkt: ich war mal wieder krank, aber mittlerweile verstehe ich mehr worum es geht. Der Grund warum ich krank war, ist nicht notwendig eine Infektion, sondern kann zu gro√üen Teilen durch Stress bedingt. Was mir nun im weiteren aufgefallen ist, dass ich ca. 2 mal im Jahr f√ľr jeweils 3 Tage krank bin. Das ist ein absolut normaler Wert und nicht bedenklich, allerdings merke ich, dass es immer genau der gleiche Ablauf ist. Erst Jucken nachts meine Ohren, der Hals schmerzt etwas, und dann f√§ngt meine Nase unnormal an zu laufen. Einen Tag sp√§ter habe ich leichten Husten. Wenn ich sofort meine Nase mit Schnupfenspray behandle schwillt nichts mehr an und auch das Fieber h√§lt sich in Grenzen. Ich lutsche gute Halsbonbons, was vielleicht meinen Hals etwas desinfiziert und nicht viel zur Ausbreitung der Keime beitr√§gt und ich trinke viel Wasser. Fr√ľher waren diese Infekte viel schlimmer, was auch daran liegen mag, dass ich mittlerweile kalt dusche, jeden Tag mit dem Fahrrad einen Berg erklimme und nebenbei noch laufen gehe. Au√üerdem habe ich mein Fr√ľhst√ľck und Mittag standardisiert, so dass immer Gem√ľse auf dem Essensplan steht. Da der Ablauf meiner Krankheiten jedoch immer derselbe ist, habe ich nun folgende These: Da unser K√∂rper mit vielen Bakterienkulturen besiedelt ist, l√∂sen bestimmte Infektionen ein Ungleichgewicht aus, so dass bestimmte Bakterienkulturen in meinem K√∂rper, oder meinetwegen auch Viren, sich rasant vermehren und vom K√∂rper nicht mehr im Gleichgewicht gehalten werden. Dieses f√ľhrt dann zu der immer gleichen Krankheit. Man k√∂nnte es auch eine Immunschw√§che nennen. Ich will mich also in Zukunft darauf konzentrieren, diese Krankheit zu bek√§mpfen, die ich offenbar chronisch habe, so dass es im Alter nicht schlimmer wird.

Warum erz√§hle ich das? Nun ich glaube in diesem Sinne an Naturheilverfahren, aber nicht an Hom√∂opathie. Hierzu ist wieder eine Meta-Studie erschienen, die feststellt, dass Hom√∂opathie nicht wirkt. Aber die L√ľgenwissenschaft ist ja von der L√ľgenpresse gekauft und Donald Trum wei√ü auch, dass man Kinder nicht impfen sollte.

Das war’s. Wenn ihr mir anderweitig folgen wollt, dann added mich doch bitte bei¬†Facebook¬†oder¬†tretet der¬†Facebookgruppe¬†oder der Googleplus Gruppe oben rechts bei. Ein¬†RSS-Feed¬†ist nat√ľrlich auch vorhanden. Ansonsten k√∂nnt ihr mich gerne anschreiben oder einen konstruktiven (!) Kommentar hinterlassen.

Norman Schultz

Pittsburgh, Februar 2016

 

 

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Zum Tode meines Professors Edmund Braun

Rembrandt Harmensz. van Rijn - Jeremia treurend over de verwoesting van Jeruzalem - Google Art ProjectAm 20. März 2015 diesen Jahres verstarb mein Professor, Dr. Edmund Braun.

Als ich im Winter 2007 nach K√∂ln kam, da hatte mich so eben Freiburg wegen eines enormen Verwaltungsfehlers abgelehnt. Die Umstellung nach der Bolognese-Reform hatte f√ľr mich erhebliche Konsequenzen.¬†Ich wollte eigentlich Ph√§nomenologie in den Fokus nehmen und mich darauf in Freiburg konzentrieren. Nun gut, immerhin hatte K√∂ln ein Husserl-Archiv und ich besuchte dort auch die Oberseminare.

Bald aber entdeckte ich ein Oberseminar bei einem sehr alten Professor, der schon damals mit erheblichen, gesundheitlichen Problemen zu k√§mpfen hatte. Professor Braun war damals um die 80 Jahre und hatte schon eine sehr steife Statur.¬†Drehte er sich um, wenn ein Student zu sp√§t in den Seminarraum kam, so gr√ľ√üte er ihn sehr freundlich, allerdings nur, indem er steif seinen ganzen Oberk√∂rper zu ihm drehte. Wie er damals trotz seiner Gebrechen noch selbstst√§ndig mit dem Auto zu den Seminaren kam, sch√§rfte in mir den Gedanken: Philosophie-Professoren wollen bis ins Grab hinein unterrichten. Jedenfalls galt dies f√ľr Professor Braun. Kurzzeitig erblindet, lie√ü er sich meine Magisterarbeit vorlesen und lie√ü es sich auch nicht nehmen, meine Pr√ľfungen abzunehmen. Akademisch war Professor Braun bereits von den einflussreichen Schnittstellen abgeschnitten, aber intellektuell f√ľhlte ich mich sehr zu ihm hingezogen. Vor allem sein fortw√§hrender Kontakt zu seinem guten Freund Apel machte seine Philosophie lebendig. Was also enthielt seine Philosophie?

Sprache, die zwar schon immer einen wichtigen Gegenstand der Philosophie darstellte, aber bis zum 20. Jahrhundert nie im Zentrum dieser Disziplin stand, hatte in Edmunds Braun Transzendentalpragmatik den h√∂chsten Rang [1].¬†Sein Buch „Der Paradigmenwechsel in der Sprache“ war f√ľr mich das Zeugnis von dem umfassenden Verst√§ndnis, dass er sich √ľber die Sprach- Philosophie erworben hatte. Seine 20-J√§hrige Forschung zu Aristoteles wendete sich sp√§t, auch dank Apels Einfluss. Nun versuchte er, eine kantisch verstandene Sprachphilosophie als erste Wissenschaft zu etablieren und dabei auch den Verweis auf ein Transzendentales zu erhalten.

Immer wieder ging es in Professor Brauns Seminaren zur Sache. Die These, dass Sprache der unhintergehbare Kern unseres Denkens war, galt unter K√∂lnern streng analytischer Lehre als zu radikal. Einmal verlie√üen zwei w√ľtende Studenten das Seminar und riefen noch √ľber den Flur, dass sein Seminar unm√∂glich w√§re. Dennoch war mir Professor Brauns herausfordernde Art zutiefst sympathisch. Nein, er polemisierte nicht, sondern er erlaubte Studenten sich zu artikulieren, den Inhalten selbst nachzusp√ľren. Interaktivit√§t und Diskurs pr√§gten seine Seminare. Ich hatte immer das Gef√ľhl, dass wir zwar sehr kleinschrittig vorangingen, dennoch f√ľhlte ich immer einen Kontakt zu den gro√üen Themen der Philosophie, die er mit Sachverstand. doch zugleich verst√§ndlich aufschl√ľsseln konnte.

F√ľr Professor Braun war die instrumentale Auffassung von Sprache, die Sprache nur als blo√ües Mittel zur Beschreibung und √úbertragung von Gedanken¬†betrachtet, zur√ľckzuweisen und ihre fundamentale Funktion in allen kognitiven Akten aufzukl√§ren.[2]¬†So hei√üt es etwa bei ihm: ‚ÄěSprache begleitet, begr√ľndet, st√ľtzt und formt unser Denken und Handeln.‚Äú[3]¬†Folglich konnte es f√ľr ihn kein sprachfreies Denken geben. Alles Gedachte vollzog sich in Sprache oder noch genauer im Diskurs.

Hier kam Edmung Braun bald schon auf die Spuren von Robert B. Brandom, der die Auffassung, die Sprache nicht ausschlie√ülich √ľber Repr√§sentationsleistungen definiert, sondern die fundamentale (Be-)Deutungsleistung der Sprache im semantisch-pragmatischen Vokabular ausbuchstabierte. Auch dies brachte mich schlie√ülich auf die Spur nach Pittsburgh.

Das letzte und wichtigste Ziel der Transzendentalpragmatik war f√ľr Professor Braun jedoch, eine universale, normative Ethik zu begr√ľnden. Um jedoch √ľberhaupt eine angemessene Diskussion eines sprachlichen Vernunftbegriffes in der Transzendentalpragmatik im Hinblick auf eine normative Ethik gew√§hrleisten zu k√∂nnen, musste f√ľr ihn erst die Einsicht erfolgen, dass ein Sein-Sollen nur in der Regelhaftigkeit einer dialogischen Sprache fu√üen kann¬†[4].¬†Denn √ľber die Sprache als Bedingung der M√∂glichkeit und G√ľltigkeit der kognitiven Vollz√ľge¬† hinaus ist diese zudem eine normative Institution, da f√ľr die Regeln des Sprachvollzuges konstitutive Voraussetzungen in einer Kommunikationsgemeinschaft anerkannt werden m√ľssen. Insofern √Ąu√üerungen sinnvoll sein und Geltung beanspruchen sollen, ist diese Anerkennung notwendig. Diese stets anzuerkennenden Voraussetzungen sind also Bedingungen und somit immer Grundnormen f√ľr eine Kommunikationsgemeinschaft. Gesetzt sind damit diese Grundnormen durch die Institution der Sprache. Begr√ľndungen k√∂nnen so nur Begr√ľndungen sein, wenn Sprache immer als relatives Sinn‚Äď und universales Geltungsapriori besteht¬†[5].¬†

Sinn ohne Sprache gab es f√ľr Prof. Braun daher nicht. Die Sprache als unhintergehbare normative Instanz und f√ľr jedwede normative Ethik war f√ľr ihn die Grundlage einer normativen, universalen Ethik.

Die fr√ľhe Einsicht der Transzendentalpragmatiker, zun√§chst den semantisch-syntaktischen Sprachbegriff, der sich aus der Annahme einer ausschlie√ülichen Repr√§sentationsfunktion der Sprache herleitet, pragmatisch zu integrieren, was grob gesagt die Ber√ľcksichtung einer Kommunikationsgemeinschaft bedeutet, hatte diese Str√∂mung den gegenw√§rtigen, f√ľhrenden Str√∂mungen wie Robert Brandoms Expressivismus/ dem kognitiven Realismus bereits vorweggenommen.

In der Folge dieser Einsichten begann f√ľr Prof. Braun eine neue Schaffensperiode, die ihn zu immer neuen Artikeln und B√ľchern √ľber eine Ethik auf Grundlage transzendentalpragmatischer Einsichten trieb. Ich erinnere mich, wie er selbst im hohen Alter und geplagt von verschiedenen Strahlentherapien an seinen letzten B√ľchern teilweise bis in die Morgenstunden hinein¬†arbeitete. M√ľde, aber doch mit voller Energie und Diskussionsleidenschaft erschien er dann dennoch bei den Seminaren. Es war immer sein Ziel noch letzte B√ľcher auf den Weg zu bringen und so widmete er sich zun√§chst der Anthropologie und dann vermehrt ethischen Themen, wobei er vor allem die instrumental geleiteten Ethiken angriff und sich auch versuchte gegen die relativistischen Str√∂mungen zu wehren. Ethik war f√ľr ihn begr√ľndet in einer unbegrenzten Kommunikationsgemeinschaft.

Leider entfielen seine letzten Seminare, weil der Gesundheitszustand, es ihm nicht mehr erlaubte, zum Seminar zu kommen. Leider verlie√ü ich K√∂ln bereits im Jahr 2011. Dennoch behalte ich Prof. Braun nicht als alten Professor in Erinnerung, sondern als jemanden, der auch im Alter und trotz Krankheit noch viel Lebensfreude und Inspiration f√ľr seine Studenten aufbrachte. Ich behalte ihn als einen der engagiertesten Professoren in Erinnerung, der immer auf der H√∂he der Zeit seine Theorien entwickelte, was auch die rege Teilnahme vieler Studenten an seinen Oberseminaren bezeugte. Ich bin ihm dankbar f√ľr die Philosophie der Transzendentalpragmatik, die er f√ľr mich aufgeschlossen und entschl√ľsselt hat. Ich w√ľnschte, ich h√§tte die Zeit, zu intensiverem Kontakt genutzt.

Norman Schultz, Pittsburgh, 31. Dezember 2015

Quellen:

Braun, Edmund 1996: Der Paradigmenwechsel in der Sprachphilosophie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt

Braun, Edmund 2007: Sprachapriori in der Kunst.¬† in Aufgang – Jahrbuch f√ľr Denken, Dichten, Musik – Band 4 – Eros, Schlaf, Tod – Herausgegeben von Jos√© S√°nchez de Murillo und Martin Thurner.

Braun, Edmund 12/2007: K.-O. Apel – Transzendentalpragmatik als normativ-semiotische Transformation der Transzendentalphilosophie.¬†http://www.philosophieren.de/menu1/philosophePERS√ĖNLICHn/apel/apel.pdf

Kuhlmann, Wolfgang 1992: Sprachphilosophie ‚Äď Hermeneutik ‚Äď Ethik.¬†K√∂nigshausen & Neumann

 

[1] Vgl. Kuhlmann 1992: 9

[2] Vgl. Braun 2007: 413

[3]  Braun 2007: 413

[4] Vgl. Braun 12/2007: 3

[5] Vgl. Braun 12/20007: 8

[6] Vgl. Braun 12/2007: 8

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